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Post-Chef - Hatten bei Postbank-Verkauf eigenes Interesse im Blick

06.11.2019 um 14:07 Uhr

Köln (Reuters) - Im Gerichtsstreit um die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank hat Deutsche-Post-Chef Frank Appel bestritten, dass er sich bei der Transaktion auch von Interessen des Frankfurter Geldhauses leiten ließ.

"Wir hatten immer die Interessen der Postbank und der Deutschen Post im Auge", sagte Appel am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Köln. "Und wir haben uns auch so verhalten", unterstrich er: "Es gab keine Abstimmungen mit anderen Parteien." Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit darüber, ob die Deutsche Bank die Aktionäre der vor rund zehn Jahren übernommenen Postbank angemessen vergütet hat. Der Deutschen Bank drohen Nachzahlungen von mehr als einer Milliarde Euro. Einer der Kläger ist das Börsenjournal "Effecten-Spiegel".

Das Gericht will neben Post-Chef Appel, der damals Chef des Aufsichtsrats der Postbank war, auch den früheren Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Ex-Privatkundenvorstand Rainer Neske als Zeugen befragen. Die beiden früheren Manager wollen aber von einem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen. Dem ehemaligen Finanzchef der Deutschen Bank, Stefan Krause, wurde dieses Recht bereits zugestanden.

Die Deutsche Bank war im September 2008 zunächst mit 29,75 Prozent bei der Postbank eingestiegen. Damit blieb sie unter der Marke von 30 Prozent, oberhalb der ein Pflichtangebot für die übrigen Anleger fällig wird. Erst 2010 stockten die Frankfurter ihre Beteiligung auf und veröffentlichten ein Übernahmeangebot. In mehreren Zivilverfahren fordern ehemalige Postbank-Aktionäre eine Nachzahlung, weil die Deutsche Bank ihrer Ansicht nach bereits 2008 die Kontrolle bei dem Bonner Geldhaus übernommen habe, obwohl die Aktienmehrheit formal noch von der Deutschen Post gehalten wurde. Die Deutsche Bank bestreitet das.

Der Prozess wird bis Weihnachten jede Woche Mittwochs fortgesetzt. Auch Ex-Postbank-Chef Wolfgang Klein ist im weiteren Verlauf als Zeuge geladen.

Neben der Deutschen Bank habe damals auch die spanische Santander Interesse an der Postbank gehabt, sagte Appel.

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