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ROUNDUP 2: Jenoptik schlägt sich besser als erwartet - Aktie legt kräftig zu

12.02.2020 um 13:16 Uhr

(neu: Analystenstimme, Aktienkurs, Zukauf)

JENA (dpa-AFX) - Der Technologie- und Rüstungskonzern Jenoptik hat im abgelaufenen Jahr von seinen jüngsten Zukäufen und besser laufenden Geschäften mit der Halbleiterindustrie profitiert. Der Umsatz kletterte 2019 im Jahresvergleich nach ersten Berechnungen um 2,5 Prozent auf 855 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Jena mitteilte. Damit traf Jenoptik sein eigenes Ziel, übertraf aber leicht die Erwartungen der Analysten. Das operative Ergebnis (Ebitda) legte um mehr als 5 Prozent auf rund 134 Millionen Euro zu. Die Ebitda-Marge verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent.

Am Aktienmarkt kamen die vorläufigen Zahlen gut an. Die Jenoptik-Aktien legten zum Mittag um rund 3,8 Prozent zu. Das Unternehmen habe mit Blick auf die Unternehmensziele ein starkes Schlussquartal hinter sich und habe die Markterwartungen leicht übertroffen, schrieb Analyst Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe. Zudem rechne Jenoptik mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses. Laut einem Händler sei die Auftragsentwicklung aber ein Haar in der Suppe. Denn diese erscheine eher mau.

Beim Auftragseingang verzeichnete Jenoptik im Berichtszeitraum einen Rückgang von rund 7 Prozent auf etwa 813 Millionen Euro. Das Unternehmen begründete dies mit einem vorgezogenen Großauftrag im Halbleiterausrüstungsgeschäft Ende 2018 sowie mit der Abschwächung in der Automobilindustrie.

"Ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung hat sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr 2019 gegenüber den beiden vorangegangenen Quartalen in wichtigen Teilen unseres Geschäfts erwartungsgemäß verbessert", sagte Unternehmenschef Stefan Traeger. Die Ziele konnten laut Vorstand auch erreicht werden, weil im Oktober eine lange erwartete Exportgenehmigung für das Militärgeschäft in der Jenoptik-Sparte Vincorion erteilt worden sei.

Für 2020 sei der Konzern wegen der Auftragseingänge im vierten Quartal sowie des anhaltend guten Verlaufs im Halbleiterausrüstungsgeschäft positiv gestimmt. Traeger rechnet deshalb für das laufende Jahr mit weiterem Wachstum. Die vollständige Bilanz will Jenoptik am 25. März veröffentlichen.

Eigentlich wollte sich Jenoptik auf sein Kerngeschäft mit Lasern, Messtechnik und optischen Systemen konzentrieren. Die Sparte Vincorion, in der Jenoptik die Fertigung von Wehrtechnik - etwa Komponenten für Schützenpanzer und Kampfjets - sowie den Mechatronik-Bereich zusammengefasst hatte, sollte verkauft werden. Im Januar legte allerdings der Vorstand die Verkaufspläne auf Eis. Die Angebote seien zu niedrig, hieß es damals zur Begründung.

Die Sparte soll als eigenständige Beteiligung weitergeführt werden. Von den rund 4100 Jenoptik-Beschäftigten arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 800 Mitarbeiter in der Militärtechnik-Sparte.

Zu Jahresbeginn hat Jenoptik weiter zugekauft. Übernommen wurde die spanische Firma Interob, die auf Automatisierungslösungen spezialisiert ist. Interob agiere vor allem für Kunden in der europäischen Autoindustrie - neben Spanien vor allem in Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Sitz sei im spanischen Valladolid, beschäftigt würden 54 Arbeitnehmer./mne/ro/eas/fba

JENOPTIK AG NA O.N. Chart
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