Trend Elektromobilität: Angebotsengpässe drücken Lithium-Preis immer höher. Diese Stocks muss man kennen!

13.01.2022 um 20:03 Uhr

Liebe Leser,
 
Lithium ist in das neue Jahr 2022 mit einem neuen Preisanstieg gestartet, was Elektroautoheersteller, die ohnehin unter dem globalen Halbleiter- und Chipmangel leiden, mittelfristig unter Druck bringen wird. Doch die Versorgung mit dem Hauptmaterial für die Batterieherstellung ist derzeit mit einer Reihe von kurzfristigen Risiken konfrontiert, was potenziell zu einer noch höheren Lithium-Knappheit führen könnte. Dies passiert zugleich mit der Tatsache, dass die Akzeptanz und somit die Marktpenetration von Elektroautos weiter steigt. Das sahen wir zuletzt an den hervorragenden Absatzzahlen aller Elektroauto-Hersteller und besonders beim E-Mobility-Pionier Tesla (TSLA), der ins neue Jahr mit einem neuen Absatzrekord startete.
 
Kurzfristige Risiken ergeben sich aus den politischen Spannungen, wobei die USA und eine Reihe weiterer Staaten, die sich in dem US-Orbit befinden, Olympische Spiele in China politisch boykottieren wollen. Zu beachten ist hier auch die Tatsache, dass die Olympischen Spiele in China tatsächlich stattfinden werden. Und damit kommt neben dem politischen Risiko auch das wirtschaftliche Risiko. Denn mit dem Einreisen von Touristen aus der ganzen Welt, wäre auch der Omicron-Breakout in China sehr wahrscheinlich. Dabei ist das Vorgehen der kommunistischen Partei gegen betroffene Regionen sehr hart. Sollte es also in China zum tatsächlichen Omicron-Breakout kommen, so würde das Land sich rasch schließen und für die Wochen oder sogar Monate in einen harten Lockdown gehen, was U.a. die Lithiumproduktion zusätzlich belasten wird.
 
Letztendlich ist hier die massive Verbreitung der COVID-Omicron-Virus-Mutation weltweit zu erwähnen, was in den kommenden Monaten zu den heftigen Einschränkungen führen könnte. Die Folge wäre der simple Arbeitskräfte-Mangel, was man schon jetzt z.B. in Australien verspürt. So hat der australische Konzern Pilbara Minerals kürzlich seine Prognose für Exporte von Spodumen-Konzentrat (enthält Lithiumoxid) gesenkt.
 
Wie man also unschwer erkennen kann, existieren derzeit sehr viele Faktoren, die einen negativen Impact auf den Lithium-Preis haben könnten, sodass dieser mit einer hohen Wahrscheinlichkeit weiter ansteigt und sich erst auf einem relativ hohen Niveau stabilisieren wird, was wiederum in deutlich bessere operative Ergebnisse der Lithium-Konzerne führen dürfte.
 
Und daher wäre eine langfristige Depot-Beimischung i.S.d. Lithium-Stocks ein durchaus plausibler Weg, um den eigentlichen E-Mobility-Trend zu spielen. Zumal Global Data Analysten bspw. davon ausgehen, dass sich Lithium-Nachfrage in 2024 fast verdreifachen wird, wobei das durchschnittliche jährliche Wachstumstempo der Nachfrage bei rund 25,5 % liegen dürfte. Sie schätzen auch, dass sich die Batterieproduktion bis 2024 auf 410,5 Gigawatt pro Stunde mehr als vervierfachen wird. Und Bloomberg-Analysten sind davon überzeugt, dass sich die Nachfrage nach E-Auto-Batterien bis 2030 sogar verneunfachten könnte, was der Lithium-Nachfrage letztendlich einen langfristig steigenden Charakter verleihen dürfte.
 
Anzumerken bleibt in dieser Hinsicht lediglich die Tatsache, dass Lithium-Trend an sich eine sehr volatile und stark-gehypte Angelegenheit darstellt, was ab und zu in heftige Kursschwankungen mündet. Diese Tatsache muss jeden potenziellen Lithium-investor, oder Trader immer bewusst sein.

