Siemens Gamesa Renewable Energy S.A.
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ROUNDUP 2: Siemens Energy baut 7800 Stellen ab - R√ľckkehr in die Gewinnzone

02.02.2021 um 10:15 Uhr

(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Aktienkurs, IG Metall)

M√úNCHEN (dpa-AFX) - Der Energiekonzern Siemens Energy baut weitere Arbeitspl√§tze ab. Um Kosten zu sparen und die Profitabilit√§t zu verbessern, sollen 7800 Stellen in der Sparte Gas and Power gestrichen werden, davon 3000 in Deutschland, wie das Unternehmen am Dienstag in M√ľnchen mitteilte. Bis 2025 k√∂nnte damit jeder zw√∂lfte Job wegfallen. Standortschlie√üungen soll es dabei m√∂glichst nicht geben. Der Abbau ist Teil der Bestrebungen, die Kosten im Gesch√§ft mit fossilen Energien mindestens um weitere 300 Millionen Euro zu senken. Dieses Ziel hatte Siemens Energy im vergangenen September auf seinem Kapitalmarkttag angek√ľndigt. Die Aktie legte daraufhin am Dienstagvormittag zun√§chst um mehr als 2 Prozent zu, gab einen Teil der Gewinne aber dann wieder ab.

Mit dem Abbau reagiert Siemens Energy auf den Wandel im Energiemarkt hin zu Erneuerbaren Energien. So hatte das Unternehmen bereits angek√ľndigt, sich nicht mehr an Neuausschreibungen f√ľr Kohlekraftwerke zu beteiligen. Zudem wird das Gesch√§ft mit sogenannten aeroderivativen Gasturbinen - die in der Bauweise Flugzeugstriebwerken nachempfunden sind - zur√ľckgefahren. Siemens Energy hatte im vergangenen Jahr hohe Abschreibungen auf das Gesch√§ft vornehmen m√ľssen und insgesamt einen Milliardenverlust verzeichnet.

"Der Energiemarkt ver√§ndert sich rasant. Das bietet uns Chancen, stellt uns aber gleichzeitig vor gro√üe Herausforderungen", sagte Vorstandschef Christian Bruch am Dienstag bei der Vorstellung der Ma√ünahmen in einer Telefonkonferenz. Ein Hauptaugenmerk legt Siemens Energy dabei auf das Gasgesch√§ft. Der Gasmarkt steht seit Jahren unter Druck, der Preisverfall insbesondere f√ľr gro√üe Gasturbinen setzt dem Unternehmen zu. Mit den Pl√§nen will Bruch die Wettbewerbsf√§higkeit von Siemens Energy steigern und zudem Mittel f√ľr Investitionen in zukunftsf√§hige Projekte freischaufeln, etwa im Bereich Wasserstoff.

Der Stellenabbau soll bis Ende des Gesch√§ftsjahres 2025 (per Ende September) erfolgen, der Gro√üteil ist f√ľr das Gesch√§ftsjahr 2023 geplant. Rund drei Viertel der betroffenen Stellen entfallen den Angaben zufolge auf Management, Verwaltung und Vertrieb. Betriebsbedingte K√ľndigungen sollen dabei vermieden werden, Bruch zeigte sich zuversichtlich, dass das gelingen kann.

Erst vor wenigen Tagen hatte Siemens Energy mit den Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung zum Umbau des Unternehmens geschlossen, die unter anderem vorsieht, m√∂glichst ohne K√ľndigungen auszukommen. IG Metall-Hauptkassierer J√ľrgen Kerner sagte, er erwarte, "dass wir die geplanten Restrukturierungsma√ünahmen im Sinne der Besch√§ftigten und einer nachhaltigen Zukunftsperspektive ohne K√ľndigungen gestalten". Die Zukunftsvereinbarung sei "eine solide Grundlage f√ľr die Transformation von Siemens Energy in Deutschland".

Konzernchef Bruch hatte auf dem Kapitalmarkttag im September klar gemacht, dass er mit der Profitabilit√§t von Siemens Energy nicht zufrieden ist, und Ma√ünahmen angek√ľndigt. So will er die Struktur des Unternehmens vereinfachen und Komplexit√§t herausnehmen. Die nun beschlossenen Ma√ünahmen reichen von Einsparungen bei externen Dienstleistern und im Einkauf √ľber eine optimierte Logistik bis zur deutlichen Vereinfachung der IT-Landschaft. Priorit√§t habe dabei die Senkung der Sachkosten, so Bruch.

Siemens Energy bekr√§ftigte sein Ziel, bis 2023 eine bereinigte operative Marge (Ebita) von 6,5 Prozent bis 8,5 Prozent erreichen zu wollen. Die Kosten f√ľr das Programm sollen sich f√ľr die Gesch√§ftsjahre 2020 bis 2023 auf einen mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belaufen. Den Ausblick f√ľr 2020/21 bleibe unver√§ndert.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Technologiekonzern Siemens die seit längerem schwächelnde Kraftwerkssparte einem harten Sparkurs unterzogen und mehrere tausend Stellen gestrichen. Siemens hatte sein Energiegeschäft im vergangenen September dann abgespalten und als Siemens Energy mehrheitlich an die Börse gebracht.

Im ersten Quartal (per Ende Dezember) kehrte Siemens Energy wieder in die Gewinnzone zur√ľck. Nach Steuern verdiente das Unternehmen 99 Millionen Euro, nach einem Verlust von 195 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei profitierte der Konzern nicht nur von operativen Verbesserungen, sondern auch von Einsparungen, gerade im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie - etwa durch die eingeschr√§nkte Reiset√§tigkeit. Der Energiekonzern, zu dem auch mehrheitlich der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa geh√∂rt, hatte bereits Ende Januar vorl√§ufige Zahlen vorgelegt.

Die Corona-Pandemie f√ľhrte dabei zu Verschiebungen bei Auftr√§gen, Projekten und Serviceintervallen, wie Konzernchef Bruch erkl√§rte. Digitale Serviceleistungen h√§tten dagegen an Bedeutung gewonnen. Die Auftragseing√§nge gingen dabei um gut ein Viertel zur√ľck. Mitverantwortlich war dabei Windanlagenbauer Siemens Gamesa, der im Vorjahr einige gro√üe Offshore-Auftr√§ge hatte an Land ziehen k√∂nnen. Dazu belasteten negative W√§hrungseffekte. Der Umsatz nahm dagegen leicht um 2,6 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu. Die bereinigte Ebita-Marge von Siemens Energy verbesserte sich auf 5,6 Prozent, nach minus 1,2 Prozent im Vorjahr./nas/ngu/mis

Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. Chart
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