BAUER AG
[WKN: 516810 | ISIN: DE0005168108] Aktienkurse
12,780€ 4,07%
Echtzeit-Aktienkurs BAUER AG
Bid: 12,580€ Ask: 12,980€

DGAP-News: BAUER Aktiengesellschaft: BAUER AG schließt das Geschäftsjahr 2019 mit Verlust ab (deutsch)

09.04.2020 um 07:00 Uhr

BAUER Aktiengesellschaft: BAUER AG schließt das Geschäftsjahr 2019 mit Verlust ab

^
DGAP-News: BAUER Aktiengesellschaft / Schlagwort(e): Jahresergebnis/Prognose
BAUER Aktiengesellschaft: BAUER AG schließt das Geschäftsjahr 2019 mit
Verlust ab

09.04.2020 / 07:00
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

---------------------------------------------------------------------------

- Gesamtkonzernleistung mit 1.594,7 Mio. EUR um 5,4 % unter dem Vorjahr von
1.686,1 Mio. EUR
- EBIT von 22,5 Mio. EUR (Vorjahr: 100,1 Mio. EUR) durch eine negative
Wertberichtigung von etwa 40 Mio. EUR aufgrund eines Urteils aus einem
Berufungsverfahren belastet. Das Ergebnis nach Steuern lag damit bei -36,6
Mio. EUR (Vorjahr: 24,1 Mio. EUR).
- Auftragsbestand mit 1.027,6 Mio. EUR um 1,4 % über dem Vorjahreswert von
1.013,6 Mio. EUR.
- Prognose für 2020: Leichte Steigerung der Gesamtkonzernleistung und
deutliche Steigerung des EBIT sowie eine deutliche Steigerung beim Ergebnis
nach Steuern in den positiven Bereich

Schrobenhausen - Trotz eines guten Starts in das Jahr 2019 konnte die BAUER
Gruppe ihre gesetzten Ziele nicht erreichen. Grund für diese Entwicklung
waren einige Projektverschiebungen, vor allem im Fernen Osten, die das
Baugeschäft sehr deutlich beeinflusst hatten. Dazu kam, dass der Konzern am
18. März 2020 überraschend ein negatives Urteil aus einem Berufungsverfahren
gegen ein Schiedsgerichtsurteil aus dem Jahr 2018 erhielt, was dem
Kapitalmarkt per Ad-hoc Meldung mitgeteilt wurde. Dabei ging es um ein
Bauprojekt, das 2011 und 2012 in Hongkong ausgeführt wurde und bei dem ein
erheblicher Mehraufwand geleistet werden musste. Aufgrund dieses Urteils
musste eine erhebliche negative Wertberichtigung in Höhe von etwa 40 Mio.
EUR in der Bilanz vorgenommen werden, was die Ergebniskennzahlen
entsprechend deutlich beeinflusst hat.

"Im Jahr 2019 hatten wir einige deutlich negative Einflussfaktoren zu
verkraften. Trotz überwiegend guter Nachfrage haben Projektverzögerungen zu
Unterauslastungen geführt. Darüber hinaus hat ein für uns völlig
überraschendes Urteil im März dieses Jahres unsere Kennzahlen noch kurz vor
Fertigstellung des Jahresabschlusses deutlich belastet", so Michael
Stomberg, Vorstandsvorsitzender der BAUER AG.

Die BAUER Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2019 eine Gesamtkonzernleistung
von 1.594,7 Mio. EUR, die um 5,4 % unter dem Vorjahreswert von 1.686,1 Mio.
EUR lag. Das EBIT ging von 100,1 Mio. EUR auf 22,5 Mio. EUR deutlich zurück.
Das Ergebnis nach Steuern lag mit -36,6 Mio. EUR erheblich im negativen
Bereich (Vorjahr: 24,1 Mio. EUR).

Der Auftragsbestand des Konzerns lag zum Jahresende 2019 mit 1.027,6 Mio.
EUR unverändert auf einem sehr erfreulichen Niveau und mit 1,4 % leicht über
dem bereits hohen Vorjahreswert von 1.013,6 Mio. EUR. Obwohl sich die Märkte
sehr volatil und deutlich schwieriger zeigten als 2018, ist es im Segment
Bau gelungen, einige sehr große Aufträge zu gewinnen und den Auftragsbestand
deutlich zu steigern. Im Maschinenbau lag der Auftragsbestand merklich unter
dem Vorjahr. Im Segment Resources ging er gegenüber dem Vorjahr ebenfalls
zurück. Der Auftragseingang lag mit 1.608,7 Mio. EUR um 6,6 % unter dem
Vorjahreswert von 1.721,9 Mio. EUR.

