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Ölpreise brechen mit harten Corona-Maßnahmen ein

28.10.2020 um 18:18 Uhr

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Mittwoch mit einer Zuspitzung der Corona-Krise drastisch gefallen. Führende Industriestaaten reagierten mit harten Maßnahmen auf die zweite Infektionswelle, was am Markt die Sorge vor einem neuen Konjunktureinbruch und einer sinkenden Nachfrage nach Rohöl schürte. Außerdem belastete ein starke Anstieg der Fördermenge in den USA.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 38,97 US-Dollar. Das waren 2,23 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 2,35 Dollar auf 37,22 Dollar. Im Tagesverlauf gewann die Abwärtsdynamik am Ölmarkt zunehmend an Stärke.

Eine Reihe wichtiger Länder der Eurozone führte neue Beschränkungen des wirtschaftlichen Lebens ein. Auch in Deutschland, der größten Volkswirtschaft in Europa, soll es im November harte Einschränkungen des öffentlichen Lebens geben. Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, warnte davor, dass auch ein teilweises Herunterfahren des öffentlichen Lebens die konjunkturelle Erholung in Deutschland stoppen dürfte.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich nach Einschätzung des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erheblich verdüstert. "Die zweite Corona-Infektionswelle ist in Deutschland angekommen und droht, den wirtschaftlichen Aufschwung abzuwürgen", heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsforschungsinstituts.

Außerdem belasteten neue Daten zur Entwicklung der amerikanischen Ölreserven und zur Ölförderung in den USA die Preise am Ölmarkt. Während des europäischen Nachmittagshandels hatte die US-Regierung einen unerwartet starken Zuwachs der Lagerbestände an Rohöl gemeldet. Diese waren demnach in der vergangenen Woche um 4,3 Millionen Barrel auf 492,4 Millionen Barrel gestiegen. Analysten hatten nur mit einem Zuwachs um 1,5 Millionen Barrel gerechnet.

Außerdem war die amerikanische Ölproduktion in der vergangenen Woche nach Angaben des Ministeriums um 1,2 Millionen Barrel auf 11,1 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. In den USA kommt es derzeit wegen der Folgen tropischer Wirbelstürme zu Schwankungen bei der Produktion und den Lagerbeständen. Eine steigende Fördermenge und hohe Lagerbestände belasten in der Regel die Ölpreise./jkr/he

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