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Uniper ringt mit Fortum um Dividendenpolitik

04.03.2021 um 16:12 Uhr

- von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz und Vera Eckert

Düsseldorf (Reuters) - Die von stetig steigenden Dividenden verwöhnten Aktionäre des Energiekonzerns Uniper müssen sich möglicherweise auf magerere Jahre einstellen.

Für 2020 will der Düsseldorfer Kraftwerksbetreiber zwar eine halbe Milliarde Euro ausschütten, etwa ein Fünftel mehr als zuletzt. Allerdings erwartet Uniper für 2021 einen Gewinnrückgang, und außerdem hat das Unternehmen bislang mit seinem finnischen Mutterkonzern Fortum noch keine Einigkeit über die künftige Gewinnausschüttungen erzielt.

Der Versorger machte deas fehlende Einvernehmen in der Dividendenfrage in einer am Mittwochabend veröffentlichten Pflichtmitteilung bekannt - zusammen mit den Zahlen für 2020, die eigentlich erst am Donnerstag vorgelegt werden sollten. "Uniper wird die Dividendenpolitik für das Geschäftsjahr 2021 zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren. Die Gespräche über die Dividendenpolitik und den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Dividendenpolitik mit dem Großaktionär Fortum dauern an."

UNIPER-CEO: "NORMALER ABSTIMMUNGSPROZESS"

Uniper-Chef Schierenbeck wollte von einem Krach mit Fortum aber nichts wissen. "Das ist ein ganz normaler Abstimmungsprozess. Also, ich würde das jetzt nicht auf die Goldwaage legen." Schierenbeck hatte sich nach dem Abwehrkampf seines Vorgängers Klaus Schäfer gegen eine Übernahme durch Fortum für eine Verbesserung der Beziehungen stark gemacht. Trotz Zusagen Fortums in Sachen Kündigungsschutz und Standortgarantie bis 2026 gibt es unter den Beschäftigten die Sorge, dass Fortum langfristig einen Beherschungsvertrag anstrebt. Der erklärte Verzicht darauf gilt nur noch für dieses Jahr. Ein neuer Vorstoß Fortums könnte daher 2022 mit einer geänderten Dividendenpolitik zusammenfallen.

Im vergangenen Jahr hatte Uniper vor allem von einem starken Gasgeschäft profitiert. Einbußen gab es im russischen Stromgeschäft. Uniper habe insgesamt ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 998 Millionen Euro erzielt nach 863 Millionen Euro im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2021 erwarte Uniper unter der Annahme eines normalen Geschäftsverlaufs ein bereinigtes Ebit zwischen 700 und 950 Millionen Euro. Der Konzern sei stark in das Jahr gestartet, berichtete Finanzchef Sascha Bibert. Der mittlere Wert der Prognosespanne könne sich als konservativ erweisen.

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