Grammer AG
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DGAP-News: Umsatz und Ergebnis von Grammer deutlich durch die Covid-19-Pandemie belastet (deutsch)

29.04.2020 um 09:17 Uhr

Umsatz und Ergebnis von Grammer deutlich durch die Covid-19-Pandemie belastet

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DGAP-News: Grammer AG / Schlagwort(e): Quartalsergebnis
Umsatz und Ergebnis von Grammer deutlich durch die Covid-19-Pandemie
belastet

29.04.2020 / 09:16
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Umsatz und Ergebnis von Grammer deutlich durch die Covid-19-Pandemie
belastet

- Auswirkungen der Covid-19-Pandemie belasten Umsatz und Ergebnis im ersten
Quartal

- Nachfrageeinbruch der Kunden führt zu Produktionseinschränkungen und
vorübergehenden Werksschließungen weltweit

- Umsatz geht im Zeitraum Januar-März auf 454,9 Millionen Euro zurück

- Operatives EBIT beträgt 0,4 Millionen Euro; EBIT bei -2,1 Millionen Euro

- Neue Organisation bei der Grammer Gruppe im April erfolgreich umgesetzt

Amberg, 29. April 2020 - Die Grammer AG ist in Folge der weltweiten
Covid-19-Pandemie mit deutlichen Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis in das
Jahr 2020 gestartet. Aufgrund eines Einbruchs der Nachfrage und der
Produktabrufe in beiden Segmenten sowie den Produktionseinschränkungen der
Kunden sank der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten um 14,8 Prozent auf
454,9 Millionen Euro (01-03 2019: 534,1 Millionen Euro). Der durch die
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ausgelöste Nachfrageeinbruch traf dabei
auf bereits seit dem zweiten Halbjahr 2019 schwächere Absatzmärkte.

Die temporären Werksschließungen begannen Ende Januar 2020 wegen staatlicher
Anordnungen in China. Dort konnte die Produktion ab Anfang März jedoch
wieder sukzessive aufgenommen werden. Mitte März folgten dann
Werksschließungen in den europäischen und amerikanischen Standorten aufgrund
von Produktionsstopps der Kunden in diesen Regionen. Bedingt durch die
eigenen Werksschließungen und Sonderbelastungen aus Währungskursen sank das
EBIT im ersten Quartal auf -2,1 Millionen Euro (01-03 2019: 24,0 Millionen
Euro). Die bereits eingeleiteten Gegenmaßnahmen zur Kostensenkung konnten
die fehlenden Erlöse jedoch nicht kompensieren. Das um Währungseinflüsse in
Höhe von 2,5 Millionen Euro bereinigte operative EBIT reduzierte sich auf
0,4 Millionen Euro (01-03 2019: 23,0 Millionen Euro). Die operative
EBIT-Rendite lag damit bei 0,1 Prozent (01-03 2019: 4,3 Prozent).

"Die Covid-19-Pandemie hat die weltweite Fahrzeugindustrie und damit auch
deren Zulieferer massiv getroffen. Als internationaler Partner der großen
Premiumhersteller ist das Unternehmen Grammer eng in die globalen
Lieferketten eingebunden und spürt den Nachfragerückgang unmittelbar",
erläutert der Vorstandsvorsitzende der Grammer AG, Thorsten Seehars, die
Situation. "Trotz unserer sofortigen Maßnahmen und der konsequenten weiteren
Umsetzung des Performance-Programms sowie der Einführung von Kurzarbeit an
allen Standorten, war es nicht möglich, die Auswirkungen dieses starken
Umsatzrückganges auf das Ergebnis der Gruppe zu kompensieren. Jedoch fühlen
wir uns als neues Vorstandsteam bei der aktuellen Krise in unserer
Entscheidung bestätigt, Grammer stärker regional aufzustellen und weitere
organisatorische Entscheidungen umzusetzen, die unser Unternehmen schlanker
und flexibler machen. Wir können dadurch derartige Marktsituationen zwar
nicht verhindern, uns jedoch besser und schneller darauf einstellen. Erste
positive Ergebnisse unserer neuen Langfriststrategie sehen wir auch im
weltgrößten Automobil- und Nutzfahrzeugmarkt in China, wo unsere regionale
Vertriebsorganisation aktuell in Verhandlungen mit verschiedenen Kunden zur
Gewinnung von Marktanteilen ist."

