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Thyssengas-Chef plädiert für neue Russengas-Leitung

12.05.2015 um 05:27 Uhr

DORTMUND (dpa-AFX) - Der Chef des Gasnetzbetreibers Thyssengas, Axel Botzenhardt, plädiert für eine neue Gasleitung zum Transport von russischem Gas in den Westen. Diese werde nötig, wenn in den kommenden Jahren die eigene deutsche Erdgasförderung weiter zurückgehe und die Niederlande ab 2020 ihre Lieferungen nach Deutschland deutlich drosselten, sagte Botzenhardt der Deutschen Presse-Agentur. Ab 2030 müssten deshalb mehr als 30 Prozent des deutschen Bedarfes ersetzt werden.

Bei der Planung dieses Umbauprozesses sei die Politik "momentan in einem LNG-Hype", sagte Botzenhardt. Per Schiff herangeschafftes Flüssiggas (LNG) etwa vom Persischen Golf könne aber die nötigen Mengen nicht ersetzen. "Das funktioniert nicht ohne die Russen und die Norweger." Schon jetzt orientiere sich Russland stärker in Richtung Asien und weg von Europa, warnt Botzenhardt. Das sei nicht ungefährlich.

Die deutschen Gasimporte decken fast 90 Prozent des Bedarfes. Die wichtigsten Lieferländer waren 2013 Russland (37 Prozent des Erdgasaufkommens in Deutschland), die Niederlande (25 Prozent) und Norwegen (20 Prozent).

Konkret plant der Dortmunder Energiemanager den Bau einer rund 100 Kilometer langen Anbindungsgasleitung vom Gasspeicher Rheden in Niedersachsen, an dem der russische Staatskonzern Gazprom beteiligt ist, zum NRW-Speicher Epe im Münsterland. Dann könne russisches Gas aus der Ostseeleitung leichter nach Westdeutschland fließen. Dies sei bisher nur über große Umwege möglich und geschehe de facto so gut wie gar nicht, sagte Botzenhardt.

Für die Finanzierung der rund 150 bis 200 Millionen Euro teuren Leitung möchte der Manager mit Fernleitungsnetzbetreibern wie zum Beispiel der Gazprom- und BASF-Tochter Gascade zusammenarbeiten. Gespräche mit Gazprom gelten aber als politisch nicht unproblematisch. Erst vor kurzem hatte die EU-Kommission dem russischen Energieriesen ein Milliardenbußgeld angedroht, weil Gazprom nach Meinung der EU den fairen Wettbewerb in acht mittel- und osteuropäischen EU-Staaten behindert.

Beim bevorstehenden Umbau des deutschen Gasnetzes dürfe Russland als mit Abstand wichtigster deutscher Gaslieferant aber nicht ausgegrenzt werden, sagte Botzenhardt. Die heutige Thyssengas ist nach dem Verkauf des ehemaligen RWE-Transportgasnetzes an zwei Infrastrukturfonds entstanden. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dortmund betreibt rund 4200 Kilometer Gasleitungen./rs/DP/zb

RWE AG ST O.N. Chart
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