Reuters

China-Boykott und Lockdown in Vietnam machen Adidas zu schaffen

05.08.2021 um 13:52 Uhr

München (Reuters) - Ein Boykott in China und der Lockdown im wichtigen Produktionsland Vietnam machen dem Sportartikelhersteller Adidas zu schaffen.

Das Unternehmen hob am Donnerstag zwar seine Prognose an und rechnet nun mit einem Umsatzplus von bis zu 20 Prozent. Doch ohne die Schwierigkeiten in Fernost und andere Lieferketten-Probleme hätten die Erlöse in der zweiten Jahreshälfte noch um 500 Millionen Euro höher ausfallen können, sagte Finanzchef Harm Ohlmeyer. Am deutschen Aktienmarkt gaben die Adidas-Aktien knapp fünf Prozent nach und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Leitindex Dax. Analysten verwiesen darauf, dass die weltweite Nummer zwei Rivalen wie Nike oder Puma beim Wachstum hinterherhinkt.

Es werde wohl September werden, bis die Produktion in Vietnam wieder laufe, sagte Ohlmeyer. Um die Auswirkungen des Stillstands abzumildern, soll die Fertigung umverteilt werden. Zudem erwäge das Unternehmen Preiserhöhungen, sagte Adidas-Chef Kasper Rorsted. Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller nach Nike bezieht vor allem Schuhe aus dem südostasiatischen Land, in dem bis Mitte August wegen steigender Corona-Zahlen ein Lockdown gilt. 2020 stammte gut ein Viertel der gesamten Produktion aus dem Land.

ERLÖSE IN CHINA UNTER NIVEAU VON 2019

Im zweiten Quartal legten die Erlöse um 51,5 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zu. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft lag bei 387 Millionen Euro nach einem Verlust von 243 Millionen vor Jahresfrist. Aufwärts ging es in fast allen Regionen, vor allem aber in Europa und Nordamerika.

Im jahrelang verlässlichen Wachstumsmarkt China sanken die Erlöse aber währungsbereinigt um 16 Prozent und lagen noch unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahrs 2019. Adidas war wie andere westliche Markenhersteller in den Sanktionsstreit Chinas mit der EU und den USA hineingezogen worden. Ausländische Firmen hatten den Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen in der westchinesischen Provinz Xinjiang aufgegriffen. In China kam es zu Boykottaufrufen. Im Juni sei zumindest das Online-Geschäft im dem Land wieder in Gang gekommen, sagte Rorsted, und er sei zuversichtlich, dass bis Jahresende ein starkes Wachstum möglich sei.

Der Verkauf von Reebok kommt voran. Finanzchef Ohlmeyer sagte, er sei zuversichtlich, dass eine Vereinbarung bis Ende des Sommers unterzeichnet werden könnte. Insidern zufolge hat Adidas fünf Interessenten für die 2006 übernommene US-Firma in die engere Wahl gekommen, darunter vier Finanzinvestoren. Adidas kann mit einem Verkaufserlös von rund einer Milliarde Euro für Reebok rechnen, in den Büchern steht die Marke noch mit gut 700 Millionen Euro. Die Abspaltung dürfte den Gewinn in diesem Jahr aber noch einmal um 200 Millionen Euro schmälern. Bezahlt hatte die weltweite Nummer zwei auf dem Sportbekleidungs-Markt rund 3,8 Milliarden Dollar. Trotz des Umbaus zur Fitness-Marke hatte Reebok die Hoffnungen, die man in Herzogenaurach in den Zukauf gesetzt hatte, nie erfüllen können.

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