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23.11.2020 um 20:30 Uhr

Teure Symbolnummer, Kommentar zur Riester-Rente von Jan Schrader
Frankfurt (ots) - Das System der kapitalgedeckten Altersvorsorge und
Wohlstandssicherung ist von Land zu Land verschieden, doch eines haben viele
Modelle dem deutschen voraus: Sie lassen eine hohe Aktienquote zu. Ob
401k-Sparpläne in den USA, der AP7-Fonds im schwedischen Rentensystem oder der
Ölfonds in Norwegen - in allen Fällen haben die politisch Verantwortlichen
erkannt, dass Wohlstandssicherung ein gewisses Maß an Kapitalmarktrisiken mit
sich bringen darf, um auf lange Sicht das Vermögen der Bürger zu mehren.
Deutschland aber hat die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, die im
Niedrigzinsumfeld überfällig ist: Die Garantie in der kapitalgedeckten
Altersvorsorge muss gelockert werden.

Der Chor derjenigen, die von einer Garantie Abstand nehmen, ist vielstimmig:
Ökonomen wie jene vom Safe-Institut, die zum Wochenauftakt einen Vorschlag für
eine Reform der Riester-Rente vorgelegt haben, würde wohl jeder in der Riege der
Garantie-Kritiker vermuten, ebenso auch die Fondsbranche, die ja ohnehin ein
Faible für Kapitalmärkte hat. Vor einem Jahr haben sich Versicherer,
Bausparanbieter und Fondshäuser zusammengetan, um in einem Fünf-Punkte-Plan zur
Riester-Rente unter anderem eine Lockerung der Garantie zu fordern. Das ist
beachtlich, denn diese Branchen konkurrieren im Riester-System um Kunden. Die
Verbraucherzentralen, die mit der "Extra-Rente" ein öffentlich organisiertes
Standardprodukt fordern, nehmen ebenfalls Abstand von der Garantie und haben in
einer Studie vorrechnen lassen, dass sich in der Mehrzahl der Szenarien eine
hohe Aktienquote für die Anleger auszahlen würde. Zu den Nachzüglern zählen die
Tarifpartner, die nach der Reform der betrieblichen Altersvorsorge zu selten von
einer vollständigen Garantie Abstand nehmen.

Und auch die Politik muss noch darlegen, wie ein Abschied von starren Garantien
aussehen könnte - das gilt für die Große Koalition, die eine Reform der
Riester-Rente in Aussicht gestellt hat, aber auch für etwaige künftige Bündnisse
wie aus Union und Grünen, die womöglich eine neue Standardlösung in der
Altersvorsorge anstreben würden.

Natürlich ist es möglich, dass eine aktienorientierte Anlage auch auf längere
Sicht zu Verlusten führt. Wahrscheinlicher aber ist, dass im Laufe der
Jahrzehnte zusätzliches Geldvermögen gar nicht erst aufgebaut wird, weil die
Garantie einem hohen Aktienanteil im Weg steht. Die Safe-Ökonomen sprechen von
einer "psychologischen Bedeutung", die das Versprechen der nominalen Null hat.
Diese Symbolnummer ist teuer erkauft.

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