Reuters

Kämpfe zwischen Hamas und Israel gehen in die zweite Woche

17.05.2021 um 09:22 Uhr

- von Nidal al-Mughrabi und Jeffrey Heller

Gaza/Jerusalem (Reuters) - Die Kämpfe zwischen militanten Palästinensern und dem israelischen Militär halten trotz internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe mit unverminderter Härte auch den achten Tag infolge an.

Die israelische Luftwaffe flog am Montag erneut Dutzende Angriffe auf den Gazastreifen, von wo aus die radikal-islamische Hamas wieder zahlreiche Raketen auf israelische Städte abfeuerte. Kampfjets hätten ein Tunnelsystem der Hamas und Häuser von ranghohen Anführern der Islamisten bombardiert, nachdem kurz nach Mitternacht die israelischen Städte Beerscheba und Aschkelon mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossen worden seien, erklärte das israelische Militär am Montag. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Seit Ausbruch der Kämpfe vor einer Woche sind im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben 197 Menschen getötet worden, darunter 58 Kinder. In Israel sprachen die Behörden von zehn Toten, darunter zwei Kinder.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte, die Bemühungen zur Vermittlung einer sofortigen Waffenruhe zu intensivieren. Die Vereinten Nationen seien dazu mit allen Beteiligten in Kontakt. Auch die USA bekräftigten ihre Forderung nach einem Ende der Kämpfe. Sie habe der israelischen Regierung und den Palästinensern ihre Unterstützung angeboten, "sollten die Parteien einen Waffenstillstand anstreben", teilte die US-Regierung mit. Präsident Joe Biden erklärte, die USA arbeiteten mit beiden Konfliktparteien zusammen, um eine dauerhafte Ruhe zu erreichen. "Wir glauben auch, dass Palästinenser und Israelis gleichermaßen ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit verdienen", sagte er in einer am Sonntag ausgestrahlten Videobotschaft zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan.. Zuvor hatte die US-Regierung eine gemeinsame Erklärung des UN-Sicherheitsrats zu der Gewalt blockiert, und damit begründet, dass dies der Diplomatie hinter den Kulissen schaden könnte.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutete kein baldiges Ende der Kämpfe an. Israels Vorgehen im Gazastreifen werde mit "voller Kraft" fortgesetzt, damit eine Abschreckung erreicht werde, um künftige Konflikte mit der Hamas zu verhindern, sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache nach der Sitzung seines Sicherheitskabinetts am Sonntag. Israel handele so lange wie nötig, um Ruhe und Frieden für seine Bürger wiederherzustellen. "Es wird Zeit brauchen."

In Deutschland forderte Vizekanzler Olaf Scholz den internationalen Druck auf die Hamas zu erhöhen, um die Raketen-Angriffe auf Israel zu beenden. "Der Nahost-Konflikt ist vielschichtig – doch für das, was sich in den vergangenen Tagen dort vollzieht, trägt die Hamas die Verantwortung", sagte der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung, um sich und seine Bürger zu schützen.

ISRAEL - NEUN WOHNHÄUSER VON HAMAS-KOMMANDEUREN BOMBARDIERT

Das israelische Militär erklärte, bei den neuen Luftangriffen auf den Gazastreifen auch neun Wohnhäuser hochrangiger Hamas-Kommandeure getroffen zu haben. Einige der Häuser seien als Waffenlager genutzt worden. Augenzeugen zufolge konzentrierten sich die Angriffe auf Gaza-Stadt. Bombardiert worden seien Ausbildungslager militanter Extremisten und Sicherheitsgebäude sowie Straßen. Palästinensischen Medienberichten zufolge wurde auch eine Fabrik im Norden des Gazastreifens getroffen.

Die schwersten Kämpfe zwischen Israel und radikalen Palästinensern seit Jahren gingen aus Auseinandersetzungen an der Al-Aksa-Moschee in Ost-Jerusalem hervor. Verschärft wurden die Spannungen durch Pläne, dort Häuser palästinensischer Familien zu räumen. Das Land wird von jüdischen Siedlern beansprucht. Am Montag vergangener Woche stellte die Hamas eine Frist für den Abzug israelischer Sicherheitskräfte von der Moschee und begann nach dem Ablauf mit Raketenangriffen. Seither sind nach israelischen Angaben mehr als 2800 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abfeuert worden. Die israelische Armee spricht von 1000 Luft- und Artillerie-Angriffen ihrerseits.

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