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Kokabauern von Morales drohen mit Blockaden von Städten in Bolivien

17.11.2019 um 19:36 Uhr

LA PAZ (dpa-AFX) - Im Machtkampf in Bolivien haben Anhänger des zurückgetretenen linksgerichteten Präsidenten Evo Morales die konservative Interimspräsidentin Jeanine Áñez ultimativ zum Rücktritt binnen 48 Stunden aufgefordert. Anderenfalls würden sie weitere Straßensperren errichten und wichtige Städte des Andenlandes auf dem Landweg unerreichbar machen, wie die Zeitung "El Deber" am Sonntag berichtete.

Bereits seit dem Wochenende mussten wichtige Städte wie La Paz, Sucre und Cochabamba auf dem Luftweg mit Lebensmitteln versorgt werden, weil Kokabauern Fernstraßen blockierten, berichtete Radio Erbol. Sucre ist die Hauptstadt des südamerikanischen Landes, die Regierung sitzt aber in der wesentlich größeren Stadt La Paz im Hochland Boliviens.

Morales war vor einer Woche unter dem Druck von Militär und Polizei zurückgetreten, nachdem internationale Beobachter ihm Wahlbetrug bei der Abstimmung vom 20. Oktober vorgeworfen hatten. Am Dienstag setzte er sich nach Mexiko ab. Der erste indigene Präsident des Andenlandes hatte für eine vierte Amtszeit kandidiert.

Die Kokabauern aus dem Osten des Landes stellten Áñez das Rücktrittsultimatum, nachdem Sicherheitskräfte ihnen am Freitag gewaltsam den Weg nach La Paz versperrt hatten. Dabei waren neun Demonstranten getötet und Dutzende verletzt worden. Nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IAHCR) starben seit Beginn der Unruhen landesweit 23 Menschen, 715 wurden verletzt.

Parlamentarier der "Bewegung zum Sozialismus" (MAS) von Morales riefen für Dienstag zu einer gemeinsamen Sitzung beider Kammern des Parlaments auf. Dabei sollten Abgeordnetenkammer und Senat über den Weg zu Neuwahlen debattieren. "Wir können uns zusammensetzen und einen Dialog führen", sagte die Senatorin Eva Copa (MAS), die am Donnerstag zur neuen Vorsitzenden der zweiten Parlamentskammer gewählt worden war. MAS verfügt über eine breite Mehrheit im Parlament.

Abgeordnete der konservativen Partei Unión Democrática (UD), der auch die Übergangspräsidentin angehört, lehnten die Einberufung zu einer gemeinsamen Parlamentssitzung jedoch als unrechtmäßig ab./jg/DP/mis

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