Reuters

Autozulieferer Leoni braucht für die Sanierung 200 Mio Euro mehr

10.12.2019
um 17:32 Uhr

München (Reuters) - Beim kriselnden Autozulieferer Leoni droht das Geld knapp zu werden.

Der Kabelbaum- und Bordnetz-Spezialist braucht für seine Sanierung in den nächsten drei Jahren wohl rund 200 Millionen Euro mehr Liquidität. Das hätten externe Experten errechnet, teilte Leoni nach einer Vorstandssitzung am Dienstag in Nürnberg mit. In einem Sanierungsgutachten, das der Vorstand in Auftrag gibt, soll eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nachrechnen, ob diese Annahmen auch valide sind. Solch ein Gutachten brauchen vor allem Banken, die entscheiden müssen, ob sie ihre Kredite an ein angeschlagenes Unternehmen verlängern oder neue vergeben. Nach früheren Angaben hat Leoni drei Viertel seiner Kreditlinien fest, 25 Prozent könnten aber gekündigt werden.

Leoni sei "weiterhin in sehr konstruktiven Abstimmungen mit seinen Kreditgebern", hieß es in der Mitteilung. Neue Kredite wolle das Unternehmen für den zusätzlichen Liquiditätsbedarf nicht aufnehmen. Allerdings muss der Vorstand bis Ende März 2020 ein Schuldscheindarlehen über 170 Millionen Euro tilgen. Nach früheren Angaben könnten dazu die bestehenden Kreditlinien verwendet werden. Bis dahin soll auch das Sanierungsgutachten vorliegen.

Finanzkreisen zufolge könnte das Geld bis Mitte 2020 knapp werden. Dem Konzern war die Expansion der vergangenen Jahre über den Kopf gewachsen. Der Schuldenberg ist auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Nun will Leoni-Chef Aldo Kamper 2000 Arbeitsplätze abbauen - doch auch das kostet. Frisches Geld könnte mit dem Verkauf oder einen Börsengang der Kabel-Sparte hereinkommen, der 2020 über die Bühne gehen soll. Bei der Sanierung unterstützt wird Leoni Unternehmenskreisen zufolge von der Beratungsfirma Roland Berger.

Leoni AG

WKN 540888 ISIN DE0005408884