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WDH/Aktien Frankfurt: Dax leicht erholt - Apple hilft, Virus bleibt Thema

29.01.2020 um 12:19 Uhr

(Ergänzt wurde die Kursentwicklung bei der Software AG im 5. Absatz.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt gehen am Mittwoch recht gelassen mit den Risiken des sich weiter verbreitenden Coronavirus um. Der Dax stand gegen Mittag mit 0,06 Prozent im Plus bei 13 331,04 Punkten, während es in der zweiten Börsenreihe für den MDax um 0,52 Prozent nach oben ging auf 28 501,53 Zähler. Der Eurozonen-Index EuroStoxx legte um 0,25 Prozent zu.

Mit der soliden Entwicklung behaupten sich europäische Aktien allgemein auf ihrem erholten Niveau vom Vortag, nachdem der Dax zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit gut drei Wochen abgerutscht war. Keine Entwarnung gibt es aber mit Blick auf das Coronavirus. Der Ausbruch in China wird nach Einschätzung eines führenden chinesischen Lungenexperten erst in sieben bis zehn Tagen seinen Höhepunkt erreichen. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile vier Patienten.

"Die Märkte beruhigen sich wieder", kommentierte am Morgen Investmentanalyst Matthias Schell von der LBBW. Seine Kollegen von der Commerzbank sprachen von einem Verlaufsmuster, bei dem auf große Sorgen mit deutlichen Kursrückgängen Erholung und Gelassenheit folge. "Dabei ist es bezeichnend, dass die Positivimpulse vor allem vom US-Aktienmarkt ausgehen", hieß es in ihrem Kommentar.

In den USA setzt Apple in der anlaufenden Berichtssaison den nächsten positiven Impuls. Der iPhone-Hersteller hat mit starken Quartalszahlen und der Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf die Erwartungen übertroffen. Am Mittwoch sorgte dies für steigende Kurse bei Technologiewerten, darunter jene der Chipkonzerne Infineon und Dialog Semiconductor mit Anstiegen von 1,6 und 1,4 Prozent.

Die Berichtssaison nahm auch hierzulande ihren Lauf mit weiteren Quartalszahlen aus dem Softwaresektor. Wie schon SAP am Vortag enttäuschte auch die Software AG ihre Anleger mit einer laut Händlern "schockierenden" Entwicklung im Cloud-Bereich, der eigentlich als wichtigster Wachstumstreiber gilt. Kritische Stimmen gab es am Markt auch wegen schlechter Perspektiven für die Profitabilität. Die Aktie sackte am MDax-Ende um 10 Prozent ab.

Über steigende Kurse konnten sich dagegen die Aktionäre der Lufthansa und von RWE freuen. Die Papiere der Fluggesellschaft, die zuletzt stark unter den Sorgen um den Coronavirus gelitten hatten, rückten infolge einer Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg um 1,6 Prozent vor. Bei RWE ging der zuletzt gute Lauf wegen der Gewissheit im Kohleausstieg mit 1,3 Prozent Plus weiter. Sie erreichten ein neues Hoch seit September 2014.

Zahlen lieferte außerdem Siltronic . Nach einem Jahr leicht über den Erwartungen blickt der Waferhersteller zwar vorsichtig auf das laufende Jahr, der Markt hatte dies aber bereits auf dem Schirm. Laut UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies dürfte das gute vierte Quartal in den Vordergrund rücken. Die Aktien, die dem Chipsektor zugeordnet werden, sprangen auch dank der guten Apple-Stimmung um fast 7 Prozent hoch.

Unter den Kleinwerten im SDax setzten sich die Anteile des Stahlhändlers Klöckner & Co mit einem Satz nach oben um 7,5 Prozent in die Spitzengruppe. Zuletzt auf einem Tief seit Anfang Dezember angekommen, gab ein deutlich nach oben geschraubtes Kursziel frischen Rückenwind. Das Bankhaus Metzler sieht den fairen Wert nun bei 8,50 Euro, was einem Kurspotenzial von rund 40 Prozent entspricht.

Mehr Impulse für den Aktienmarkt könnte es am Abend geben, wenn die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung mitteilt. Es wird allerdings erwartet, dass sie ihre zuletzt abwartende Haltung bestätigt und den Leitzins nicht antastet. "Nur eine nicht zu erwartende Neueinschätzung der Konjunktur- und Inflationsrisiken durch die US-Währungshüter dürfte zu nachhaltigen Reaktionen führen", äußerten sich am Morgen die Experten der britischen Großbank HSBC./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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