Reuters

Investoren starten zweiten Anlauf zu Aareal-Übernahme

08.04.2022 um 08:42 Uhr

München (Reuters) - Den milliardenschweren Übernahmeplänen der Finanzinvestoren Advent und Centerbridge für den Immobilienfinanzierer Aareal Bank steht nichts mehr im Wege.

Nach dem Vorstand und dem Aufsichtsrat des Wiesbadener Instituts gab am Donnerstag auch die Finanzaufsicht BaFin grünes Licht für das offizielle Übernahmeangebot, das die Aareal-Aktionäre von Ende April an annehmen können. Die Zustimmung war notwendig, weil die Bieter nach dem Scheitern der ersten Offerte vor zwei Monaten sonst ein Jahr lang keinen neuen Anlauf hätten nehmen dürfen. In einer neu geschlossenen, zum ersten Versuch unveränderten Investorenvereinbarung verpflichten sie sich, den Wachstumskurs der Bank zu unterstützen und die lukrative IT-Tochter Aareon für zumindest drei Jahre nicht zu verkaufen. Advent ist schon mit 30 Prozent an Aareon beteiligt.

Mit einer Erhöhung des Übernahmeangebots auf zwei Milliarden Euro brachten Advent und Centerbridge auch die widerspenstigen Hedgefonds Petrus und Teleios auf ihre Seite. "Die Investoren stehen voll hinter unserer Strategie und sehen, wie wir selbst, erhebliches Potenzial, das Wachstum in allen Teilen der Aareal Bank Gruppe weiter zu forcieren", sagte Aareal-Vorstandschef Jochen Klösges. "Dabei wollen sie uns nach Kräften unterstützen - auch in dem derzeit sehr anspruchsvollen, von großer Unsicherheit geprägten Umfeld." Die Bank soll nach der Übernahme von der Börse genommen werden.

Advent und Centerbridge hatten am Dienstag überraschend einen neuen Anlauf in Aussicht gestellt, mit einer um zwei auf 33 Euro je Aktie aufgestockten Offerte. Damit gaben sich auch die Hedgefonds Petrus Advisers und Teleios zufrieden, die das erste Angebot zu Fall gebracht hatten. Sie, der Londoner Fonds Talomon und der tschechische Unternehmer Daniel Kretinsky haben sich verpflichtet, ihre Beteiligung von zusammen 37 Prozent an Advent und Centerbridge zu verkaufen. Damit ist das Ziel der Bieter, eine Annahmequote von 60 Prozent, greifbar nahe. Im ersten Anlauf waren sie mit knapp 43 Prozent deutlich daran gescheitert.

AAREAL BANK SOLL KRÄFTIG WACHSEN

Das für das Wachstum der Aareal Bank nötige Geld soll vor allem aus den erhofften Gewinnen kommen, die in den kommenden Jahren auf bis zu 350 Millionen Euro steigen und nach dem Willen der Investoren nicht ausgeschüttet werden sollen. Die für den 18. Mai geplante Hauptversammlung, die eigentlich eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie beschließen sollte, wird deshalb in den Sommer verschoben. Wenn die Investoren bis dahin am Ziel sind - was die Bank "mit einer überwiegenden Erfolgswahrscheinlichkeit" erwartet - wird die Ausschüttung für 2021 gestrichen.

Falls nötig, haben die neuen Eigentümer auch Kapitalspritzen zugesagt. Die Bank will das Kreditvolumen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung damit in den nächsten fünf Jahren um ein Drittel auf 40 Milliarden Euro ausbauen. Aus eigener Kraft hatte sich Klösges nur eine Steigerung um zehn Prozent auf 33 (2021: 30) Milliarden zugetraut.

Insgesamt wollen sich bis zu acht Investoren an der Aareal Bank beteiligen. Dem Konsortium aus Advent und Centerbridge haben sich - wie beim ersten Mal - der kanadische Pensionsfonds CPPIB und Goldman Sachs angeschlossen. Petrus, Teleios, Talomon und Kretinsky sollen mit rund 20 Prozent in das Bieter-Vehikel einsteigen. Die Hedgefonds verzichten damit auf ihre Forderung, Aareon abzuspalten. Einen späteren Verkauf der Tochter schließt aber inzwischen auch Klösges nicht mehr aus.

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