Neues aus der Technologiebranche

24.03.2017 um 17:25 Uhr

Die Technologie dringt immer tiefer in das moderne Leben ein. Sie übernimmt die Ausführung verschiedener Prozesse, hilft bei der Forschung, eröffnet neue Horizonte und verändert die eingefahrenen Denkmuster. Schon heute sind zahlreiche Softwarelösungen in der Lage, hochkomplexe Steuerungsverfahren zu übernehmen und den Menschen bei wichtigen Entscheidungsprozessen mit hilfreicher Analytik zu unterstützen. Gleichzeitig benutzt man sie für Entertainmentzwecke, um vom Alltag abzuschalten und in neue VR-Welten oder Game-Wettbewerbe einzutauchen. Wie man sehen kann, ist das Einsatzgebiet des technologischen Know-hows riesig und sein enormes Potenzial scheint nur von der Rechenstärke des jeweiligen Chipsatzes abhängig zu sein.

In der heutigen Ausgabe des wöchentlichen TrendScouts erfahren Sie mehr über die Neuigkeiten aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Gaming-Hard- und Software sowie über die Absichten der Bundesregierung, 100 Mrd. Euro in den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland investieren zu wollen. 

IBM setzt mit Watson Maßstäbe im noch jungen Markt der künstlichen Intelligenz!

Der Technologiekonzern IBM war zu Beginn der PC-Ära an der Spitze des technologischen Fortschritts. Seine PCs und Laptops zeichneten sich durch hohe Zuverlässigkeit und Leistungsstärke aus und sind auch heute noch sowohl bei Privatpersonen als auch im korporativen Umfeld beliebt.  

Mit seiner Artificial-Intelligence-Datenbanklösung IBM Watson scheint der Konzern es erneut geschafft zu haben, sich an die Spitze des technologischen Fortschritts zu setzen, denn die Zukunft wird wohl der künstlichen Intelligenz gehören. KI ist in Sachen Analytik eben in der Lage, viel mehr zu schaffen als ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen. Kein Wunder, dass immer mehr Konzerne Gefallen an der innovativen Datenbank finden und diese für ihre eigenen Zwecke einsetzen möchten. Das wohl bekannteste Beispiel ist der Pharmakonzern Pfizer, der Watson für die Beschleunigung der Forschung bei Verfahren für die Krebsbehandlung nutzt. Auch der Medizintechnikhersteller Medtronic macht sich Watson zur Analyse von Patientendaten zur Entwicklung neuer Diabetes-Behandlungen zu Nutze. In der Automobilindustrie wird Watson mittlerweile von Schwergewichten wie BMW (Analyse und Auswertung von Fahrdatensätzen) oder General Motors verwendet, wobei der US-Konzern Watson in seine Telematik-Plattform OnStar zur Generierung von personalisiertem Content oder passenden Apps einsetzt.?

Nun geht IBM aber eine weitere zukunftsträchtige Kooperation ein. Was wohl passiert wäre, wenn Dr. Watson auf A. Einstein getroffen wäre, werden wir nie erfahren. In der KI-Welt ist diese Verbindung nicht nur möglich, sondern wird Schritt für Schritt Realität. Die Rede ist von zwei KI-Plattformen, die nun im Rahmen einer globalen Kooperation zwischen IBM und Salesforce.com miteinander verknüpft werden sollen. Damit eröffnen sich für IBM Watson neue margenträchtige Segmente, was das Potenzial der auf AI, Deep Learning und Machine Learning basierenden Datenbanklösung zeigt. Dabei soll IBMs Watson in Salesforces AI-Plattform Einstein integriert werden.  

Der mächtige Analyseassistent Watson dürfte den Lesern bereits bekannt sein. Sein Potenzial ist aktuell nur schwer zu erfassen, da es in beinah jedem analytischen Prozess eingesetzt werden kann. Bei der Salesforce-AI-Plattform Einstein handelt es sich dagegen um etwas Konkretes. Es ist auf Unternehmensbedürfnisse ausgerichtet und hilft, deren spezifische Kundenbeziehungen effektiver zu analysieren. Nun werden die Kapazitäten gebündelt und die Salesforce-Kunden erhalten einen Zugang zu IBMs Daten und dessen AI-Tool Watson, um eigene Businessprozesse noch effektiver zu gestalten und spezifische Angebote zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Geschäftskunden optimal zugeschnitten sind.

