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DFL-Chefin Hopfen muss nach nur einem Jahr gehen

08.12.2022
um 07:27 Uhr

München (Reuters) - Bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) kommt es inmitten der Debatte um eine Beteiligung von Finanzinvestoren zu einem Führungswechsel.

Donata Hopfen werde die Organisation der Fußball-Bundesliga zum Jahresende verlassen, teilte die DFL am Mittwochabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Grund seien "unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung". Der 46-Jährigen wurde vorgeworfen, unter anderem den Teilverkauf einer geplanten Medienrechte-Vermarktungsfirma an Finanzinvestoren nicht konsequent vorangetrieben zu haben. Die ehemalige Medienmanagerin und Unternehmensberaterin hatte erst zu Jahresbeginn die Nachfolge von Christian Seifert angetreten.

Reuters hatte am Sonntag berichtet, dass Hopfen vor der Ablösung stehe, weil es ihr nicht gelungen sei, das Vertrauen der Klubs zu gewinnen. Ihr Nachfolge sollen Medienberichten zufolge bis zum Saisonende die beiden Bundesliga-Manager Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Oliver Leki (SC Freiburg) antreten. Sie gehören der "Arbeitsgruppe Zukunftsszenarien" an, die sich unter anderem um die Investorensuche kümmern sollte. "Ich wünsche den Verantwortlichen den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten", sagte Hopfen. "Und dabei natürlich auch das notwendige Quäntchen Glück."

Nach den Plänen der DFL sollen sich Finanzinvestoren mit bis zu 20 Prozent an einer Firma zur Verwertung der nationalen und internationalen Medienrechte an der Bundesliga beteiligen. Das könnte bis zu 3,6 Milliarden Euro bringen. Mindestens sieben Private-Equity-Firmen haben sich bereits beworben, der Prozess kommt aber nicht recht in Fahrt, wie Reuters berichtet hatte. Die DFL braucht für den Verkauf eine Zweidrittelmehrheit unter den 36 Erst- und Zweitligisten. Ein Verkaufsprozess nur für die Auslandsrechte - noch unter Seifert - war am Widerstand der Klubs gescheitert.

Auch im Streit um die "50+1"-Regel, die einen Verkauf der Mehrheit an einem deutschen Profiklub verbietet, vermissten die Vereine unter Hopfen Fortschritte. Das Bundeskartellamt drängt auf Änderungen, weil die DFL bereits Ausnahmen zugelassen hat (VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim, RB Leipzig). Auch die Ausschreibung der Bundesliga-Übertragungsrechte ab 2025 steht an, die den Vereinen bisher einen Großteil ihrer Einnahmen garantiert.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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