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Neuer Grenke-Chef will Kontrollprozesse in Konzernkultur verankern

04.08.2021 um 08:33 Uhr

BADEN-BADEN (dpa-AFX) - Der neue Vorstandschef des Leasingspezialisten Grenke setzt sich für eine Verbesserung der Kontrollprozesse im Konzern ein. Er betrachte es als eine seiner wichtigsten Aufgaben, "das erforderliche hohe Niveau der internen Kontrollfunktionen und -prozesse sicherzustellen und nachhaltig in der Unternehmenskultur im gesamten Grenke-Konzern zu verankern", sagte Michael Bücker am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Das Unternehmen war wegen des Vorwurfs angeblicher Bilanztricksereien negativ in die Schlagzeilen geraten.

"Diesen gebotenen Wandlungsprozess werden wir mit größtmöglicher Ernsthaftigkeit vorantreiben. Deshalb werde ich mich in den nächsten Wochen aktiv in den Dialog mit den Aufsichtsbehörden einbringen", fuhr der Manager fort, der von der Bayerischen Landesbank zu Grenke gewechselt war. Das Amt des Vorstandsvorsitzenden beim krisengeschüttelten Konzern hatte er zum 1. August übernommen, nachdem seine langjährige Vorgängerin Antje Leminsky Ende Juni überraschend zurückgetreten war.

Grenke war im Herbst 2020 durch den Leerverkäufer Viceroy unter Beschuss geraten. Viceroy warf dem Unternehmen unter anderem ein undurchsichtiges Geschäftsmodell und geschönte Leasing-Forderungen vor. Der Konzern hatte daraufhin selbst mehrere Prüfungen in Auftrag gegeben, zudem hatte sich die Finanzaufsicht Bafin per Sonderprüfung eingeschaltet. Die Behörde hatte zuletzt zwar einige Mängel im Abschlussbericht für 2019 festgestellt, Anpassungsbedarf für den nach Verzögerungen im Mai vom Prüfer KMPG endgültig testierten 2020er-Bericht sah die Bafin aber nicht.

Die Vorgänge bei Grenke hatten neben dem Abgang von Leminsky jedoch noch weitere personelle Konsequenzen im Vorstand. Ende Juli schied zudem Unternehmensgründer Wolfgang Grenke aus dem Aufsichtsrat aus./tav/stw/mis

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