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OTS: Germany Trade & Invest / Vor dem nächsten Boom steht viel politische ...

18.06.2021 um 08:31 Uhr

Vor dem nächsten Boom steht viel politische Unsicherheit /
Parlamentswahlen in Äthiopien
Berlin, Bonn (GTAI) (ots) - Nach mehrfacher Verschiebung des Termins blickt
Äthiopien nun auf den 21. Juni 2021 als neues Datum für die Parlamentswahlen -
allerdings mit Einschränkungen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet,
wird in 78 der insgesamt 547 Wahlkreise vorerst gar nicht gewählt: In
Konfliktregionen wie Tigray kann der Urnengang aus Sicherheitsgründen nicht
stattfinden.

In der Region Subsahara-Afrika gilt Äthiopien als wirtschaftlicher
Musterschüler. Seit vielen Jahren glänzt das Land in Ostafrika mit hohen
Wachstumszahlen - zu denen es schon nächstes Jahr zurückkehren soll. Das
prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF), nachdem Corona das
Wachstum bisher eher leicht abgeschwächt hat. In diesem Jahr könnte die
Wirtschaft des Landes trotz Coronakrise um vier Prozent wachsen.

Die Unternehmen vor Ort setzen auf eine Fortsetzung und Festigung der
Wirtschaftsreformen: "Davor steht allerdings eine Bestätigung und Legitimierung
des nicht unumstrittenen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed", sagt Ulrich Binkert
von Germany Trade & Invest (GTAI) in Bonn. "Seine Partei wird die Wahlen nach
allgemeiner Erwartung wohl gewinnen. Bis dahin dürfte wenig vorangehen beim
schleppenden Prozess der Privatisierung oder der weiteren Öffnung von Branchen,"
so Binkert weiter. Die Sorge vor Instabilität nach dem Urnengang herrsche
offenbar gerade bei europäischen Unternehmen, während Firmen aus China, der
Türkei und den Emiraten auch weiterhin neue Projekte angingen. Die zunehmende
Staatsverschuldung dürfte Kredite jedoch knapper machen und staatliche Ausgaben
zumindest bremsen.

Die gesamtwirtschaftlichen Investitionen wachsen nach einem scharfen Einbruch
2020 voraussichtlich wieder zweistellig. Ob bei Lebensmitteln, Gesundheit,
Transport oder Unterhaltung - überall wollen Investoren die großen
Nachfragepotenziale Äthiopiens nutzen. Auch bei Konsumgütern gibt es in
Äthiopien viele Marktchancen. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung Afrikas
hat fast überall großen Nachholbedarf.

Die Coronakrise hat die deutschen Exporte nach Äthiopien stark gebremst. In den
ersten zwölf Monaten der Pandemie bis Februar 2021 sanken sie im
Vorjahresvergleich laut Eurostat um 24 Prozent. Dennoch ergeben sich mit dem
anstehenden Auf- und Ausbau der Industrie und Infrastruktur in vielen Sektoren
auch für deutsche Unternehmen Absatzpotenziale.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Länderseite zu Äthiopien
(https://www.gtai.de/gtai-de/trade/weltkarte/afrika/aethiopien-117998)

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