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Ifo - Exporterwartungen der Industrie steigen zweiten Monat in Folge

27.11.2023
um 07:57 Uhr

Berlin (Reuters) - Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie hat sich im November den zweiten Monat in Folge verbessert.

Das Barometer für die Exporterwartungen stieg auf minus 3,8 Punkte, von minus 6,3 Punkten im Oktober, wie das Münchner Ifo-Industrie am Montag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der höchste Wert seit einem halben Jahr. "Die Exportwirtschaft kann aber immer noch keine Dynamik entwickeln", dämpfte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, entsprechende Hoffnungen. "Eine größere Teilhabe an dem wirtschaftlichen Aufschwung in vielen Ländern steht noch aus."

Noch immer zeichnet sich nur in wenigen Branchen ein Zuwachs bei den Ausfuhren ab. "Optimistisch blicken zumindest die Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie auf die kommenden Monate", so das Institut. Auch bei den Bekleidungsherstellern wird mit mehr Exporten gerechnet. In der Automobilindustrie halten sich weiterhin positive und negative Antworten in etwa die Waage. "Wenig Freude beim Blick ins Ausland zeigt sich gegenwärtig im Maschinenbau und der Elektrotechnik", hieß es. "Dort erwarten die Unternehmen rückläufige Aufträge." Am pessimistischsten bleiben die Drucker.

Der exportabhängigen deutschen Industrie macht die maue Weltkonjunktur zu schaffen. Viele Zentralbanken haben ihre Leitzinsen in den vergangenen Monaten wegen der hohen Inflation kräftig angehoben, was Kredite für Investitionen in deutsche Exportschlager wie Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge deutlich verteuert und damit die Nachfrage dämpft.

"Die Industrie agiert nach wie vor unter widrigen Bedingungen", heißt es daher im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Die schwache Auslandsnachfrage und die Folgen des Energiepreisschocks bremsten weiter ihre Produktion. "Aber es gibt erste zaghafte Anzeichen für eine zögerliche Besserung nach dem Jahreswechsel." So deute die Grundtendenz bei den Aufträgen darauf hin, dass die Auslandsnachfrage die Talsohle erreicht haben könnte, so die Bundesbank.

(Bericht von Rene Wagner; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)