Reuters

Sensorspezialist AMS erwartet schwächeres zweites Quartal

04.05.2021 um 10:37 Uhr

Wien (Reuters) - Der steirischen Sensorspezialist AMS kommt mit der Integration des Münchner Lichtkonzerns Osram zügig voran und erwartet höhere Einsparungen als bislang geplant.

Der künftig unter dem Namen "ams OSRAM" fimierende Konzern erzielte zum Jahresauftakt bei Erlösen von 1,55 Milliarden Dollar einen bereinigten operativen Gewinn (Ebit) von 172 Millionen Dollar. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, ist das gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahres beim Umsatz ein Rückgang von neun Prozent, beim Ebit ein Minus von elf Prozent. Vergleichszahlen mit dem Vorjahr seien nach der Osram-Übernahme nicht verfügbar. Die bereinigte operative Marge sank auf elf Prozent nach 17 Prozent im Schlussquartal.

Für das zweite Quartal stellt sich das Management auf leichte Einbußen ein. Zwar sei mit einer anhaltend dynamischen Erholung der Automobilnachfrage zu rechnen, trotz einer allgemein angespannten Situation in der Lieferkette. Die Erlöse dürften aber mit 1,43 bis 1,53 Milliarden Dollar unter dem ersten Quartal liegen. Bei der operativen Marge werde ein Rückgang auf sieben bis zehn Prozent erwartet.

Die Integration von Osram schreite zügig voran. AMS rechnet nun sogar mit höheren Kosteneinsparungen als bisher gedacht: Die jährlichen Synergien über drei Jahre würden nun bei 350 Millionen Euro (rund 420 Millionen Dollar) nach bislang 300 Millionen Euro (rund 360,6 Millionen Dollar) erwartet. An der Schweizer Börse stiegen die AMS-Papiere im frühen Handel um 3,7 Prozent.

NACHFRAGE AUS DER AUTOMOBILBRANCHE ZIEHT AN

Zum Jahresauftakt habe der Konzern eine starke Nachfrage auf dem Automobilmarkt gespürt, während das Consumer-Geschäft von der typischen Saisonalität geprägt gewesen sei. Das Unternehmen liefert Komponenten für Automobilbeleuchtung für Front-, Heck- und Innenraumanwendungen. Das Segment Halbleiter, das historische AMS-Geschäft, habe 65 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen, das Segment "Lamps & Systems" 35 Prozent. Die Erlöse des bisherigen AMS-Geschäfts beliefen sich auf 525 Millionen Dollar, die bereinigte operative Marge auf 22 Prozent. AMS liegt damit innerhalb der zuvor genannten Bandbreite beim Umsatz zwischen 500 und 540 Millionen Dollar sowie am oberen Ende der angekündigten Marge von 20 bis 22 Prozent.

Die an der Züricher Börse gelistete AMS erhofft sich mit der Osram-Übernahme zum "unangefochtenen Anbieter von optischen Lösungen" zu werden. Zudem will sich der Konzern unabhängiger vom Geschäft mit Sensoren für Unterhaltungselektronik und Smartphones machen, das bisher auf einen Anteil von rund 80 Prozent kommt. Bis 2020 soll der Umsatz der Gruppe auf 5,5 Milliarden Dollar klettern.

OSRAM SOLL VON BÖRSE GENOMMEN WERDEN

Bereits im März hatte AMS erwirkt, dass der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag in Kraft tritt. Dies verschaffte AMS Zugang auf die Finanzmittel von Osram. Damit sollen auch die Schulden für die mehr als vier Milliarden Euro schwere Übernahme getilgt werden. Osram soll künftig ganz vom Kurszettel der Frankfurter Börse verschwinden. Für die restlichen 28 Prozent gibt es seit Montagabend ein neues Übernahmeangebot: AMS bietet 52,30 Euro je Osram-Aktie und damit mehr als bisher. Die Österreicher wollen damit noch einmal 1,38 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Das Kaufangebot läuft voraussichtlich vom 21. Mai bis zum 18. Juni.

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