Reuters

Coronazahlen sinken - Streit über Impfpriorisierung

12.05.2021 um 13:47 Uhr

Berlin (Reuters) - Vor dem Hintergrund sinkender Corona-Zahlen verschärft sich der Streit über die Impfreihenfolge in Deutschland.

Baden-Württemberg und Bayern kündigten am Mittwoch an, dass sie die Impfpriorisierung in Hausarztpraxen kommende Woche aufheben werden. Die Hausärzte warnten dagegen vor wachsenden Spannungen durch aggressive Impfdrängler. "Der Druck auf die Impfzentren und die Arztpraxen wächst. Die Impfdrängler werden fordernder", sagte die Vize-Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Anke Richter-Scheer, der Funke Mediengruppe. Etliche Bundesländer und die Bundesregierung hatten mit Blick auf mehrere Millionen bisher nicht geimpfte Angehörige der Risikogruppen vor einer zu frühen Aufgabe der Priorisierung gewarnt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädierte bereits früher für eine schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung. Nun geht Bayern nach seinen Angaben einen Mittelweg: Während in den Impfzentren an der Priorisierung nach Risikogruppen festgehalten werden soll, fällt sie in Hausarztpraxen weg.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) dämpfte Erwartungen, dass es zu einer schnellen generellen Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren kommen wird. "Derzeit diskutierte Argumente wie Urlaub können nicht die primären entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein", sagte der Vorsitzende Thomas Mertens der "Welt". Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will den Impfstoff von Biontech/Pfizer für diese Gruppe wohl Ende Mai/Anfang Juni zulassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits angekündigt, dass man in dem Fall Jugendlichen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot machen wolle. Zwischen Bund und Ländern finden dazu bereits Beratungen statt.

"ALLES GEHT IN DIE RICHTIGE RICHTUNG"

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, mahnte die Bürger zur Zurückhaltung. Er habe kein Verständnis dafür, wenn mit dem Blick auf gebuchte Urlaube die empfohlenen Intervalle zwischen Erst- und Zweitimpfung abgekürzt würden - auf Kosten eines gutes Impfschutzes. Sowohl Spahn als auch Wieler beurteilten die generelle Corona-Lage in Deutschland entspannter. "Alles geht in die richtige Richtung", sagte der Minister mit Blick auf die Infektionszahlen und die Zahl der Intensivpatienten. Die Inzidenz sinke derzeit in allen Bundesländern und allen Altersgruppen, sagte Wieler.

Laut RKI lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein zuletzt unter 50. In acht der 16 Bundesländer ist der Wert immerhin unter 100 gefallen. Der Wert gibt an, in wie vielen Fällen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Grenze für die bundesweite "Notbremse" mit Ausgangs- und schärferen Kontaktbeschränkungen ist ein Wert von 100. Liegt er konstant darunter sind Öffnungsschritte möglich. Daher hatten am Dienstag etliche Bundesländer Lockerungen für Handel, Tourismus und Außengastronomie beschlossen.

Die Länder legten jeweils andere Lockerungen und unterschiedliche Zeitpunkte für Öffnungen fest. Mecklenburg-Vorpommern etwa öffnet ab kommender Woche wieder Schulen, die Gastronomie folgt am 23. Mai. Aber erst ab dem 14. Juni wird Urlaub in Hotels und Ferienwohnungen auch für Einreisende aus anderen Bundesländern erlaubt. In Rheinland-Pfalz hat die Außengastronomie dagegen bereits geöffnet, auch Hotels dürfen wieder Gäste empfangen. Bayerns kündigte an, dass ab dem 21. Mai bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 Kulturveranstaltungen im Außenbereich wieder möglich sein sollen.

Insgesamt meldete das RKI 14.909 neue Positiv-Tests und damit 3125 weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland sank deutlich auf 107,8 (Vortag 115,4). 268 weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. Die regionalen Unterschiede sind aber weiter sehr groß. Thüringen ist mit einer Inzidenz von 168,3 das Bundesland mit dem höchsten Wert.

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