Was die Stocks angeht, so ist es zunächst die Akte des US-amerikanischen Chemiekonzerns Albemarle (ALB), die interessant sein könnte. Das Unternehmen spezialisiert sich neben Flammschutzmitteln auf Brombasis auch auf die Herstellung von Lithiumchemikalien. Dabei fungiert man als der größte Lithium-Produzent der Welt. Umsatztechnisch macht das Lithium-Geschäft rund 37 % der Gesamtumsätze aus. Weitere 29 % des Umsatzes kommen aus dem Verkauf von Katalysatoren, die zur Reinigung und Verbesserung der Ölqualität verwendet werden. Die weiteren 28 % des Umsatzes verdient man mit dem Verkauf von Brom und seinen Derivaten. Sie werden im Bereich Brandschutz, chemische Industrie, Bohren von Öl- und Gasbrunnen, Wasserreinigung, zur Verarbeitung von Rindfleisch und Geflügel, aber auch bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln usw. eingesetzt.

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Eine Alternative zu Albemarle aus diesem Segment wäre die Aktie des chilenischen Konzerns Sociedad Quimica y Minera (SQM). Das Unternehmen ist mit einem rund 14%igen Global-Markt-Anteil neben Albermarle (rund 18 %) einer der größten Lithiumproduzenten der Welt. Hinzu kommt, dass Chile nach Bolivien die größten Lithiumreserven der Welt in seinen Böden aufweist, wobei die abbaubaren Vorkommen des Landes auf rund 7,5 Mio. Tonnen geschätzt werden. Gleichzeitig versucht der Konzern schon jetzt geographisch zu expandieren und investiert in verschiedene Projekte u.a. in Australien, wo ebenfalls sehr große Lithium-Vorkommen existieren. Umsatztechnisch macht das Lithium-Geschäft rund 26 % der Gesamtumsätze aus.

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Weitere Unternehmen aus dieser Trendgruppe, die man unbedingt kennen sollte, sind:

  • der chinesische Gigant Jiangxi Ganfeng Lithium - ist ebenfalls auf die Herstellung und Vermarktung von Lithiumprodukten wie Lithiumchlorid, Lithiumfluorid, Lithiumcarbonat, Lithiumhydroxid, Lithium-Magnesium-Legierung usw. spezialisiert.
  • Livent (LTHM) - IPO aus 2018 - ist FMC-Spin-Off und ist ein Pure-Lithium-Player, was sowohl bessere Chancen als auch höhere Risiken in sich birgt. Der aktuelle Lithium-Marktanteil liegt hier derzeit bei rund 5 %. Der Konzern selbst geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach Lithiumhydroxid für Elektrofahrzeugbatterien (das Hauptprodukt des Unternehmens) bis 2025 versiebenfachten und bis 2030 nochmal verdoppeln wird.
  • Exploration-Firma Lithium Americas (LAC), deren Aktie gestern vor dem Hintergrund eines Analystenimpacts angesprungen war. Der frische Impuls, der den Wert bei einer freundlicheren Marktstimmung in eine Erholungsbewegung versetzen könnte, kommt seitens Piper Sandler in Form eines Rating-Upgrades von Hold auf Buy samt einer Kurszielerhöhung von 32 auf 41 USD.
  • Watchlist-reif ist auch das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energy, das zusammen mit dem Chemiekonzern Nobian eine Lithium-Produktion in Deutschland starten will. Dabei will man mit Hilfe von Geothermiebohrungen Thermalwasser aus tiefen Erdschichten nach oben holen und das darin gebundene Lithium herausfiltern. Diese Pläne sind sehr ambitioniert und werden von dem Erfolg der eigenen Lobby-Arbeit abhängen, denn gerade in Europa und explizit in Deutschland treffen solche umweltschädliche verfahren, wie die beabsichtigten Geothermie-Bohrungen immer auf einen heftigen politischen und Gesellschaftlichen Widerstand.

Schließlich bleibt es zu erwähnen, dass der Lithium-Trend auch zahlreiche Hot-Stocks mit einem deutlich höheren Risiko, aber auch vermutlich besseren Rendite-Chancen bietet. Und aus diesem Grund könnte es sich lohnen auch Aktien wie Standard Lithium, Orocobre, Piedmont Lithium, etc. auf der Watchlist zu haben.

Viel Erfolg und seien Sie profitabel!

Hinweis: Die veröffentlichten Tradingsignale und Empfehlungen dienen lediglich der allgemeinen Information, sie sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sie entsprechen lediglich der aktuellen Einschätzung des verwendeten Handelssystems.
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