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Aufseher knöpfen sich Barclays-Chef wegen Verbindung zu Epstein vor

13.02.2020 um 11:12 Uhr

London (Reuters) - Barclays-Chef Jes Staley ist wegen seiner Verbindungen zu dem verstorbenen US-Banker und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ins Visier der britischen Aufsichtsbehörden geraten.

Die Ermittler wollen herausfinden, in welcher Beziehung der 63-Jährige zu dem Hedgefonds-Manager stand, dem Kindesmissbrauch und andere sexuelle Vergehen vorgeworfen wurden. "Ich habe gedacht, ich kenne ihn, und ich lag falsch", sagte Staley am Donnerstag vor Reportern bei der Bilanzpressekonferenz der Bank. "Jetzt, wo wir das alles wissen, bereue ich zutiefst, in irgendeiner Verbindung zu Jeffrey Epstein gestanden zu haben." Epstein hatte sich im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft das Leben genommen.

Die Beziehung zu Epstein habe 2000 begonnen, als Staley bei der US-Bank JPMorgan begonnen habe, sagte der Barclays-Chef. Nachdem er die US-Bank verlassen habe, habe die Häufigkeit der Treffen und Gespräche abgenommen. Seit der Übernahme des Chefpostens bei der britischen Bank 2015 habe er Epstein gar nicht mehr gesehen. Der Verwaltungsrat der Bank sprach Staley das Vertrauen aus. Investoren waren dennoch verunsichert. Die Aktien gaben um 3,8 Prozent nach.

Laut einem Bericht der "New York Times" aus dem vergangenen Jahr hatte Epstein Dutzende reiche Kunden an Staley verwiesen, als dieser das Privatbank-Geschäft bei JPMorgan leitete. Zudem habe Staley seinen Bekannten 2008/09 im Gefängnis besucht, als dieser eine Strafe absitzen musste, nachdem er sich schuldig bekannt hatte, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben.

Für Staley ist es schon die zweite Untersuchung durch die Aufsichtsbehörden. Im Mai 2018 hatte ihm die Financial Conduct Authority (FCA) eine Strafe von 642.000 Pfund aufgebrummt, weil er mit Hilfe von Ermittlern versucht hatte, einen internen "Whistleblower" zu finden. Die Ermittlungen gegen den Amerikaner überschatten das Ergebnis von Barclays, das 2019 besser ausfiel als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn vor Steuern legte unter anderem dank eines florierenden Anleihengeschäfts um neun Prozent auf 6,2 Milliarden Pfund (7,4 Milliarden Euro) zu.

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