Unentdeckte Seiten des 3D-Drucks und perspektivenreiche Interkonnektivitäts-Lösungen!

25.08.2016 um 11:43 Uhr

Die sommerliche Berichtssaison läuft weiter auf Hochtouren. Zahlen über Zahlen und die Datenflut reißt nicht ab. Ein Highlight der vergangenen Wochen war sicherlich der Moment als Google, Microsoft, Apple, Facebook und Amazon für eine, wenn auch nur kurze Zeitspanne, zu den fünf nach Marktkapitalisierung gemessen wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt geworden sind. Dieser kurze Moment verdeutlichte zweifelsohne den massiven Drift der Weltwirtschaft in Richtung cloudbasierten Hightech-Lösungen, weit weg von der klassischen Dominanz der Rohstoffgiganten, die in den letzten Jahrzehnten an der Spitze des Wirtschaftsgeschehens standen.

Auch in dieser Woche bleibt der TrendScout abseits der Mainstream-Tendenz und begibt sich auf die Suche nach perspektivenreichen, hochprofitablen Trendrichtungen, die noch weitgehend unentdeckt sind.


Die unterschätzte Technologie!

Die technologischen Errungenschaften der letzten Jahre, die unser Leben völlig unbemerkt Tag für Tag zum Besten verändern, verfügen teilweise über das ganz große Potenzial, einige etablierte und sicher geglaubte Industriezweige grundlegend verändern zu können. Eine davon ist sicherlich die 3D-Druck-Technologie. Das aktuelle Problem ist allerdings, dass noch kein innovatives Genie ihr riesiges Potenzial in vollem Umfang aufdecken konnte. Die Versuche der Marktteilnehmer werden jedoch immer konkreter und lassen schon heute erahnen, was uns in absehbarer Zukunft erwarten könnte.

Konkret geht es um den milliardenschweren Sportschuhmarkt, der immer stärker von der 3D-Printing-Technologie durchdrungen wird. In dieser Hinsicht ist sich der TrendScout ziemlich sicher, wenn es eine Revolution in der Schuhindustrie geben wird, wird diese aufgrund des 3D-Drucks geschehen. Dafür spricht die erhöhte Aktivität aller Big-Player wie Nike, Adidas und Puma, die sich Schritt für Schritt in Position bringen, um bei dem neuen Trend nicht auf der Strecke zu bleiben. Dabei boten die zweieinhalbwöchigen Olympischen Spiele in Rio die perfekte Gelegenheit eigene Produkte und innovative Visionen Milliarden von potentiellen Kunden zu präsentieren. Der Sportschuh hat seinen Einzug in das gesellschaftliche Leben schon längst gefunden und erreicht immer mehr Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Weil die Rede von einem mehr als 28 Mrd. USD starken Umsatzmarkt ist, will sich keiner der Wettbewerber nur den Hauch einer Möglichkeit entgehen lassen, noch mehr Kunden für sich zu gewinnen.

Nike wird beispielsweise die gesamte olympische Fußballmannschaft der USA mit seinen 3D-gedruckten „Magista“-Schuhen ausstatten. Die Goldmedaillengewinnerin Allyson Felix wird in Rio ebenfalls auf die 3D-Schuhe „Zoom Superfly Flyknit“ setzen, um neben dem verbesserten Tragekomfort auch gewisse Vorteile aufgrund der idealen Passform im vollen Umfang nutzen zu können.

Adidas, dessen Aktie eine unglaubliche Trendstabilität aufweist, annoncierte den Bau einer vollkommen automatisierten „Speedfactory“, die Anfang 2017 in Betrieb genommen werden soll. Auf diese Weise wird der Konzern die gesamte Schuhproduktion von Asien nach Deutschland zurückholen. Das Geschäftsmodell wird durch den verstärkten Einsatz des 3D-Drucks in Kombination mit vollautomatisierten Fertigungsrobotern vollkommen revolutioniert, was sich letztendlich in einer weiter steigenden Profitabilität für das deutsche Unternehmen widerspiegeln würde.

Einer besonderen Betrachtung, angesichts der aufkommenden Revolution in der Schuhindustrie, bedarf allerdings zunächst der Newcomer der Brache – das Unternehmen Under Armour.

