Reuters

US-Bauausgaben steigen trotz Hochzinsphase - Warten auf Fed-Protokolle

02.01.2024
um 17:12 Uhr

Washington (Reuters) - Trotz deutlich gestiegener Zinsen schlägt sich der Bausektor in den USA wacker. Die Bauausgaben stiegen im November zum Vormonat um 0,4 Prozent auf einen auf das Jahr hochgerechneten Wert von 2,050 Billionen Dollar, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Experten hatten mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Allerdings wurde die Zuwachs-Zahl für Oktober deutlich nach oben revidiert - und zwar auf 1,2 Prozent von ursprünglich gemeldeten 0,6 Prozent.

Im November gab es Licht und Schatten: Die privaten Bauausgaben zogen um 0,7 Prozent an. Die öffentliche Hand hielt sich jedoch zurück: In ihrem Bereich gingen die Ausgaben um 0,7 Prozent zurück. Die gesamten Bauausgaben lagen im November zugleich um 11,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen im Kampf gegen die Inflation seit Anfang 2022 von nahe null auf eine Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent erhöht. Dadurch verteuerten sich auch die Hypotheken und damit die Baufinanzierung spürbar. Ein Mangel an Bestandshäusern befeuert jedoch die Bautätigkeit.

Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell hielten zuletzt auf drei Sitzungen in Folge die Füße still und signalisierten für 2024 einen lockereren geldpolitischen Kurs. An den Finanzmärkten hat dies eine wahre Zinssenkungseuphorie ausgelöst, die sich zu Jahresbeginn etwas legte. Am Geldmarkt wird für das laufende Jahr mit einem Herunterfahren des Zinsniveaus um 1,5 Prozentpunkte - also 150 Basispunkte - gerechnet. Vor der Jahreswende waren noch 160 Basispunkte eingepreist worden.

Hinweise auf das weitere Vorgehen erhoffen sich Investoren von der am Mittwoch anstehenden Veröffentlichung der Protokolle der Fed-Sitzung vom Dezember, die einen Einblick in die internen Diskussionen der Währungshüter ermöglicht. In ihrem Ausblick gehen diese im Mittel davon aus, dass der Leitzins im Laufe des Jahres 2024 um 0,75 Prozentpunkte sinken wird. Laut Powell rückt die Frage ins Blickfeld, wann eine Lockerung angebracht sein wird: "Das wird ein Thema für uns."

(Bericht von Lucia Mutikani, Harry Robertson geschrieben von Reinhard Becker - redigiert von Klaus Lauer. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)