Reuters

Insider - Kone lockt Thyssen für Aufzugsdeal mit Vorauszahlung

19.11.2019 um 15:32 Uhr

- von Arno Schuetze und Edward Taylor und Christoph Steitz und Tom Käckenhoff

Frankfurt/Düsseldorf (Reuters) - Im Bieterrennen um die Aufzugssparte von Thyssenkrupp

spielt der finnische Konkurrent Kone Insidern zufolge eine milliardenschwere Vorabzahlung an den Ruhrkonzern durch.

Kone wolle damit im Vergleich zu den ebenfalls an einem Kauf interessierten Finanzinvestoren punkten, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Denn diese hätten bei einer Übernahme der lukrativen Aufzugsparte im Gegensatz zu Kone keine langwierige Prüfung der Kartellbehörden zu befürchten. Sollte Kone den Zuschlag bekommen, würde die Vorabzahlung im Fall einer Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden mit dem Kaufpreis verrechnet. Scheitert der Deal, könne Thyssenkrupp die Ausfall-Prämie (Break-up-Fee) behalten. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Vorabzahlung könne sich auf drei Milliarden Euro belaufen, sagte einer der Insider. Experten schätzen den Wert von Thyssenkrupp Elevator auf zwölf bis 17 Milliarden Euro. Die Verhandlungen zwischen Kone und Thyssen seien aber noch am Anfang, hieß es. Eine solche Summe vorab zu zahlen, wäre ungewöhnlich. Break-Up-Fees können vereinbart werden für den Fall, dass etwa bei exklusiven Verhandlungen eine Partei ausschert und sich an einen Dritten bindet. Im Fall von Kone und Thyssen hätte eine Vorabzahlung vor allem zwei Vorteile: Der klamme Thyssenkrupp-Konzern könnte rasch seine Kassenlage verbessern. Kone könnte die Skeptiker bei Thyssen besänftigen, die eine langwierige Prüfung der Kartellbehörden von über einem Jahr befürchten. Am Ende könnte Thyssenkrupp wie im Fall der geplatzten Stahlfusion mit Tata Steel mit leeren Händen dastehen.

KONE MUSS SORGEN VOR LANGER KARTELLPRÜFUNG ZERSTREUEN

An der Börse weitete die Thyssenkrupp-Aktie ihre Gewinne nach der Reuters-Meldung aus und lag zeitweise fast fünf Prozent im Plus. Den Industriekonzern drücken steigende Verluste und hohe Schulden. Die Aufzugssparte ist der wichtigste Gewinnbringer. Offen ist, wie viele Anteile Thyssen abstößt. "Ich plädiere für einen klaren Schnitt, damit das Unternehmen danach nach vorne schauen kann", sagte Deka-Investment-Experte Ingo Speich in einem vorab veröffentlichten Interview der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Aus industrieller Sicht ergebe ein Zusammenschluss von Thyssenkrupp und Kone Sinn. "Die Aufzug-Geschäfte passen wie Puzzleteile zusammen. Das würde sich bei einer Übernahme in einer recht hohen Bewertung niederschlagen."

Kone ist nach Otis und Schindler die weltweite Nummer Drei der Aufzugsbranche, gefolgt von Thyssenkrupp Elevator. Nach Reuters-Informationen ist Kone der einzige direkte Konkurrent von Thyssenkrupp Elevator, der noch im Rennen ist. Die Finnen, die seit Jahren auf eine solche Chance warten, haben sich Insidern zufolge mit den Investor CVC zusammengetan. Experten zufolge dürften die Kartellbehörden im Fall eines Zuschlags für Kone vor allem das auf beiden Seiten starke Europa-Geschäft ins Visier nehmen. Ebenfalls noch im Bieter-Rennen sind gemeinsam die Investoren Blackstone, Carlyle und Canada Pension Plan Investment Board sowie ein Konsortium aus Advent, Cinven und der Abu Dhabi Investment Authority. Mit einer Entscheidung wird im Januar gerechnet. Am Donnerstag legt Thyssen seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) vor.

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