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ROUNDUP: Küchenbauer Alno laut Gutachten schon 2013 zahlungsunfähig

24.04.2018 um 14:48 Uhr

PFULLENDORF (dpa-AFX) - Der Küchenbauer Alno ist einem Wirtschaftsprüfer-Gutachten zufolge schon 2013 zahlungsunfähig gewesen - und nicht erst vergangenen Sommer. Nach fast zehnmonatiger Untersuchung liege nun die in seinem Auftrag entstandene Analyse der Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersch vor, teilte Insolvenzverwalter Martin Hörmann am Dienstag mit. Auf dieser Grundlage werde er nun Schadenersatzansprüche gegen ehemalige Vorstände und Geschäftsführer sowie Ansprüche auf Rückzahlungen gegenüber Kunden und Lieferanten geltend machen.

Den Verdacht, dass der Küchenbauer nicht erst im vergangenen Juli zahlungsunfähig war, als die Insolvenz auch offiziell angemeldet wurde, hatte Hörmann auf Basis erster Begutachtungen bereits Anfang Januar geäußert. Unklar war damals aber noch, ob die Insolvenzreife tatsächlich schon 2013 oder doch zumindest Ende 2016 vorlag. Die Frage des Zeitpunkts hängt früheren Angaben zufolge davon ab, wie bestimmte Vorgaben in der Insolvenzordnung interpretiert werden. Die Wirtschaftsprüfer haben sich nun aber auf 2013 festgelegt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des Betruges. Die Ermittler haben zwölf Beschuldigte im Visier: ehemalige Alno-Vorstände sowie frühere und aktive Geschäftsführer von Tochterunternehmen. Im März hatten gut 100 Ermittler zeitgleich in sechs Bundesländern Geschäftsräume der Alno AG und mehrerer Tochterunternehmen sowie Wohnungen durchsucht.

"Die Höhe der Haftungsansprüche gegenüber den ehemaligen Vorständen und den Geschäftsführern der Alno-Tochtergesellschaften sind dem Insolvenzverwalter noch nicht bekannt", hieß es in der Mitteilung. Aus einer Pflichtmitteilung an die Börse geht zudem hervor, dass der Verwalter trotz der Ansprüche weiter davon ausgeht, dass es mangels Verwertungsüberschuss "in keinem derzeit denkbaren Szenario" zu einer Ausschüttung an die Aktionäre kommen wird.

Die Insolvenz der Alno AG läuft getrennt von der inzwischen wieder angefahrenen Küchenproduktion unter neuem Investor und dem Namen Neue Alno GmbH. Die Suche nach einem Geldgeber war lange Zeit von einem Streit des letzten, 2016 eingestiegenen Alno-Großaktionärs Tahoe und dem früheren Management um den langjährigen Vorstandschef Max Müller und Finanzchefin Ipek Demirtas überschattet worden. Tahoe gehört zur Prevent-Gruppe der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor. Nach der Insolvenz erhob der Investor den Vorwurf, Müller und seine Leute hätten die wahre finanzielle Lage von Alno verschleiert. Müller hat das stets zurückgewiesen und seinerseits den Tahoe-Leuten Fehler vorgeworfen./eni/DP/stw

ALNO AG Chart
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