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B. Braun Melsungen bringt sich gegen Rhön-Kauf durch Asklepios in Stellung

18.04.2020 um 12:03 Uhr

BAD NEUSTADT A.D. SAALE (dpa-AFX) - Der Rhön-Klinikum-Großaktionär B. Braun Melsungen bringt sich gegen die geplante Übernahme des Klinikbetreibers durch den Wettbewerber Asklepios in Stellung. B. Braun fordere eine außerordentliche Hauptversammlung inklusive Aussprache und gegebenenfalls Beschlussfassung über die Offerte von Asklepios, wie Rhön-Klinikum am Samstag in Bad Neustadt an der Saale mitteilte. Zudem solle die Satzung dahingehend geändert werden, dass Beschlüsse nur noch mit 75 Prozent der abgegebenen Stimmen beziehungsweise des vertretenen Grundkapitals möglich sind.

Da B. Braun mehr als ein Viertel der Anteile hält, könnte das Unternehmen bei einer Hauptversammlung damit alle Entscheidungen blockieren. Gleichzeitig will der Großaktionär B. Braun die Abberufung zahlreicher Aufsichtsratsmitglieder, darunter auch die des Unternehmensgründers Eugen Münch. Sollte die außerordentliche Aktionärsversammlung einberufen werden, droht der Zeitplan von Asklepios bei der Übernahme in Verzug zu geraten. Denn dann würde sich die Annahmefrist für das Übernahmeangebot auf zehn Wochen ab Veröffentlichung der Angebotsunterlage verlängern. Eigentlich wollte Asklepios die Übernahme im zweiten Quartal abschließen.

Der geplanten Transaktion geht bereits ein jahreslanges Tauziehen um Rhön voraus. So wollte Rhön-Gründer Eugen Münch schon 2012 das Unternehmen mit Fresenius Helios fusionieren, woraufhin Asklepios und B. Braun bei Rhön eingestiegen waren und einen umfassenden Deal verhinderten. Am Ende war mit 40 Krankenhäuser allerdings ein Großteil der Kliniken von Rhön an Helios gegangen. So hatte der Pharma- und Medizinbedarfsanbieter B.Braun damals schon um seine Marktposition gefürchtet. Und auch aktuell dürfte das nicht anders aussehen, würden sich mit Asklepios und Rhön doch zwei führende Klinik-Konzerne in Deutschland hinter dem Marktführer Fresenius Helios vereinen.

Der gemeinsame Anlauf von Asklepios und Münch wurde Ende Februar 2020 bekannt gegeben. Demnach wurden zunächst die Anteile von Asklepios, der Rhön-Gründer Eugen Münch sowie seine Ehefrau in einem Gemeinschaftsunternehmen gebündelt. Nach dem Kauf eines zusätzlichen Aktienpaketes durch Asklepios bringt es das Gemeinschaftsunternehmen mittlerweile auf mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. Zudem will Asklepios den übrigen Rhön-Anteilseignern ein Angebot von 18 Euro je Aktie unterbreiten. Das sind 25 Prozent mehr, als die Papiere vor Bekanntgabe der Pläne gekostet hatten, und in etwa so viel wie sie aktuell an der Börse kosten. Aber auch hier will B. Braun die Pläne durchkreuzen und fordert die Zahlung eines Dividendenabschlags von 2 Euro je Rhön-Aktie./mis/zb

FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. Chart
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