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Versorger machen sich für mehr Tempo bei Ökostrom stark

28.07.2021 um 13:32 Uhr

- von Tom Käckenhoff und Vera Eckert und Christoph Steitz

Düsseldorf/Frankfurt (Reuters) - Wenige Wochen vor der Bundestagswahl bringen sich die großen Energiekonzerne in Stellung.

"Damit die ambitionierten Klimaziele erreicht werden können, braucht es vor allem Tempo", betont der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Stromerzeugers RWE, Markus Krebber, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Eine neue Bundesregierung müsse unabhängig von deren Zusammensetzung nach der Wahl am 26. September den Ausbau der Erneuerbaren Energie beschleunigen. Gleiches gelte für die Genehmigungsverfahren von Windkraft- und Solaranlagen, fügt der Manager hinzu, der seit Ende April den Essener Konzern führt. Zudem müssten die Rahmenbedingungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft klar geregelt werden. "Ich bin optimistisch, dass das gelingen kann, wenn Klimaschutz als Chance verstanden wird, von dem der Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert."

Die früheren Atom- und Kohlekraft-Dinos sind inzwischen zu wichtigen Fürsprechern der Energiewende geworden. RWE gehört zu den größten Ökostromerzeugern in Europa. Der langjährige Rivale E.ON hat sich aus der Stromerzeugung zurückgezogen und konzentriert sich vor allem auf den Betrieb von Stromnetzen. Der notwendige Ausbau der Leitungen - etwa für den Transport der Windenergie von Norden zu den großen Industriebetrieben im Süden der Republik - kommt nur langsam voran.

E.ON-CHEF - IMMER NEUE KLIMAZIELE ALLEINE REICHEN NICHT

"Wir haben uns in Deutschland mit der Klimaneutralität für 2045 wirklich anspruchsvolle Ziele gesetzt", sagt der neue E.ON-Chef Leonhard Birnbaum. Eine neue Bundesregierung müsse die notwendigen Maßnahmen anstoßen. "Wenn das nicht geschieht, bringt uns auch eine immer schnellere und aggressivere Zielsetzung nicht mehr voran." Eine unzweifelhaft notwendige Maßnahme sei der Ausbau der Infrastruktur. "Wir müssen die Modernisierung der Energieinfrastruktur radikal entfesseln und beschleunigen." In den vergangenen Jahren habe die Politik darauf gebaut, dass die Verteilnetze die immer mehr schwankende Ökostrom-Einspeisung ohne größere Investitionen wegstecke,gerade durch den Ausbau der Elektromobilität gebe es aber immer mehr Abnehmer. "Das wird so nicht weitergehen können. Wir brauchen mehr Investitionen in die Stromnetze, um nicht in die gleiche Misere zu laufen, wie bei Autobahnen oder Mobilfunknetzen. Denn Funklöcher im Stromnetz sind keine Perspektive für Deutschland."

Die frühere E.ON-Kraftwerkstochter Uniper mit dem seit März amtierenden Boss Klaus-Dieter Maubach hält stärkere Anstrengungen für den Klimaschutz für notwendig. Uniper wolle den eigenen Kurs zum Kohleausstieg schärfen. Der Konzern will in Deutschland bis 2025 aus der Kohleverstromung aussteigen - mit Ausnahme des umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln 4. Maubach hat sich gesprächsbereit gezeigt, den bislang bis 2038 angepeilten Zeitrahmen zu verkürzen - vorausgesetzt Uniper erhalte dafür eine Entschädigung. Der Düsseldorfer Versorger hat nicht nur Umweltschützer, sondern auch den neuen finnischen Mehrheitseigentümer Fortum im Nacken. Dieser macht sich für eine weniger klimaschädliche Produktion stark. "Uniper erwartet von einer neuen Bundesregierung neben den Zielvorgaben vor allem klare Rahmenbedingungen und – wo nötig – auch Förderprogramme, beispielsweise zur Förderung der Nutzung von Wasserstoff." Investitionen in neue Kraftwerke werde es nur dann geben, wenn die Rahmenbedingungen klar seien und auch die Vorhaltung von Stromleistung vergütet werde. "Bei allem gilt: Die Zeit drängt."

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