Reuters

Biotechfirma CureVac verkleinert sich und streicht 150 Stellen

24.04.2024
um 14:42 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Die Tübinger Biotechfirma CureVac muss nach höheren Verlusten im vergangenen Geschäftsjahr Kosten senken und will mehr als ein Zehntel der Arbeitsplätze streichen.

Über ein Freiwilligen-Programm sollen 150 Jobs abgebaut werden, wie das Unternehmen, das in der Pandemie mit der Entwicklung seines Coronaimpfstoffs scheiterte, am Mittwoch mitteilte. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Gegenwärtig hat CureVac weltweit rund 1100 Beschäftigte. Unternehmensstrukturen sollen gestrafft und die Betriebskosten in weiten Teilen gesenkt werden. Zur Höhe der ab dem zweiten Halbjahr erhofften Einsparungen äußerte sich Curevac nicht.

"Wir passen nicht mehr benötigte und Pandemie-bedingte Infrastruktur an, optimieren die Größe unserer Belegschaft und richten unsere Strukturen und Ressourcen auf unseren

Geschäftsumfang und unsere Entwicklungsprioritäten aus", sagte Vorstandschef Alexander Zehnder. In der Forschung will CureVac sich künftig vor allem auf die Entwicklung seiner Krebsimmuntherapien konzentrieren. Die Entwicklungsprogramme im Bereich Covid, die das Unternehmen nach seinem Flop startete, sollen aber fortgeführt werden.

Der mit der Bundesrepublik im April 2022 geschlossene Pandemiebereitschaftsvertrag, der die Bereitstellung von Produktionskapazitäten und die Lieferung von mRNA-Impfstoffen im Fall eines öffentlichen Gesundheitsnotstands in Deutschland umfasste, endet allerdings Ende Mai. Das vergangene Jahr schloss CureVac mit Barmitteln von 402,5 Millionen Euro ab. Der operative Verlust erhöhte sich auf gut 274 (2022: 249,5) Millionen Euro. Der Umsatz sank wegen geringerer Einnahmen aus der Kooperation mit dem britischen Pharmakonzern GSK um ein Fünftel auf 53,8 Millionen.

(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)