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Ralph Dommermuth prüft Übernahme von United Internet

05.11.2021 um 09:02 Uhr

Berlin (Reuters) - Der deutsche Telekom-Milliardär Ralph Dommermuth erwägt die Übernahme des von ihm gegründeten Internet- und Mobilfunkanbieters United Internet.

Konkret gehe es um eine Aufstockung auf 51 Prozent von derzeit 42 Prozent zu einem Preis von 35 Euro je Aktie, wie aus einer am Donnerstagabend veröffentlichten Pflichtmitteilung des Unternehmens hervorgeht. Das würde Dommermuth knapp 600 Millionen Euro kosten. Er sei darüber in Verhandlungen mit einer Großbank. Eine Entscheidung habe Dommermuth, der auch Chef von United Internet ist, noch nicht getroffen.

An der Börse kamen die Überlegungen des Unternehmers gut an. Die Aktie kletterte im Frankfurter Frühhandel um sechs Prozent auf 34,44 Euro. Ein LBBW-Analyst rechnet jedoch nicht damit, dass sich die Aktie langfristig nach oben bewegen wird, und begründet das damit, dass dem Unternehmen kein Geld zufließt. Warburg-Analyst Jonas Blum geht davon aus, dass Dommermuth mit der Ankündigung ein Zeichen setzen wolle, was seine Bindung an das Unternehmen und dessen Werthaltigkeit angeht. Mit 51 Prozent hätte er zumindest eine sichere Mehrheit auf der Hauptversammlung.

Dommermuth knüpft seine Offerte, die er für Dezember in Aussicht stellt, daran, dass sich die Kapitalmarktbedingungen nicht wesentlich verändern und die Finanzierung gesichert ist. Ein erstes Angebot einer internationalen Großbank habe er bereits bekommen.

Unklar ist, ob Dommermuth dem Beispiel von Xavier Niel in Frankreich folgen will, der den von ihm gegründeten Mobilfunker Iliad komplett gekauft und von der Börse genommen hat. Er hatte den Schritt damit begründet, die nötigen Veränderungen dadurch leichter bewältigen zu können.

United Internet steht mit seiner Tochter, dem Mobilfunker 1&1, vor der Herausforderung, in Deutschland das vierte Mobilfunknetz neben Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland hochzuziehen. 1&1 betreibt bisher kein eigenes Netz, sondern mietet Leistungen bei Telefonica Deutschland und Vodafone. Bei der 5G-Auktion 2019 erwarb das Unternehmen aus Maintal allerdings Frequenzen und muss nun bis Ende 2022 rund 1000 Basisstationen errichten. Bis Ende 2025 muss dann mindestens ein Viertel aller Haushalte mit Mobilfunk versorgt sein. Im Gespräch mit Reuters gab Dommermuth im August zu: "Wir sind spät dran und haben viel Zeit verloren, aber das können wir aufholen."

Vodafone Group PLC (ADRs) Chart
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