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APA ots news: Gutes Jahresergebnis 2019 für Österreichs Kreditinstitute

09.04.2020 um 10:24 Uhr

Wien (APA-ots) - Die österreichischen Kreditinstitutsgruppen und
Einzelkreditinstitute können mit einem aggregierten Jahresergebnis in
Höhe von rund 6,7 Mrd EUR auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr
2019 zurückblicken. Das Jahresergebnis 2019 lag um 0,2 Mrd EUR unter
dem Vorjahresvergleichswert, befindet sich aber immer noch auf hohem
Niveau. Österreichs Banken sind widerstandskräftig und dank ihrer
stabilen Ertragslage gut für die durch das Coronavirus bedingten
stürmischen Zeiten gerüstet. Doch angesichts der enormen
Unsicherheiten, der zu erwartenden Herausforderungen und der damit
verbundenen wirtschaftlichen Konsequenzen sollten die Banken bei
Ausschüttungen von Dividenden, Gewinnen und Boni besonnen agieren,
die Entscheidungen über mögliche Auszahlungen in den Herbst
verschieben und wohlüberlegt in Einklang zu ihrer Risikotragfähigkeit
halten.

Die aggregierten Betriebserträge lagen im Jahr 2019 um 4,1 Prozent
über dem Vorjahreswert. Positiv auf die Betriebserträge wirkte sich
einerseits das um 2,5 Prozent gestiegene Nettozinsergebnis aus.
Andererseits erwiesen sich der Handelserfolg[1] und die
Bewertungsergebnisse (+63,7 Prozent) sowie das Provisionsergebnis
(+1,8 Prozent) als unterstützende Elemente.

Das aggregierte Betriebsergebnis ist um 1,2 Prozent zurückgegangen.
Dies ist vorrangig durch den Anstieg bei Abschreibungen und
Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (Firmenwert,
Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und
Beteiligungen) um 62,2 Prozent zu erklären ist, wobei absolut gesehen
die Hälfte auf Beteiligungen entfällt. Zudem drückten die um 1,3
Prozent gestiegenen Verwaltungsaufwendungen das Betriebsergebnis.
Insgesamt wurde somit ein leichter Rückgang beim aggregierten
Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen um 2,9 Prozent
verzeichnet. Neben dem leicht gesunkenen Betriebsergebnis belastete
vor allem der Anstieg des Ergebnisses aus Wertminderungen/
Wertaufholungen (z. B. Wertberichtungen für Kredite und Forderungen
sowie Rückstellungen für erteilte Zusagen und Garantien) um 82,2
Prozent und der sonstigen Rückstellungen (350,7 Prozent) das
Jahresergebnis.

"Mit rund 6,7 Mrd EUR können die österreichischen Banken im Jahr 2019
auf ein gutes Gesamtergebnis zurückblicken. Angesichts der durch das
Coronavirus bedingten Unsicherheiten macht es jedenfalls Sinn, dass
die Entscheidungen über mögliche Ausschüttungen nun in den Herbst
verschoben wurden. Vorsicht ist in Zeiten schwer kalkulierbarer
Entwicklungen grundsätzlich ein gutes Leitmotiv", so
OeNB-Vize-Gouverneur Gottfried Haber.

Es ist zu beachten, dass die Daten für das Jahresende 2019 auf den
Bilanzierungsvorschriften gemäß IFRS 16 beruhen, während die
Vergleichswerte für 2018 noch unter IAS 17 erstellt wurden. Diese
Regelwerke unterscheiden sich hauptsächlich in den Vorgaben zur
Erfassung von Leasingverhältnissen.

Hinweis:
Das angeführte aggregierte Jahresergebnis nach Steuern und
Minderheitenanteilen des Jahres 2019 in Höhe von 6,7 Mrd EUR basiert
auf den zum Zeitpunkt der Analyse vorliegenden aufsichtsstatistischen
Meldedaten. Aus dem Vergleich zu den von Bankprüfern geprüften
IFRS-Jahresabschlüssen, die zum aktuellen Zeitpunkt erst vereinzelt
vorliegen, können sich noch Änderungen ergeben. Ein Hinweis auf die
geprüften Daten des Jahres 2019 erfolgt im Rahmen der
Presseaussendung zum 1. Halbjahr 2020.

[1] Handelserfolg und Bewertungsergebnisse = Gewinne oder (-)
Verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, netto + Sonstige
Bewertungsergebnisse nach IFRS und nGAAP FINREP + Gewinne oder (-)
Verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, netto.

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Statistik Hotline
(+43-1) 404 20-5555
statistik.hotline@oenb.at

Oesterreichische Nationalbank
Dr. Christian Gutlederer
Pressesprecher
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OTS0073 2020-04-09/10:18

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