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Aktien Frankfurt: Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten stützen den Dax

29.07.2021 um 15:02 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstagnachmittag mit neuem Schwung noch etwas vorgerückt. Er gewann zuletzt 0,42 Prozent auf 15 636,34 Punkte. Behalte der Dax diese Tendenz bei, müssten die Anleger den nun bevorstehenden August, der statistisch der schlechteste Börsenmonat sei, nicht fürchten, schrieben die Experten von Index Radar.

Insgesamt hielten überwiegend positiv aufgenommene Quartalszahlen von Unternehmen den deutschen Aktienmarkt ebenso in der Spur wie eine im Juli auf Rekordstand gestiegene Wirtschaftsstimmung in der Eurozone und jüngste Daten zur Teuerung in Deutschland.

So gewann auch der MDax der mittelgroßen Werte, der im frühen Handel auf ein Rekordhoch geklettert war, am Nachmittag noch 0,36 Prozent auf 35 326,75 Punkte. Der Nebenwerteindex SDax stellte ebenfalls eine Bestmarke auf. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um ein halbes Prozent nach oben.

Die Inflation in Deutschland überschritt in diesem Juli erstmals seit August 2008 wieder die Drei-Prozent-Marke. Die Verbraucherpreise lagen um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. "Ein herber Anstieg, viel stärker als gedacht", kommentierte dies Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. Andererseits gebe es aufgrund der Pandemie kein wirkliches Inflationsklima. Viele Argumente sprächen daher weiter dafür, dass mit Beginn des kommenden Jahres die Inflationsraten wieder rasch fallen dürften, so Niklasch.

"Erst wenn sich abzeichnen sollte, dass die Teuerungsraten nachhaltig bei über zwei Prozent zum Erliegen kommen werden, erst dann wird man im EZB-Tower in Frankfurt die geldpolitische Wende einleiten", kommentierte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. "Dies wird jedoch vermutlich noch lange auf sich warten lassen. Die Negativ- und Niedrigzinspolitik setzt sich in den nächsten Jahren fort." Eine steigende Inflation hatte in den zurückliegenden Wochen immer mal wieder die Aktienmärkte belastet, zuletzt geriet das Thema aber etwas in den Hintergrund.

Nach Boeing am Vortag legte nun in Europa Airbus Geschäftszahlen vor. Die UBS sprach von sehr starken Resultaten des Flugzeugbauers. Auch die Anhebung der Konzernziele falle sehr deutlich aus. So verdoppelte Airbus das Gewinnziel für 2021. Die Airbus-Papiere verteuerten sich um annähernd vier Prozent.

Volkswagen rückten nach Zahlen und Anhebung der Renditeziele um 0,9 Prozent vor. Die NordLB sprach von einem "verblüffend starken ersten Halbjahr" für den Autobauer. In China offenbarten sich aber Schwächen, so Analyst Frank Schwope. Die anstehende Übernahme des Autovermieters Europcar sieht er als Baustein einer Multichannel-Strategie.

Die Geschäfte des Baustoffkonzerns Heidelbergcement laufen immer besser. Das Management wird deshalb zuversichtlicher für das Gesamtjahr und hob das Gewinnziel an. Die Aktien notierten kaum verändert. Die Marktschätzungen vor der Zahlenveröffentlichung seien bereits sehr optimistisch gewesen, hieß es.

Der Digitalisierungsboom mit einer immer weiter wachsenden Nachfrage nach schneller und effizienter Datenübertragung lässt die Auftragsbücher des Spezialanlagenbauers Aixtron immer dicker werden. Die Anleger honorierten dies mit einem Gewinn von mehr als sieben Prozent.

Gute Geschäftszahlen von ArcelorMittal dank einer hohen Stahlnachfrage trieben auch andere Werte der Branche weiter an. Salzgitter setzten ihre Rally fort und auch Thyssenkrupp sowie die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co waren gefragt, letztere gewannen fast vier Prozent. Da auch das dritte Quartal über den Markterwartungen liegen dürfte, erhöhten die Duisburger ihre Prognose für das laufende Jahr.

Der Euro baute seine Kursgewinne vom Vorabend aus und kostete zuletzt 1,1883 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1807 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt blieb die Umlaufrendite bei minus 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 146,36 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,21 Prozent auf 176,25 Punkte./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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