Der mit rund 17 Mrd. USD kapitalisierte Konzern befindet sich aktuell in einer dynamischen Wachstumsphase und konnte im Bereich der hochspezialisierten Sportbekleidung bereits signifikante Erfolge verzeichnen und sogar solchen Konkurrenten wie Nike Marktanteile abgreifen. Für die Werbekampagne in Rio konnte das Unternehmen den Superstar-Schwimmer Michael Phelps für sich gewinnen, der außerhalb des Pools Under Armour’s 3D-gedruckten „Architech“ Schuh tragen wird. Das Model mit dem stolzen Preis von 300 USD wurde im März des laufenden Jahres der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und war innerhalb von 20 Minuten komplett ausverkauft. Bereits in diesem Monat beabsichtigt Under Armour in Anbetracht der großen Popularität seine Produktionskapazitäten bei der Produktion von 3D-Schuhen hochzufahren und gleichzeitig um weitere Modelle zu erweitern.

Dass Under Armour es mit der breiten Marktdurchdringung wirklich ernst meint, wurde spätesten am 1. August mit der Ankündigung einer breitangelegten Werbekampagne sichtbar. Das Unternehmen annoncierte den US-amerikanischen NBA-Superstar Stephen Curry für seine fünftägige Marketingtour gewonnen zu haben. Seit der Sportler Under Armours Schuhe bewirbt stieg der Umsatz in diesem Segment innerhalb nur eines Quartals um 58 %. Zusätzlich eröffnete der Konzern rund 60 neue Filialen auf der ganzen Welt. Außerdem expandiert der Konzern verstärkt in Richtung China, wo Stephen Curry die Produkte des Unternehmens bereits in diesem September bewerben wird. Wie der Konzern Mitte Juli mitteilte, stieg der Umsatz des chinesischen Online-Vertriebs um 157 % und das Unternehmen rechnet damit am Ende des Jahres mindesten 150 Mio. USD aus dieser Sparte einzunehmen.

Gleichzeitig bewegt sich Under Armour in Richtung des Massenverbrauchers und bringt im Herbst des laufenden Jahres einen neuen Brand „UAS“ heraus, der die mittlere Preisklasse tangieren soll. Die Experten von Morgan Stanley gehen daher davon aus, dass die Preisdiversifikation dem Unternehmen zusätzliche 275 Mio. USD Einnahmen einbringen wird, die sich in Zukunft auf 550 Mio. erhöhen könnten.

Einen Hauch Zukunft gab es Ende Juli, als Under Armour die Konzeption eines hochtechnologischen Geschäfts für Sportkleidung präsentierte. Den Kunden wird die Möglichkeit geboten den eigenen Körper mithilfe einer 3D-Technologie einzuscannen, um auf diese Weise die ideale Bekleidung inklusive Schuhe erstellen zu lassen und mit dem 3D-Drucker auszudrucken. Sollte es den Spezialisten von Under Armour tatsächlich gelingen, die Herstellung der „idealen Bekleidung“ auf Mausklick zu etablieren, so bekäme das Unternehmen gegenüber der Konkurrenz einen sehr starken Wettbewerbsvorteil, der von den anderen Marktteilnehmern nicht so schnell eingeholt werden könnte. Das erste Industriesegment, in dem sich die neue Technologie mit der größten Wahrscheinlichkeit durchsetzen könnte, wäre die hochwertige und gleichzeitig funktionale Sportkleidung, die dank neuer Technologie perfekt an die Anforderungen und Wünsche der Hochleistungssportler angepasst werden könnte.

In Anbetracht der vielversprechenden Wachstumsperspektive und des schnellen Wachstums des Unternehmens auf den internationalen Märkten, erscheint die Aktie von Under Armour unterbewertet zu sein, zumal das Unternehmen seinen Umsatz laut Ergebnissen des vergangenen Quartals um 28 % auf 1 Mrd. USD kräftig steigern konnte. Insgesamt verzeichnet das Unternehmen seit 2012 ein jährliches Umsatzwachstum von rund 30 %.


