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Scheidender Sixt-Chef sieht "Morgenröte nach einer langen Nacht"

02.03.2021 um 12:27 Uhr

München (Reuters) - Erich Sixt kommt zum Abschied aus dem operativen Geschäft von Deutschlands größtem Autovermieter um den ersten Verlust in 50 Jahren herum.

Der 76-Jährige verwies am Dienstag darauf, dass Sixt dank des Verkaufserlöses für die Tochter Sixt Leasing und eines drastisches Sparkurses im Corona-Jahr 2020 einen Nettogewinn von zwei Millionen Euro erwirtschaftet habe. "Das ist auch für mich wichtig", sagte Erich Sixt, der die Firma 1969 von seinem Vater übernommen hatte. "Ich wäre ungern mit einem Riesen-Verlust gegangen." Nach der Hauptversammlung am 16. Juni übernehmen die Söhne Alexander (41) und Konstantin Sixt (38) als gleichberechtigte Vorstandschefs. "Sie können es und sie bringen dem Unternehmen neuen Schwung", sagte Erich Sixt. "Wir mutieren zum Mobilitätskonzern."

Erich Sixt übernimmt dann kurz vor seinem 77. Geburtstag den Vorsitz im Aufsichtsrat und löst dort TUI-Chef Fritz Joussen ab. "Man sollte in dem Augenblick abtreten, in dem es das Beste für das Unternehmen ist", sagte er. Sohn Alexander erklärte die künftige Doppelspitze: "Wir wollen demonstrieren, dass kein Blatt zwischen uns passt. Auch von den Charakteren her ergänzen wir uns." Beide Brüder sitzen seit 2015 im Vorstand. Konstantin Sixt werde weiter für den Vertrieb verantwortlich zeichnen, er für Strategie, Einkauf und Personal.

Sixt soll in der Hand der Familie bleiben. "Dieses Unternehmen ist die Lebensaufgabe meines Vaters gewesen und es ist die Lebensaufgabe von mir und meinem Bruder", sagte Alexander Sixt. Auch an den Anteilsverhältnissen innerhalb der Familie, die 58,3 Prozent der Sixt-Stammaktien hält, soll sich nichts ändern. Zuletzt war über ein Interesse von VW an einem Einstieg bei Sixt spekuliert worden.

Im neuen Jahr soll es wieder aufwärts gehen: "Wir sehen die Morgenröte nach einer langen Nacht", sagte Erich Sixt. Auf eine konkrete Prognose lässt er sich nicht ein. "Wir wissen nicht, was sich unsere Bundesregierung einfallen lässt. Da kommt ein Virologe, malt ein Katastrophenszenario - und schon ist es passiert." Im besten Fall könne die Nachfrage nach Mietwagen regelrecht explodieren. "Wenn sie so lange eingesperrt sind, wollen sie die Freiheit genießen", sagte Sixt. Dann könnten die Autos sogar knapp werden und die Preise steigen. Zuversichtlich stimme ihn die Entwicklung an der US-Ostküste, die sich der Normalität nähere. Dort habe Sixt große Chancen, weil zwei der wichtigsten drei Konkurrenten in finanzieller Bedrängnis seien.

Im Kerngeschäft erwirtschaftete Sixt im abgelaufenen Jahr wie erwartet einen Verlust vor Steuern von 81,5 Millionen Euro. 2019 stand noch ein Gewinn von 308 Millionen zu Buche. Dabei hat Sixt 600 Millionen Euro eingespart: Die Mietautoflotte wurde um ein Viertel auf 113.000 verkleinert, die Mitarbeiterzahl sank um rund 2000 auf 6100. Wie viele darüber hinaus in Kurzarbeit sind, wollte Alexander Sixt nicht sagen. Der Umsatz brach um 39 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro ein. Die Dividende werde - von der Mindestdividende von fünf Cent für die Vorzüge abgesehen - wohl erneut ausfallen, deutete Erich Sixt an.

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