Reuters

ThyssenKrupp bestätigt nach Zuwächsen Prognose

13.08.2015
um 08:41 Uhr
Düsseldorf (Reuters) - ThyssenKrupp kommt nach der jahrelangen Krise trotz des Preisdrucks in der Stahlsparte immer weiter in Schwung. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 (per Ende September) schraubte der Konzern seinen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) um mehr als ein Drittel auf 539 Millionen Euro nach oben. Damit übertraf der Industriekonzern die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 491 Millionen Euro gerechnet hatten. Zuwächse verzeichnete das Unternehmen unter anderem im Geschäft mit Autoteilen, in der Aufzugssparte und im europäischen Stahlgeschäft. Vorstandschef Heinrich Hiesinger bekräftigte die Prognose, wonach der operative Gewinn im Gesamtjahr auf 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro klettern soll. Nach neun Monaten hat ThyssenKrupp bereits 1,26 Milliarden in der Kasse."Die weitere Ergebnisverbesserung belegt die Fortschritte bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Effizienz-Verbesserung", sagte Hiesinger. Der Manager hatte in den vergangenen Jahren die Kosten gesenkt, Stellen gestrichen und Beteiligungen wie zuletzt die Tochter VDM verkauft. Aus einer im Internet veröffentlichten Präsentation geht allerdings hervor, dass der operative Gewinn im vierten Quartal unter dem Ergebnis des dritten liegen wird. Unter dem Strich will der Konzern weiter im Gesamtjahr den Vorjahrsgewinn von 195 Millionen Euro deutlich übertreffen. STAHLSPARTE LEGT ZU - WENIGER VERLUSTE BEI STEEL AMERICASDie europäische Stahlsparte konnte ihr operatives Ergebnis im dritten Quartal um 63 Millionen auf 166 Millionen Euro verbessern. Dies war der höchste Wert seit 15 Quartalen. Die Schwerindustrie in Europa kämpft seit Jahren mit Preisdruck, Überkapazitäten und der vorpreschenden Konkurrenz aus China. Die Stahlkocher von ThyssenKrupp haben sich dagegen auch mit einer Verkürzung ihrer Arbeitszeit gestemmt. Von den Einsparungen konnte ThyssenKrupp jetzt profitieren. Die stark gefallenen Preise für Rohstoffe wie Eisenerz drücken jedoch auch die Stahlpreise nach unten. Im lange Zeit für horrende Verluste sorgende amerikanischen Stahlgeschäft mit dem Werk in Brasilien schrieb der Konzern zwar keine schwarzen Zahlen, er fuhr die Verluste jedoch auf 90 Millionen Euro zurück nach einem Fehlbetrag von 137 Millionen vor Jahresfrist. Es habe aber Engpässe in der Produktion gegeben.ThyssenKrupp hatte 2013/14 nach jahrelanger Krise mit einem Nettoergebnis von 195 Millionen Euro erstmals wieder die Gewinnzone erreicht. Nach neun Monaten hat der Konzern nun knapp 300 Millionen in der Tasche.

THYSSENKRUPP AG O.N.

WKN 750000 ISIN DE0007500001