Interessanter Börsenneuling

Ein weiteres Unternehmen dem der wöchentliche TrendScout unbedingt seine Achtung schenken möchte ist der US-amerikanische Konzern Acacia Communications, der Mitte Mai den Börsengang wagte. Seit dem IPO hat sich der Aktienkurs des Unternehmens fast verdoppelt. Acacia Communications spezialisiert sich auf die Entwicklung und Herstellung von hochtechnologischen Telekommunikationslösungen. Dabei positioniert sich der Konzern in einer, aus strategischer Sicht interessanten Nische, was sich in Zukunft positiv auf seine Profitabilität auswirken könnte. Acacia liefert High-Speed-Kommunikationssysteme zur Anwendung in Bereichen, wo gewöhnliche High-Speed-Lösungen nicht einsetzbar sind und zwar unterirdisch. Acacias Produkte werden in erster Linie in den weit verzweigten U-Bahn-Netzen eingesetzt. So kann Acacia mithilfe von unterirdischen Telekommunikationslösungen verschiedene Klienten in Office-Gebäuden, Rechen- und Data-Zentren oder auch in abgelegenen Gebieten mit dem High-Speed-Internet mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Gbps versorgen. Der Vorteil dieser Lösung liegt primär in der hohen Energieeffizienz. Sekundär liegt er natürlich in der relativ hohen Sicherheit aufgrund der unterirdischen Positionierung der Kommunikationslösung, die durch entsprechende Kodierung des Data-Traffic zusätzlich erhöht wird.

Zu den Produkten des Unternehmens gehören unter anderem Chip-Lösungen, welche die Datentransfergeschwindigkeit signifikant erhöhen und somit die Performance von optischen Kommunikationsnetzen erhöhen. Diese werde verstärkt von Datenzentren, Cloudanbietern und anderen Contentprovidern genutzt, was bei dem steigenden Digitalisierungsgrad und der Zunahme von gestreamten Daten eine vermehrte Nachfrage nach Acacias Lösungen garantiert.

Ein weiteres perspektivenreiches Produkt von Acacia ist ein photonischer Silizium-Chip, der in der Lage wäre, die Datentransferrate auf bis zu 400 Gbps zu erhöhen. Das Produkt findet bereits verstärkt Anwendung in Rechenzentren. Und schließlich gibt es noch eine fast schon revolutionäre Entwicklung an der Acacia arbeitet. Es ist ein optisches Interkonnektivität-Modul, das eine Transferrate von mehr als 1000 Gbps ermöglichen könnte. Sollte es dem Unternehmen tatsächlich gelingen, solch eine Lösung zu entwickeln, wird dies höchstwahrscheinlich eine disruptive Wirkung auf die gesamte Branche haben.

Aus fundamentaler Sicht konnte Acacia mit seinen Zahlen für das vergangene Fiskaljahr ebenfalls überzeugen. Der Umsatz stieg um 63,47 % auf 239,06 Mio. USD. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 199,70 % auf 40,52 Mio. USD. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Konzerns beträgt rund 1,77 Mrd. USD. Das KGVe16 liegt bei rund 30. Aktuell verfügt das Unternehmen über 25 Kunden, von denen die fünf größten, zu denen auch ADVA Optical Networking, ZTE Kangxun Telecom und Coriant zählen, rund 83 % des Gesamtumsatzes von Acacia generieren.

Insgesamt könnten die Acacia-Lösungen zunächst zur Kommerzialisierung von U-Bahn-Netzen führen. Das Vorhandensein einer High-Speed-Internet-Lösung in der U-Bahn ermöglicht den Menschen, die damit Tag für Tag unterwegs sind, die Reisezeit für Online-Shopping oder auch Online-Banking zu nutzen. In dieser Hinsicht dürfte die Nachfrage nach Acacia-Produkten seitens kommerzieller Dienstleister hoch sein. Zumal die Anzahl der Menschen, die regelmäßig mit der U-Bahn unterwegs sind, Jahr für Jahr steigt. Das Wachstumspotenzial dürfte bei rund 150 über die ganze Welt verteilten U-Bahn-Netzwerken ebenfalls vorhanden sein.

Zum Schluss möchte man anmerken, dass ausschließlich alle großen Veränderungen und revolutionären Ideen eine gewisse Zeit benötigen, um ihr tatsächliches und manchmal disruptives Potenzial in vollem Umfang entfalten zu können. Aus diesem Grund ist es auch sehr leicht, sie aus den Augen zu verlieren und sich erst wieder daran zu erinnern, wenn das eigentliche Wachstum schon eingesetzt hat oder sogar vorbei ist. In dieser Hinsicht bleiben wir vom TrendScout weiterhin wachsam und werden Sie auch in Zukunft informativ unterstützen.

 

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