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AKTIE IM FOKUS 3: Apple belastet von Umsatzwarnung - Sorgen um Coronavirus

18.02.2020 um 19:39 Uhr

(durchgehend aktualisiert)

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Nach einer Umsatzwarnung infolge der Coronavirus-Epidemie haben die Aktien von Apple am Dienstag an den US-Börsen die negative Richtung vorgegeben. Für die Papiere ging es im Dow Jones Industrial , der um 0,7 Prozent fiel, zuletzt als Schlusslicht um 2,2 Prozent bergab auf 317,80 US-Dollar. Zuletzt hatten sie sich über der Marke von 320 Dollar auf einem Rekordniveau bewegt.

Apple hatte am Vorabend gewarnt, wegen des Coronavirus in China seine erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal zu verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant. Zudem war der Absatz von Apple-Geräten in dem Land zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht waren.

Davon in Mitleidenschaft gezogen wurde die ganze Chipbranche, für die Apple nicht nur als wichtiger Kunde, sondern auch als Stimmungsbarometer gilt. Aktien von Broadcom , Qualcomm oder Intel zum Beispiel fielen um 1,5 bis 2,1 Prozent. Unter den Branchenausrüstern sackten Applied Materials oder Lam Research sogar um bis zu 3,8 Prozent ab.

Der Ausblick des iPhone-Herstellers sei ein Weckruf für scheinbar unbekümmerte Anleger und eine Mahnung, die Konsequenzen der Epidemie für die Wirtschaft nicht zu unterschätzen, kommentierte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader die von Apple ausgelöste Schwäche an den Weltbörsen.

Allerdings entwickelte sich der technologielastige Index Nasdaq 100 , der üblicherweise von Apple stark beeinflusst wird, besser als die Standardwerte an der Wall Street. Mit Kursgewinnen zum Beispiel bei Tesla als Gegengewicht gab der Auswahlindex der Nasdaq-Börse nur leicht um 0,05 Prozent nach.

Laut Toni Sacconaghi von Bernstein Research kann die Frage, ob die Indizien auch für schwache Folgequartale sprechen, derzeit kaum beantwortet werden. Die Aussagen von Apple unterstrichen aber das Geschäftsmodell mit einer starken Abhängigkeit von China. Er hielt es in einem ersten Kommentar für möglich, dass die Aktie wegen der Nachrichten zunächst ihrer zuletzt gestiegenen Bewertung Tribut zollen muss.

Für Neil Wilson von Markets.com ist es völlig unverständlich, wie überhaupt jemand von dieser Entwicklung überrascht sein könne. Es sei klar gewesen, dass es infolge des Coronavirus Einschnitte bei Produktion und Konsum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geben werde. Apple sei hier der Indikator für die zukünftige Entwicklung der Gewinne der davon betroffenen Firmen.

Unter Analysten sieht man die Nachrichten sonst aber meist recht entspannt. Diese seien "nicht schön, aber kein Beinbruch und angesichts menschenleerer Straßen in China auch keine große Überraschung", erklärte Experte Ingo Wermann von der DZ Bank. Für Samik Chatterjee von der US-Bank JPMorgan ändert sich nichts am langfristigen Szenario. So dürfte es für 5G-fähige iPhones eine große Nachfrage geben./ssc/bek/jha/tih/fba

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Intel Corp. Chart
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