Reuters

Energiewirtschaft - Ampel muss rasch Weg für Investitionen ebnen

25.11.2021 um 12:12 Uhr

Düsseldorf/Frankfurt (Reuters) - Die Energiewirtschaft hat den Koalitionsvertrag der Ampelparteien SPD, Grüne und FDP überwiegend positiv bewertet, zugleich aber eine schnelle Umsetzung angemahnt.

"Dass wir noch vor Weihnachten eine neue, handlungsfähige Regierung bekommen, ist gut, wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte der Chef des Elektro- und Energietechnikkonzerns Siemens Energy, Christian Bruch am Donnerstag. Er begrüßte die Pläne, wonach die Genehmigungsverfahren verkürzt und die Erneuerbaren Energien stärker ausgebaut werden sollen. Gleiches gelte für die Rolle von Erdgas als Brückentechnologie und den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. "Nun kommt es darauf an, die Pläne zügig umzusetzen und die Voraussetzungen für private Investitionen in den Umbau zu schaffen."

Der Chef des Energiekonzerns Uniper, Klaus-Dieter Maubach, stieß in das selbe Horn. "Insbesondere der Ansatz, möglichst einfach, unbürokratisch und effizient vorzugehen, gefällt mir sehr." Er hoffe, dass es einen echten Ruck bei der Beschleunigung von Planungsverfahren gebe, denn diese seien ein Mühlstein um den Hals jedes großen Projekts.

Deutschlands größter Stromerzeuger und Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken RWE zeigte sich offen für Gespräche über ein Vorziehen des Kohleausstiegs von 2038 auf 2030. RWE habe betont, dass ein schnellerer Kohleausstieg möglich sei, wenn es einen massiven und beschleunigten Ausbau von Erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern gebe sowie einen Zubau von Gaskraftwerken. Moderne Gaskraftwerke könnten auf Standorten von RWE-Kohlekraftwerken errichtet werden. Der Konzern ließ auch Kritik anklingen. "Dass die Koalition die Absicht hat, keine zusätzliche Entschädigung zu gewähren, nimmt das Unternehmen zunächst zur Kenntnis." Verträge müssten eingehalten werden. RWE vertraue aber auch hier auf konstruktive Gespräche.

Als sehr ambitioniert bezeichnete der Stromlobby-Verband BDEW das Ziel, wonach der Ökostromanteil bis 2030 auf 80 Prozent angehoben werden soll. Die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, machte hierzu eine Rechnung auf: "Aus dem Koalitionsvertrag ergibt sich ein Bedarf von 100 bis 130 Gigawatt Windenergie an Land bis 2030." Das entspreche etwa einem Zubau von 25 bis 38 Windrädern pro Woche. Im Jahr 2020 habe es gerade mal einen Zubau von acht Windrädern pro Woche gegeben. Extrem ambitioniert erscheine auch das Offshore-Ausbauziel von 30 Gigawatt. Die Genehmigungsprozesse und die Bereitstellung von Flächen müssten dringend beschleunigt werden.

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