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AKTIE IM FOKUS: Kaufhof-Verkauf enttäuscht Metro-Aktionäre

15.06.2015 um 18:23 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der besiegelte Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof hat die Metro-Aktionäre am Montag ernüchtert. Zum Handelsschluss verlor die Aktie 4,66 Prozent auf 29,56 Euro. Damit kostete sie soviel wie zuletzt Ende Februar. Ausgehend von dem im April erreichten vorläufigen Jahreshoch bei 34,81 Euro hat das Metro-Papier inzwischen gut 15 Prozent eingebüßt. Im MDax , der sich am Montag bei einem Minus von fast 2 Prozent ebenfalls sehr schwach zeigte, waren Metro unter den größten Verlierern.

Einige Anleger hätten offenbar auf einen höheren Verkaufspreis gehofft, sagte ein Händler. Zudem habe ein Pressebericht die Hoffnungen auf eine Sonderausschüttung gedämpft. Metro-Finanzchef Mark Frese hatte der Börsen-Zeitung gesagt, dass der Milliardenerlös in den Schuldenabbau und in Investitionen gesteckt werde. Eine Sonderdividende ist somit wohl vom Tisch.

SIGNA GEHT LEER AUS

Der deutsche Handelsriese verkauft Kaufhof für rund 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay. Die Vereinbarung umfasst der Mitteilung zufolge das in Deutschland vornehmlich unter Galeria Kaufhof sowie in Belgien unter Galeria Inno operierende Warenhausgeschäft und die dazugehörenden Immobilien. Damit stechen die Nordamerikaner den Karstadt-Eigentümer Signa aus, der ebenfalls für Kaufhof geboten hatte. René Benko, der österreichische Vorstandschef von Signa, soll früheren Medienberichten zufolge ein Angebot in ähnlicher Höhe abgegeben haben.

Hudson's Bay, gegründet 1670, ist nach eigenen Angaben Nordamerikas ältestes Unternehmen. Der Konzern betreibt in den USA und in Kanada mehr als 300 Warenhäuser und Fachgeschäfte. Zum Firmenimperium gehört auch die bekannte US-Warenhauskette Saks Fifth Avenue. Die Übernahme von Kaufhof bedeutet einen ersten Schritt auf den europäischen Markt. Die in Toronto gelisteten Papiere von Hudson's Bay sprangen nach dem Zuschlag für Kaufhof im frühen kanadischen Handel um gut 9 Prozent nach oben.

ABBAU DER VERSCHULDUNG POSITIV

Analysten stellten weniger auf die verpasste Chance einer Sonderdividende ab, sondern vielmehr auf die durch den Verkauf sinkende Nettoverschuldung. Dies sei positiv für Metro, so der Tenor. Skeptische Stimmen gab es trotzdem. Arnaud Joly von der französischen Großbank Societe Generale (SocGen) glaubt zum Beispiel nicht daran, dass sich das Risikoprofil von Metro mittelfristig verbessern wird. Der Druck auf das Management mit Blick auf eine Kehrtwende bei den Großmärkten in Deutschland und die Profitabilität bei der Unterhaltungselektronik-Tochter Media Saturn werde nach dem Kaufhof-Verkauf wohl noch steigen.

Nach Ansicht Christian Schwenkenbechers, Analyst bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser, ist der Kaufhof-Verkauf kein Befreiungsschlag für Metro. Denn die strukturellen Probleme blieben dem Düsseldorfer Einzelhandelskonzern erhalten. Der anhaltende Umbau und steigende Investitionen dürften auf der Profitabilität lasten./ajx/fbr/ajx/men

CECONOMY AG ST O.N. Chart
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