Alle Regionen von Covid-19-Pandemie erfasst
Der Konzernumsatz im ersten Quartal 2020 belief sich auf 454,9 Millionen
Euro und lag damit um 79,2 Millionen Euro unter dem Vergleichsquartal des
Vorjahres. Zu Jahresbeginn mussten zunächst nur in China einschneidende
Maßnahmen zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus ergriffen
werden. Dazu gehörten neben großräumigen Ausgangssperren die Einstellung
aller Produktionstätigkeiten. Dies führte auch zu einem drastischen Einbruch
der Nachfrage. Folglich sanken die Umsätze in der Region APAC um 25,6
Prozent auf 53,6 Millionen Euro. Ab März lief die Produktion in China jedoch
wieder sukzessive hoch und erreicht im April bereits wieder das Niveau vor
dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie.

Seit Mitte März führten die steigenden Infektionszahlen dann auch in Europa
und den USA zur teilweisen oder vollständigen Schließung von
Produktionsstätten. Entsprechend lag der Umsatz in Europa mit 263,5
Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahr (01-03 2019: 307,0 Millionen
Euro). In der Region Americas ging der Umsatz auf 137,8 Millionen Euro
(01-03 2019: 154,9 Millionen Euro) zurück.

Beide Segmente mit Umsatzrückgängen
Vom Nachfrageeinbruch im ersten Quartal waren beide Geschäftssegmente von
Grammer betroffen. Im Segment Automotive ging der Umsatz auf Grund der fast
zweimonatigen Standortschließungen in China und den bereits seit dem 2.
Halbjahr 2019 rückläufigen Fahrzeugmärkten um 14,3 Prozent auf 324,2
Millionen Euro zurück. Trotz der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen
verringerte sich das operative EBIT im Segment auf -7,8 Millionen Euro
(01-03 2019: 10,6 Millionen Euro).

Im Segment Commercial Vehicles sank der Umsatz um 15,5 Prozent auf 142,4
Millionen Euro. Neben den Werkschließungen in China und den Einschränkungen
in Europa und der Region Americas wirkt sich in der Vergleichsrechnung der
außergewöhnlich hohe Umsatz des Vorjahresquartals aus, da das erste Halbjahr
2019 insgesamt durch eine sehr hohe Nachfrage im Segment Commercial Vehicles
gekennzeichnet war. Das operative EBIT lag bei 10,4 Millionen Euro (01-03
2019: 16,8 Millionen Euro).

Umfassende Maßnahmen als Reaktion auf Covid-19-Pandemie
Als Reaktion auf die durch Covid-19 ausgelöste weltweite Krise hat Grammer
frühzeitig mit umfangreichen Maßnahmen reagiert. Dabei konnte der
Automobilzulieferer auch von den Erfahrungen seiner chinesischen Standorte
profitieren, die bereits früher von den Einschränkungen betroffen waren. Zu
den Maßnahmen gehören Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen für die Mitarbeiter
an allen Grammer-Standorten, der erhöhte Einsatz von mobilem Arbeiten, die
Ausnutzung von Arbeitszeitkontenmodellen, verstärkter Urlaubsabbau und die
rasche Einführung von Kurzarbeit, die gemeinsam mit den Sozialpartnern
zeitnah verabschiedet wurde. Zur Sicherung der finanziellen Situation setzt
Grammer auf eine detaillierte Steuerung der weltweiten Cashflows sowie auch
auf Eigenkapitalinstrumente wie beispielsweise einem Hybriddarlehen.

Eigenkapitalquote steigt auf 26 Prozent
Im Februar 2020 hat die Grammer Gruppe einen neuen Konsortialkreditvertrag
über 150 Millionen Euro und 80 Millionen USD mit einer Laufzeit von fünf
Jahren und zwei Verlängerungsoptionen zu je einem Jahr abgeschlossen.
Dadurch stiegen die langfristigen Finanzschulden zwar auf 288,8 Millionen
Euro (31.12.2019: 220,0 Millionen Euro) doch sanken die kurzfristigen
Finanzschulden gleichzeitig auf 153,4 Millionen Euro (31.12.2019: 207,7
Millionen Euro).

Zum 30. März 2020 wurde ein Hybriddarlehen in Höhe von 19,1 Millionen Euro
von Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., einer Gesellschaft des Ningbo Jifeng
Konzerns (dem Mehrheitsaktionär der Grammer AG), gewährt. Das Hybriddarlehen
wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und hat Eigenkapitalcharakter.

