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OTS: Deloitte / Mehr Insolvenzen und Transaktionen durch Inflation: Neue ...

18.05.2022 um 09:10 Uhr

Mehr Insolvenzen und Transaktionen durch Inflation: Neue Distressed
M&A-Studie von Deloitte zeigt zunehmende Unsicherheit und Eintrübung
der Erwartungen
München (ots) -

- Deloitte sieht in seiner aktuellen Distressed M&A-Studie einen inflations- und
kriegsgetriebenen Anstieg von Transaktionen und Insolvenzen ab dem aktuellen
Jahresquartal
- Als Hauptrisiko für die deutsche Wirtschaft nehmen 78 Prozent der Experten die
steigende Teuerungsrate wahr; drei Viertel erwarten zudem mehr Distressed
M&A-Transaktionen auf dem deutschen Markt
- Käufer deutscher Distressed Assets kommen zwar auch weiterhin aus Deutschland
und Europa, das Käuferklientel aus den USA und Asien nimmt jedoch zu

Mehr als ein Jahrzehnt lang entwickelten sich die Zahlen von Insolvenzen und
Restrukturierungsmaßnahmen hierzulande rückläufig, und auch die Auswirkungen der
Coronakrise schienen daran erstaunlich wenig zu ändern - bisher. Die Beratungs-
und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte sieht Anzeichen für eine deutliche
Verschärfung der Situation: Die fünfte Distressed M&A-Studie zeigt einen
steigenden Druck auf die Unternehmensbilanzen durch die Inflationsdynamik,
stockende Lieferketten und die Folgen des Ukraine-Kriegs. Ein Großteil der
Restrukturierungs-Experten rechnet ab Jahresmitte mit einem signifikanten
Anstieg von Insolvenzen und krisenbedingten Firmentransaktionen.

"Seit Corona und nun mit dem Krieg in der Ukraine erleben wir einen extremen
Anstieg bei der Störung und Unterbrechung von Lieferketten sowie eine
inflationsbedingte Kostenbelastung vor allem bei Rohstoff- und Energiepreisen",
sagt Dr. Thomas C. Sittel, Managing Director bei Deloitte. "Gleichzeitig bleibt
der Transformationsdruck in vielen Branchen und bei vielen Geschäftsmodellen
hoch. Der Gedanke liegt nahe, dass diese Aspekte in den Gewinn- und
Verlustrechnungen negative Auswirkungen zeigen, die Liquiditätsbestände der
Unternehmen verringern und daher geradezu zwangsläufig die Anzahl von Distressed
M&A-Fällen erhöhen müsste. Verstärkt werden dürften diese Effekte zusätzlich
durch die drohenden oder auch schon umgesetzten Anhebungen der Leitzinsen.
Unsere Studie liefert hier erste belastbare Belege."

Insolvenzen und Transaktionen nehmen zu

In der aktuellen Ausgabe des Reports befasst sich Deloitte mit ausgewählten
Themen rund um Distressed M&A-Transaktionen und Risiken für die deutsche
Konjunktur und die einzelnen Branchen. Darüber hinaus werden Käuferverteilung
und -struktur beleuchtet sowie, welche Branchen für Investoren interessant sind
und wie sich die Bewertungsniveaus entwickeln. Zu guter Letzt geht Deloitte in
seiner Studie auch der Frage nach, warum Distressed M&A-Transaktionen oft
scheitern.

Rund zwei Drittel der Befragten sehen einen signifikanten Anstieg der
Distressed-Fälle bereits im laufenden Jahr. Ebenso viele rechnen damit, dass der
Anstieg zwölf oder sogar mehr Monate anhält. Bei den Sektoren stehen Tourismus,
Automobil und Handel weiter ganz oben auf der Liste der Branchen mit höheren
Risiken. Den geringsten Anstieg von kurzfristigen Distressed M&A-Transaktionen
erwarten die Befragten aktuell bei der chemischen Industrie, bei
Telekommunikation und im Banken- und Versicherungswesen.

Als Käufer von Distressed Assets wird der Anteil von Private-Equity-Unternehmen
weiterhin am höchsten eingeschätzt, mit einigem Abstand zu den strategischen
Investoren. Die Experten erwarten zugleich eine steigende Beteiligung von Family
Offices bei Distressed M&A-Transaktionen sowie eine deutliche
Internationalisierung der Verkaufsprozesse bei gleichzeitig stark rückläufiger
Käuferquote aus Deutschland und dem Rest von Europa.

Transaktions-Bewertungen haben sich stabilisiert

Wurden im zurückliegenden Jahr mehrheitlich noch sinkende Niveaus bei den
Bewertungen der Transaktionen erwartet, so sehen die Erwartungen aktuell und für
die nahe Zukunft überwiegend stabil aus. Nur noch eine kleine Minderheit von 16
Prozent der Teilnehmer erwartet auf absehbare Zeit weiterhin sinkende
Bewertungen für Distressed Assets.

Die relevantesten Erfolgsfaktoren für Distressed M&A-Transaktionen sehen die
Studienteilnehmer vor allem in schlüssigen Turnaround-Konzepten sowie in der
frühen Einbindung aller Stakeholder in geplante Fortführungs- und
Turnaround-Konzepte. Ebenfalls als sehr erfolgversprechend eingeschätzt wird die
Branchen-Expertise der Berater, um eine schnelle und breite Investorenansprache
zu ermöglichen.

Viele Transaktionen scheitern an wenigen Gründen

Als Hauptgründe für das Scheitern von Transaktionen gaben die Befragten indes
unzureichende Turnaround-Konzepte, unerwartete Risiken, Intransparenz und zu
hohen Zeitdruck an. Gut ein Drittel der Teilnehmer begründet das Scheitern von
Distressed M&A-Transaktionen mit zu hohen Kaufpreiserwartungen, vor allem bei
Insolvenztransaktionen, in denen der Substanzwert eines Unternehmens seinen
Ertragswert schnell überschreiten kann. Viele Investoren lehnen daher einen
Erwerb aus einer Insolvenz heraus ab. Gleichzeitig können hohe Risiken,
Intransparenz und zu viel Zeitdruck dazu führen, dass Käufer abspringen und gar
nicht mehr über den Preis reden wollen.

"Unsere diesjährige Distressed M&A-Studie ist von einem Umfeld gestiegener
Unsicherheit geprägt. Die befragten Experten aus Beratung, Finanzierung,
Management, Restrukturierung und Insolvenz sehen derzeit erhebliche Risiken für
die deutsche Wirtschaft", betont Andreas Moltrecht, CFA, Director bei Deloitte.
"Wenngleich die Meinungen derunterschiedlichen Teilnehmergruppen unserer Umfrage
auseinander gehen, so ist man sich beim Hauptrisikofaktor einig:Inflation.Vor
diesem Hintergrund ist es auch nichtverwunderlich, dass 75 Prozent der
Teilnehmerin naher Zukunftmehr Distressed M&A-Transaktionenauf dem deutschen
Markt erwarten."

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Inhaltlich verantwortlich für die Studie ist Andreas Moltrecht, CFA, Director
bei Deloitte.

Die Studie zum Download:

https://www2.deloitte.com/de/de/pages/finance/articles/distressed-m-and-a-studie
.html

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Pressekontakt:

Markus Soffner
Media Manager
Tel: +49 89 29036 5991
mailto:msoffner@deloitte.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/60247/5225160
OTS: Deloitte

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