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Aktien Frankfurt: Virusdruck auf die Kurse nimmt immer mehr zu

27.02.2020 um 14:45 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Furcht vor den Folgen des Coronavirus hat die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag immer weiter nach unten gedrĂŒckt. Der Dax bĂŒĂŸte am Nachmittag 2,7 Prozent auf 12 420,04 Punkte ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober. US-PrĂ€sident Donald Trump gelang es in der Nacht zum Donnerstag in einer Rede nach EinschĂ€tzung von HĂ€ndlern nicht, die MĂ€rkte zu beruhigen. Die Verluste des Dax seit Donnerstag vergangener Woche summieren sich mittlerweile auf mehr als zehn Prozent.

Trump hatte nach Warnungen der US-Gesundheitsbehörde CDC vor einer Ausbreitung des Virus auch in den USA vor einer Panik gewarnt. Er denke nicht, dass eine Ausbreitung in den USA unvermeidlich sei. Der PrÀsident betonte zugleich: "Was immer auch passiert, wir sind vollstÀndig vorbereitet." Er schloss weitere ReiseeinschrÀnkungen wegen des Virus nicht aus.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte fiel um 2,6 Prozent auf 26 360,56 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone rutschte ebenfalls um fast drei Prozent ab.

Die GemĂŒtslage an den AktienmĂ€rkten beschrieb Dhaval Joshi von BCA Research so, dass Anleger die Folgen des Coronavirus nach wie vor nicht ausreichend wĂŒrdigten. "Und dass es nach unten noch ein weiter Weg ist", wie der Stratege sagte. Gleichzeitig seien jedoch die Renditen an den AnleihemĂ€rkten teils auf neue Rekordtiefs gefallen. FĂŒr langfristig orientierte Investoren könnten daher Aktien auf weit niedrigerem Niveau wieder attraktiv werden.

Weiterhin im freien Fall befinden sich sie Aktien der Lufthansa . Sie sackten um mehr als sieben Prozent ab auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Der Virusausbruch macht der Reisebranche zu schaffen.

Aktien von Bayer verloren 3,7 Prozent ab. Analysten bemĂ€ngelten einen schwachen Ausblick des Pharma- und Agrarchemiekonzerns. Die Gewinnprognose fĂŒr 2020 liegt etwas unter dem Analystenkonsens und berĂŒcksichtigt noch keine Folgen der Virusepidemie.

Der Online-ModehĂ€ndler Zalando stellte die Ziele fĂŒr 2020 unter den Vorbehalt des Coronavirus. Der Aktienkurs sackte daraufhin um 6,3 Prozent ab. Auch der LED-Spezialist Aixtron wies mit Blick auf die kĂŒnftigen GeschĂ€fte auf das Virus hin. Der Kurs fiel um 3,3 Prozent. Aktien des Herstellers von Minibatterien Varta brach um zwölf Prozent ein.

Doch es gab auch Kurse, die von der Nachrichtentenlage um das Virus profitierten. So gewannen Qiagen zwei Prozent. Der Diagnostikspezialist beginnt mit der Auslieferung von Testkits fĂŒr das Covid-19-Virus. Papiere von Teamviewer stiegen um zwei Prozent. Das Unternehmen entwickelt Software fĂŒr Computer-Fernwartung und Videokonferenzen. Dies nutzten immer mehr Unternehmen, in dem sie ihre Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten ließen, um so eine Virus-Ansteckung zu vermeiden, sagten HĂ€ndler.

Beim Anlagenhersteller DĂŒrr lobte Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank eine ĂŒberraschend hohe ProfitabilitĂ€t 2019. DĂŒrr-Aktien gewannen zwei Prozent. Die Aktien der Immobiliengesellschaften TAG und Alstria Office verloren nach GeschĂ€ftszahlen 0,8 beziehungsweise 3,2 Prozent.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 145,49 Punkte. Der Bund-Future rĂŒckte um 0,36 Prozent auf 176,45 Punkte vor auf den höchsten Stand seit Anfang Oktober.

Der Euro wertete am Donnerstag deutlich auf und notierte zuletzt bei 1,0963 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0875 Dollar festgesetzt./bek/mis

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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