Die Eigenkapitalquote belief sich damit zum Quartalsende auf 26 Prozent
(31.12.2019: 23 Prozent).

Neue Organisationsstruktur in der Grammer Gruppe
Um künftig noch schneller und flexibler auf sich wandelnde Kundenbedürfnisse
zu reagieren sowie operative Entscheidungen direkt vor Ort treffen zu
können, hat Grammer seine Organisationsstruktur in den letzten Monaten
weiterentwickelt. Die Verantwortung für das operative Geschäft wird
dezentral in den drei großen Regionen Americas, EMEA und China übernommen.
Die verschiedenen Produktsegmente im PKW-Geschäft werden in einer Division
Automotive zusammengeführt, die zusammen mit der Division Commercial
Vehicles die Klammerfunktion zur Steuerung der weltweiten Kunden- und
Produktstrategie übernimmt und die Koordination bei den weltweiten Projekten
sicherstellt. Die Gruppenfunktionen unterstützen die Regionen und Divisionen
in der Umsetzung der jeweiligen Strategien und stellen die Grundsätze der
guten Unternehmensführung sowie effektive weltweite Geschäftsprozesse
sicher. Die neue Organisationsstruktur wird seit dem 1. April 2020
schrittweise im ganzen Unternehmen umgesetzt.

Keine Prognose zur Entwicklung im Gesamtjahr 2020 möglich
Nach China hat die Covid-19-Pandemie aktuell besonders Europa und den
nordamerikanischen Kontinent erfasst. Während in China die
Industrieproduktion inzwischen weitgehend zur Normalität zurückgekehrt ist,
sind die beiden anderen Regionen derzeit von erheblichen Einschränkungen
betroffen. Daher ist von einer weiteren massiven Belastung der
Weltwirtschaft im zweiten Quartal 2020 auszugehen.

Im Segment Automotive ist die Produktion in allen chinesischen
Grammer-Werken wieder angelaufen und liegt etwa auf Vorkrisenniveau. Der
Anlauf der LKW-Sitz-Produktion verlief nach den Shutdowns in den
chinesischen Werken schneller als im Segment Automotive und gibt damit
Hoffnung für umsatzstärkere Folgemonate. In Europa haben führende
Automobilkonzerne angekündigt, dass sie ab Mai ihre Produktionen
schrittweise wieder in Betrieb nehmen wollen. Die Wiederaufnahme hängt dabei
von der Sicherstellung der Gesundheit von Arbeitnehmern und dem Zustand der
Lieferketten sowie natürlich auch der erwarteten Nachfrage ab.

Mit der Presse-Information vom 30. März 2020 wurde die im Geschäftsbericht
2019 getroffene Prognose für das Geschäftsjahr 2020 ausgesetzt. Die darin
enthaltenen Einschätzungen und Erwartungen basierten auf Marktannahmen und
internen Bewertungen zu Beginn des Jahres 2020. Für den weiteren Verlauf des
Geschäftsjahres 2020 ist angesichts der äußerst dynamischen Entwicklungen
und den damit verbundenen Unsicherheiten im Rahmen der weltweiten
Covid-19-Pandemie und deren wirtschaftlichen Auswirkungen eine Vorhersage
aktuell nicht möglich. Grammer wird eine Prognose abgeben, sobald dies
hinreichend möglich ist.

Unternehmensprofil

Die Grammer AG mit Sitz in Amberg ist spezialisiert auf die Entwicklung und
Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie
von gefederten Fahrer- und Passagiersitzen für On- und Offroad-Fahrzeuge. Im
Segment Automotive liefern wir Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen,
hochwertige Interieur-Komponenten und Bediensysteme sowie innovative
thermoplastische Lösungen für die Automobil-Industrie an namhafte
Pkw-Hersteller im Premiumbereich und an Systemlieferanten der
Fahrzeugindustrie. Das Segment Commercial Vehicles umfasst die
Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze (Traktoren, Baumaschinen, Stapler)
sowie Bahn- und Bussitze.
Mit über 15.500 Mitarbeitern ist Grammer in 20 Ländern weltweit tätig. Die
Grammer Aktie ist im Prime Standard notiert und wird an den Börsen München
und Frankfurt sowie über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt.

Kontakt:
GRAMMER AG
Boris Mutius
Tel.: 09621 66 2200
investor-relations@grammer.com

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Georg-Grammer-Str. 2
92224 Amberg
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