Aufgrund des deutlich negativen Nachsteuerergebnisses hat sich das
Eigenkapital der BAUER Gruppe zum Jahresende 2019 spürbar reduziert. Für den
Konzern ist es daher wichtig, die Eigenkapitalquote wieder nachhaltig zu
verbessern. Daher wird der Vorstand dem Aufsichtsrat empfehlen, der
Hauptversammlung vorzuschlagen, keine Dividende an die Aktionäre
auszuschütten.

Geschäftssegmente
Der Konzern ist mit seinen drei Segmenten Bau, Maschinen und Resources, mit
mehr als 100 Tochterunternehmen und einem breit diversifizierten
Geschäftsmodell in rund 70 Ländern der Welt tätig.

Das Segment Bau erzielte im Geschäftsjahr 2019 eine Gesamtkonzernleistung
von 668,8 Mio. EUR, die mit 12,9 % deutlich unter dem Vorjahr von 767,6 Mio.
EUR lag. Das EBIT war mit -19,9 Mio. EUR erheblich negativ (Vorjahr: 39,1
Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern lag bei -52,7 Mio. EUR - im Vorjahr
stand ein positives Ergebnis von 9,6 Mio. EUR zu Buche.

In Deutschland und Europa bestand in Summe ein Wachstum mit jedoch sehr
unterschiedlich verlaufenden Einzelmärkten. Schwierig war das Jahr 2019
besonders im Fernen Osten und Australien, die von fehlenden Aufträgen und
besonders von Projektverschiebungen betroffen waren. Des Weiteren
verursachte das bereits erwähnte Urteil aus einem Berufungsverfahren gegen
ein Schiedsgerichtsurteil aus dem Jahr 2018 kurz vor Fertigstellung des
Jahresabschlusses noch eine erhebliche Wertberichtigung in Höhe von etwa 40
Mio. EUR in der Bilanz. Dies wirkte sich deutlich negativ auf die
Ergebniskennzahlen des Segments Bau aus.

Der Auftragsbestand lag mit 638,6 Mio. EUR um 16,7 % deutlich über dem
Vorjahr von 547,3 Mio. EUR und befand sich damit auf Rekordniveau. Der
Auftragseingang war mit 760,1 Mio. EUR um 7,6 % gegenüber dem Vorjahr mit
822,2 Mio. EUR zurückgegangen.

Im Segment Maschinen lag die Gesamtkonzernleistung im vergangenen
Geschäftsjahr mit 713,6 Mio. EUR um 1,3 % leicht unterhalb des Vorjahres von
723,1 Mio. EUR. Ebenso gingen die Umsatzerlöse um 4,7 % von 640,1 Mio. EUR
auf 610,2 Mio. EUR zurück. Entsprechend reduzierte sich das EBIT von 74,9
Mio. EUR auf 61,2 Mio. EUR. Das Ergebnis nach Steuern legte von 34,0 Mio.
EUR auf 39,5 Mio. EUR vor allem aufgrund eines im Vergleich zum Vorjahr
niedrigeren Steueraufwands zu.

Das Segment verzeichnete trotz allgemein sinkender Wachstumsraten erneut ein
sehr gutes Geschäftsjahr, wobei hier vor allem die Märkte in Europa und
China die Treiber waren.

Der Auftragseingang entwickelte sich im zweiten Halbjahr des abgelaufenen
Geschäftsjahres schwächer als im Vorjahr, wobei 2018 auf einem hohen Niveau
lag. In Summe ging er von 723,7 Mio. EUR im Vorjahr um 7,1 % auf 672,1 Mio.
EUR zurück. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende 2019 mit 108,3 Mio. EUR
deutlich unter dem Vorjahr von 150,0 Mio. EUR. Bei der Auftragssituation
galt auch 2019 unverändert, dass bei den Maschinen für den Spezialtiefbau
die Kunden weiterhin relativ kurzfristig bestellen.

