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Freude und Frust in der Reisebranche im Lockdown

23.03.2021 um 15:47 Uhr

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Auf Mallorca kamen Tausende sonnenhungrige Urlauber aus Deutschland freudestrahlend an - zu Hause bleibt Coronamüden über Ostern nur die Erholung in den eigenen vier Wänden.

Die Reisewirtschaft hängt wegen des verlängerten Lockdowns weiter in der Luft, wie sie sich von der schwersten Krise ihrer Geschichte erholen kann. Die Branche hatte Anfang März noch fest mit einem Lockerungsplan für den jüngsten Corona-Gipfel gerechnet und mit Bundesministerien ein Konzept zur "Wiederbelebung des Luftverkehrs" eingespeist. Doch die rasant steigenden Infektionszahlen und der Streit über den Oster-Urlaub auf Mallorca machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Eine Corona-Testpflicht für alle Heimkehrer von der Baleareninsel ist die Antwort von Bund und Ländern.

"Worüber ich wirklich unglücklich bin, sind diese Mallorca-Flüge", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag. "Die bringen uns wirklich in schwere Argumentationsprobleme." Wie solle er jemandem erklären, er dürfe nach Mallorca reisen, aber nicht in ein Ferienhaus an der Ostsee? "Wir sind frustriert, wir sind traurig und enttäuscht, dass man mit einer Branche so umgeht, die im letzten Jahr bewiesen hat, dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Gästen gewährleistet", sagte Daniel Schimmer, Hotel-Manager des Garmischer Hofs in Garmisch-Partenkirchen.

Auf der Insel herrschte dagegen Freude über die Aussicht von Zehntausenden Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Wir sind unglaublich glücklich heute die ersten circa 220 Gäste begrüßen zu dürfen", sagte Tina Grunold, Managerin des zu TUI gehörenden Robinson Clubs Cala Serena. Über die Osterfeiertage werde die maximale Belegung von 75 Prozent erwartet. "Ich freue mich riesig, hier zu sein, einfach mal dieser Situation in Deutschland zu entkommen", sagte eine Touristin aus Berlin.

TESTEN JA - ABER BITTE NICHT BEI ALLEN REISEN

Die Luftverkehrswirtschaft reagierte auf die neue Testregel zwiespältig. Einerseits wird im Fall Mallorca ihr Konzept - Testen statt Quarantäne - aufgegriffen. Das sei zu begrüßen, denn es sei wirksamer als nicht kontrollierbare Quarantäne, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Doch nach dem Plan der Lobby sollte das nur für Risikoländer mit einer Inzidenz von über 50 und nicht für solche mit niedrigerer Inzidenz ohne Reisewarnung wie jetzt Mallorca gelten. Es dürfe nur eine Ausnahme in der Osterzeit bleiben, forderte deshalb der BDL. "Eine dauerhafte Aufrechterhaltung der pauschalen Testpflicht ohne Orientierung am tatsächlichen Infektionsgeschehen wäre nicht zielführend", erklärte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Es werfe die Frage auf, wie solche Tests bei Bahn- und Autofahrten umgesetzt werden sollten.

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen zur ausgeweiteten Testpflicht will die Branche rasch mit Behörden das Vorgehen klären. Es sind aber noch viele Fragen offen - etwa ob es die aufwendigeren PCR-Tests sein müssen oder Schnelltests reichen. Die deutschen Fluggesellschaften Condor, Lufthansa und ihr Ferienflieger Eurowings sowie TUIfly wollen sich abstimmen.

"FRUST IN DEN BETRIEBEN"

Der Deutschen Tourismusverbandes (DTV) forderte Perspektiven für den Inlandstourismus. "Kein Plan, keine Strategie, nicht einmal ein kleines Signal für sicheres Reisen im eigenen Bundesland", beklagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz. "Viele Betriebe stehen nun endgültig mit dem Rücken zur Wand." Als "äußerst ernüchternd" bewertet der Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) den Bund-Länder-Gipfel. "Null erkennbare Öffnungsperspektive, stattdessen das weitere klare Abraten vom Reisen – dieser Beschluss vergrößert einmal mehr die Existenzängste wie auch den Frust in den Betrieben der Tourismusbranche", erklärt BTW-Generalsekretär Michael Rabe. "Nach mehr als einem Jahr Pandemie ist es erschreckend, dass die Bund-Länder-Runde nach wie vor keinerlei Ideen jenseits von 'Auf oder Zu' entwickelt hat - und sich in Sachen Tourismus im Wesentlichen auf 'Zu' beschränkt." Das Gastgewerbe reagierte mit Bestürzung. "Ja, es ist schon brutal enttäuschend, jetzt die Fortsetzung des Endlos-Lockdowns, die Absage an jedwedes Oster-Erleben", sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges vom Branchenverband Dehoga zu Reuters TV. Die Gastwirte seien verzweifelt und stünden mit dem Rücken zur Wand. "Sie wissen nicht, wie sie die März-Gehälter jetzt bezahlen sollen."

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