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ANALYSE: Warburg Research sieht für Compugroup hohes Wachstumspotenzial

18.02.2020 um 15:02 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Der kürzlich kommunizierte Wechsel an der Konzernspitze von Compugroup stimmt das Analysehaus Warburg Research optimistisch für das weitere Wachstum des Software-Unternehmens. Der auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierte Softwareanbieter bereite sich auf die nächste Wachstumsphase vor, titelte Analyst Andreas Wolf in seiner am Dienstag vorliegenden Studie. Er hob sein Anlageurteil von "Hold" auf "Buy" und das Kursziel von 70 auf 75 Euro an. Damit sieht Wolf aktuell noch ein Kurspotenzial von knapp 13 Prozent.

Die in der vergangenen Woche bekannt gegebenen Änderungen an der Unternehmensspitze, die spätestens bis Januar 2021 vollzogen sein sollen, dürften den Generationswechsel komplettieren, schrieb der Warburg-Analyst. Dann nämlich soll Dirk Wössner, der aktuelle Deutschland-Chef der Deutschen Telekom Vorstandschef der Compugroup werden. Zugleich wechsele der derzeitige Vorstandschef, Unternehmensgründer und Hauptaktionär Frank Gotthardt an die Spitze des Aufsichtsrats. Wolf sieht darin "gute Nachrichten", da das Unternehmen so weite von der "visionären Führerschaft und den Marktkenntnissen" Gotthardts profitieren könne. Zudem signalisiere die Entscheidung für Wössner die Richtung der Wachstumsambitionen des Hauptaktionärs.

Wolf erinnerte zudem daran, dass Compugroup dabei sei, sich von einer Europa-AG in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KgaA) zu wandeln. Dies solle den nötigen Spielraum eröffnen, um den hohen Grad an Zukäufen in einem sich konsolidierenden Markt beizubehalten. "Die KgaA-Struktur wird den Einfluss der Gründerfamilie auch in Zukunft absichern", und damit den bewährten Weg fortsetzen, schrieb der Analyst.

Da die Compugroup in ihrem Markt bereits der zentrale Akteur sei, könnte das Unternehmen über Zukäufe diesen Markt weiter konsolidieren und dank Synergien Wert schaffen. Und "während die jüngste Übernahme von Teilen der Cerner Germany (einem Anbieter von IT-Lösungen in der Gesundheitsversorgung) schuldenfinanziert sei, würde eine stärkere Eigenkapitalbasis Raum für weitere Akquisitionen schaffen. Zugleich signalisiere der jüngste Zukauf des auf Physiotherapeuten und die ambulante Pflege ausgerichteten IT-Unternehmens Epsilog, dass Compugroup auch in diesen Bereich expandieren will.

Potenzial für positive Überraschungen sieht Wolf außerdem nach diversen Investorentreffen in der vergangenen Woche, denn seines Erachtens werde das neue Management konservativ kommunizieren. In den kommenden Quartalen rechnet der Analyst allerdings zunächst mit steigenden Kosten, vor allem im Bereich Forschung & Entwicklung. Seine Wachstumserwartungen ab 2022 jedoch hob er trotz Risiken in der Umsetzung des eHealth-Gesetzes in Deutschland an.

Bei der Einstufung "Buy" rechnet Warburg Research auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Kursanstieg./ck/ajx/jha/

Analysierendes Institut Warburg Research.

Veröffentlichung der Original-Studie: 18.02.2020 / 08:15 / MEZ
Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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