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Kreditversicherer - Insolvenzen ziehen erst 2022 wieder an

06.10.2021 um 13:57 Uhr

München/Berlin (Reuters) - Die Zahl der Unternehmenspleiten wird nach den Erwartungen des weltgrößten Kreditversicherers Euler Hermes erst im kommenden Jahr wieder anziehen - weltweit und in Deutschland.

Dabei werde die Zahl der Insolvenzen aber auch 2022 noch unter dem Niveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 liegen, glaubt die Tochter des Münchner Versicherungsriesen Allianz. Grund dafür seien die massiven Stützungsmaßnahmen, mit denen die Staaten Firmen über die Corona-Krise hinweghelfen wollten, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie von Euler Hermes. Für 2021 geht der Kreditversicherer für Deutschland erneut von einem Rückgang der Insolvenzen um rund fünf Prozent auf 15.000 aus. Das wäre der niedrigste Stand seit 1993 (15.582).

"2022 dürften zudem auch in Deutschland die Pleiten wieder um rund neun Prozent auf etwa 16.300 Fälle zunehmen", sagte der Leiter der Branchen- und Insolvenzanalyse von Euler Hermes, Maxime Lemerle. Das werde sich vor allem im zweiten Halbjahr 2022 zeigen. "Die relativ gute Ausgangslage, eines der größten staatlichen Unterstützungsprogramme und die wieder anziehende Weltwirtschaft haben deutschen Unternehmen eine gute Startposition verschafft, um sich auf die neue Normalität einzustellen."

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet für 2021 ebenfalls mit einem Rückgang der Firmenpleiten - und zwar auf etwa 15.700 Fälle. Mittelfristig dürfte der Wert aber wieder steigen. Zudem wachsen laut BVR die Sorgen um die Innovationskraft und Produktivität der deutschen Wirtschaft. Denn die Insolvenzquote lag 2020 mit 48 Fällen je 10.000 Unternehmen deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 71 Fällen. Das niedrige Niveau sei ein Beleg dafür, dass immer weniger dauerhaft ertragsschwache Unternehmen aus dem Markt treten. Diese würden aber wichtige Ressourcen binden, die von neuen, innovativen Firmen benötigt werden, erklärte BVR-Vorstand Andreas Martin. "Die nächste Bundesregierung sollte mit dem Abklingen der Pandemie daher so bald wie möglich aus dem Krisenmodus aussteigen."

Allein im September verharrte die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften laut IWH-Institut mit 569 nahe historischer Tiefststände. Die Zahl der betroffenen Jobs im Verarbeitenden Gewerbe sei dagegen deutlich gestiegen, erklärten die Forscherinnen und Forscher zum monatlichen Insolvenztrend.

Im Rezessionsjahr 2020 sank die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland um 16 Prozent - auch weil der Staat die Pflicht zur Insolvenzanmeldung für Firmen ausgesetzt hatte, die wegen der Pandemie in Schieflage waren. Zudem gab es in Deutschland und anderswo Entschädigungen für die Einbußen, die etwa Gastronomie und Tourismus durch die staatlich verordneten Schließungen und Einschränkungen erlitten hatten. Teilweise wurden die Staatshilfen bis ins laufende Jahr verlängert. "Erst ab 2022 dürfte sich das weltweite Insolvenzgeschehen wieder sukzessive normalisieren", erklärte Euler Hermes. Dann dürften Firmenpleiten weltweit um 15 Prozent anziehen. Kreditversicherer sind auf einen tiefen Einblick in Unternehmen angewiesen, weil sie deren Lieferanten gegen Zahlungsausfälle absichern und Handel damit oft erst ermöglichen.

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