Die Gesamtkonzernleistung im Segment Resources lag mit 274,9 Mio. EUR um 5,1
% über dem Vorjahreswert von 261,5 Mio. EUR. Das EBIT verringerte sich von
-11,0 Mio. EUR auf -16,2 Mio. EUR und das Ergebnis nach Steuern lag nach
-16,0 Mio. EUR im Vorjahr vor allem wegen eines besseren at-Equity
Ergebnisses bei -13,7 Mio. EUR.

Das Segment blieb damit auch 2019 insgesamt hinter den Erwartungen zurück.
Während sich die Ergebnisentwicklung aus dem operativen Geschäft deutlich
verbesserte, belasteten vor allem die Unterauslastung in Jordanien, eine
schwache Auftragslage im Geschäft mit Brauerei- und Getränketechnologie,
weitere Restrukturierungsaufwendungen sowie Berichtigungen auf Forderungen
aus Altprojekten.

Der Auftragsbestand war zum Jahresende mit 280,7 Mio. EUR um 11,3 % geringer
als im Vorjahr mit 316,5 Mio. EUR. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den
Projektfortschritt beim Großprojekt Kesslergrube zurückzuführen. Der
Auftragseingang lag mit 239,1 Mio. EUR um 1,3 % leicht unter dem
Vorjahreswert von 242,2 Mio. EUR.

Finanzierung
Die Nettoverschuldung ist im Berichtsjahr mit 563,7 Mio. EUR in etwa auf
Höhe des Vorjahres von 561,9 Mio. EUR geblieben. Dies war jedoch im
Wesentlichen auf den neuen Standard IFRS 16 sowie die Marktbewertung von
Derivaten zurückzuführen. Die reinen Bankschulden haben sich weiter
verringert, was zeigt, dass entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung
vorangekommen sind.

Aufgrund des bereits beschriebenen Urteils aus einem Berufungsverfahren und
der dadurch notwendigen Wertberichtigung in Höhe von etwa 40 Mio. EUR
konnten die mit Banken vereinbarten Covenants zum Jahresende 2019 nicht
eingehalten werden. Der Konzern geht jedoch davon aus, dass gemeinsam mit
den Finanzpartnern eine gute Lösung gefunden wird.

Auswirkungen der Corona-Pandemie
Aufgrund der Auswirkungen infolge der Verschlechterung der wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, die aus der sich weltweit ausbreitenden Corona-Pandemie
resultiert, hat die BAUER Gruppe für einige ihrer Firmen in Deutschland zum
1. April 2020 Kurzarbeit beantragt. Dies betrifft vor allem den Standort
Schrobenhausen mit der Maschinenproduktion, aber auch in vielen Bereichen
den Baubetrieb und die Verwaltung. "Insgesamt sind die Auswirkungen des
Coronavirus und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich
und auch für uns nicht abschätzbar", so Michael Stomberg. "Wir müssen aber
reagieren, da der Baubetrieb in vielen Ländern gestört ist, was ja auch für
unsere Maschinenkunden gilt. Für uns hat die Beschäftigungssicherung
obersten Stellenwert."

Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr 2020 erwartet der Konzern eine leichte
Steigerung bei der Gesamtkonzernleistung, eine deutliche Steigerung des EBIT
sowie eine deutliche Steigerung beim Ergebnis nach Steuern in den positiven
Bereich. "Angesichts der guten Auftragslage sehen wir die Entwicklung zwar
grundsätzlich positiv, unsere Erwartungen sind jedoch aufgrund der
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen viel vorsichtiger geworden", so Michael
Stomberg.

Den vollständigen Geschäftsbericht mit einer ausführlichen Analyse der
einzelnen Segmente und Teilmärkte finden Sie im Internet unter
http://www.bauer.de.

Über Bauer

Die BAUER Gruppe ist führender Anbieter von Dienstleistungen, Maschinen und
Produkten für Boden und Grundwasser. Mit seinen über 110 Tochterfirmen
verfügt Bauer über ein weltweites Netzwerk auf allen Kontinenten.

