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Betrugsprozess um VW-Dieselskandal startet in Braunschweig

16.09.2021 um 09:57 Uhr

Braunschweig (Reuters) - Mit dem Prozess gegen vier Volkswagen-Mitarbeiter hat vor dem Landgericht Braunschweig am Donnerstag die strafrechtliche Aufarbeitung eines der größten deutschen Wirtschaftsskandale begonnen.

Vor der Wirtschaftsstrafkammer müssen sich vier teils ehemalige Manager und Ingenieure des Autokonzerns wegen des Vorwurfs des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs und weiterer Delikte verantworten (Az: 6 KLs 23/19). Sie sollen von der millionenfachen Manipulation von Diesel-Autos gewusst haben, die illegale Abschalteinrichtung mit entwickelt oder nicht dagegen eingeschritten sein. Ihr Ziel war laut Anklage, dem Wolfsburger Konzern möglichst hohe Gewinne zu verschaffen, da ihre Bonuszahlungen hiervon abhingen. Die Angeklagten bestreiten Justizkreisen zufolge, von der Manipulation gewusst zu haben oder sie machen geltend, sie hätten ihre Kenntnis an Vorgesetzte weitergegeben.

Das Gericht tagt in der Stadthalle Braunschweig, da mit großem Zuschauerinteresse gerechnet wurde. Der erste Prozesstag begann aber mit wenig Publikum, denn das Verfahren gegen den prominentesten Angeklagten, Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, wird separat später geführt. Der 74-Jährige ist nach einer Operation noch nicht verhandlungsfähig. Ursprünglich sollte das Hauptverfahren bereits im Februar beginnen, wurde aber wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie mehrmals verschoben.

Volkswagen hatte vor sechs Jahren auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, Diesel-Abgaswerte durch eine Software manipuliert zu haben. Diese sorgte dafür, dass die Motoren die Stickoxidgrenzwerte auf dem Prüfstand einhielten, auf der Straße aber ein Vielfaches dieser giftigen Abgase ausstießen. Die Wiedergutmachung kostete Volkswagen bislang mehr als 32 Milliarden Euro, vor allem Strafen und Schadensersatzzahlungen in den USA. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 30 Manager und Ingenieure von VW wegen Delikten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal angeklagt. Gegen weitere bis zu 80 Personen wird noch ermittelt.

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