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist in drei zukunftsorientierte Segmente
mit hohem Synergiepotential aufgeteilt: Bau, Maschinen und Resources. Das
Segment Bau bietet neben allen bekannten auch neue, innovative
Spezialtiefbauverfahren an und führt weltweit Gründungen, Baugruben,
Dichtwände und Baugrundverbesserungen aus. Im Segment Maschinen ist Bauer
als Weltmarktführer der Anbieter für die gesamte Palette an Geräten für den
Spezialtiefbau sowie für die Erkundung, Erschließung und Gewinnung
natürlicher Ressourcen. Im Segment Resources konzentriert sich Bauer auf
hochinnovative Produkte und Services für die Bereiche Wasser, Umwelt und
Bodenschätze.

Bauer profitiert in hohem Maße durch das Ineinandergreifen der drei
Geschäftsbereiche und positioniert sich als innovativer und hoch
spezialisierter Anbieter von Produkten und Serviceleistungen für
anspruchsvolle Spezialtiefbauarbeiten und angrenzende Märkte. Damit bietet
Bauer passende Lösungen für die großen Herausforderungen in der Welt, wie
die Urbanisierung, den wachsenden Infrastrukturbedarf, die Umwelt sowie für
Wasser, Öl und Gas.

Die BAUER Gruppe, gegründet 1790, mit Sitz im oberbayerischen Schrobenhausen
verzeichnete im Jahr 2019 mit etwa 12.000 Mitarbeitern in rund 70 Ländern
eine Gesamtkonzernleistung von 1,6 Milliarden Euro. Die BAUER
Aktiengesellschaft ist im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bauer.de.

KONZERNKENNZAHLEN 2019 (IFRS)

2018 2019 Veränderung
in Mio. EUR in Mio. EUR
Gesamtkonzernleistung 1.686,1 1.594,7 -5,4 %
Davon
- Inland 467,1 518,7 +11,1 %
- Ausland 1.219,0 1.076,1 -11,7 %
Davon
- Bau 767,6 668,8 -12,9 %
- Maschinen 723,1 713,6 -1,3 %
- Resources 261,5 274,9 +5,1 %
- Sonstiges/Konsolidierung -66,1 -62,6 n/a
Umsatzerlöse 1.589,1 1.470,9 -7,4 %
Auftragseingang 1.721,9 1.608,7 -6,6 %
Auftragsbestand 1.013,6 1.027,6 +1,4 %
EBITDA 198,6 123,0 -38,0 %
EBIT 100,1 22,5 -77,5 %
EBIT-Marge (von Umsatzerlösen) 6,3 % 1,5 % n/a
Ergebnis nach Steuern 24,1 -36,6 n/a
Bilanzsumme 1.632,3 1.628,5 -0,2 %
Eigenkapitalquote 26,5 % 23,8 % n/a
Ergebnis je Aktie in EUR 1,32 -2,17 n/a
Mitarbeiter (im Jahresdurchschnitt) 11.643 11.684 +0,4 %

Kontakt:
Christopher Wolf
Investor Relations
BAUER Aktiengesellschaft
BAUER-Straße 1
86529 Schrobenhausen
Tel.: +49 8252 97-1797
Fax: +49 8252 97-2900
investor.relations@bauer.de
www.bauer.de

---------------------------------------------------------------------------

09.04.2020 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,
übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten,
Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen.
Medienarchiv unter http://www.dgap.de

---------------------------------------------------------------------------

Sprache: Deutsch
Unternehmen: BAUER Aktiengesellschaft
BAUER-Straße 1
86529 Schrobenhausen
Deutschland
Telefon: +49 (0)8252 97 1218
Fax: +49 (0)8252 97 2900
E-Mail: investor.relations@bauer.de
Internet: www.bauer.de
ISIN: DE0005168108
WKN: 516810
Börsen: Regulierter Markt in Frankfurt (Prime Standard);
Freiverkehr in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover,
München, Stuttgart, Tradegate Exchange
EQS News ID: 1019003

Ende der Mitteilung DGAP News-Service
---------------------------------------------------------------------------

1019003 09.04.2020

°

BAUER AG Chart
BAUER AG Chart
Hinweis: Die veröffentlichten Tradingsignale und Empfehlungen dienen lediglich der allgemeinen Information, sie sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sie entsprechen lediglich der aktuellen Einschätzung des verwendeten Handelssystems.
TraderFox GmbH: Impressum & Datenschutz - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Cookie-Erklärung