Das erste Einsatzgebiet wäre logischerweise der Einzelhandel und wahrscheinlich der E-Commerce-Bereich. Zumal Salesforce die Verwendung von KI in Fragen des Marketings, Services, aber auch Vertriebs in letzter Zeit stark forciert. So wird die neue Lösung in der Lage sein, den Einzelhandel mit wichtigen Informationen wie etwa Shoppinggewohnheiten, Wetter- und Einzelhandelsdaten zu unterstützen und dabei helfen, automatisch personalisierte E-Mail-Kampagnen zu konzipieren, um potenzielle Kunden gewinnen zu können und die Verkaufsstrategie zu optimieren. Eine ganz wichtige Rolle kommt dabei der IBM-Tochter Bluewolf zu. Das Beratungsunternehmen spezialisiert sich auf Fragen im Bereich cloudbasierte Kundenerfahrungen sowie Cloud-Consulting und Implementation-Services. Im Rahmen der Kooperation wird Bluewolf entsprechende Beratungsservices übernehmen, um Kunden dabei zu helfen, das Potenzial der kombinierten Watson/Einstein-Plattform optimal nutzen zu können. Die vollständige Integration von IBM Watson und Salesforce Einstein soll dabei im 2. Halbjahr 2017 abgeschlossen werden.

Damit befinden sich beide Unternehmen in einer Win-Win-Situation. IBM bekommt ein weiteres Forschungsgebiet, in dem man die Möglichkeiten von Watson testen und u. U. monetarisieren könnte, und Salesforce bekommt einen wichtigen Partner mit einer starken KI-Expertise, die dem Unternehmen helfen wird, sich im schwierigen Marktumfeld gegen Konkurrenten wie Microsoft oder Oracle zu behaupten.


Nintendos neue Konsole Switch verkauft sich offenbar großartig!

Der mit rund 30 Mrd. Euro kapitalisierte Game- und Konsolenhersteller sorgte zuletzt im vergangenen Sommer mit dem Mixed-Reality-Spiel Pokemon Go für große Aufmerksamkeit. Nun steht die Aktie womöglich vor einem nächsten gewaltigen Kurssprung. Ursächlich dafür ist zunächst die Nachrichtenlage um das neue Konsolen-Spiel-System Nintendo Switch.

Die nur eine Woche alte Konsole hat schon jetzt einige Rekorde gebrochen und verkaufte sich in den ersten drei Tagen deutlich besser als der bisherige Spitzenreiter, die WII. Laut der japanischen Videospiele-Zeitschrift Famatsu fanden in den Tagen vom 03. bis zum 05. März rund 330.637 Switch-Geräte ihre japanischen Besitzer. Nintendo Wii brachte es bspw. in den ersten acht Tagen auf eine Marke von 600.000. Es bleibt aber zunächst abzuwarten, ob dieses Ergebnis getoppt werden kann.

Insgesamt geht Nintendo davon aus, dass die neue Konsole über 100 Mio. Besitzer finden wird. Dafür, dass dies durchaus gelingen könnte, sprechen auch die entsprechenden Meldungen aus Europa, den USA und Japan, wo nach dem Launch ebenfalls rekordverdächtige Verkaufszahlen festgestellt wurden.

Für den zusätzlichen Drive sorgt in dieser Hinsicht auch der beliebte Spielklassiker „The Legend of Zelda: Breath of the Wild”. Es wurde schon 193.060 mal (ohne Downloads) verkauft. Das Launch-Spiel wird nicht im Bundle mit der Konsole geliefert, verkauft sich aber schon jetzt besser als bspw. der damals zum Launch der N64-Konsole angebotene Klassiker „Super Mario”. Und obwohl die genaueren Verkaufszahlen noch fehlen, kann man schon jetzt mit Sicherheit sagen, dass Nintendo mit Switch einen weiteren Volltreffer landet.

NVIDIA könnte mit neuer Grafikkarte AMD distanzieren!

Der mit rund 58,16 Mrd. USD kapitalisierte Grafikchiphersteller NVIDIA, dessen Aktie in den vergangenen Monaten bei Tradern und Investoren für Glücksgefühle sorgte, meldet sich mit einem neuen Produkt zurück, mit dem die Position des Unternehmens im breiten Gaming-Markt verstärkt werden könnte. Immerhin erzielt NVIDIA trotz seines enormen Innovationspotenzials den Großteil der Umsätze genau in diesem Marktsegment. Hinzu kommt noch die starke Nachfrage nach der Nintendo Switch, in der NVIDIA-Hardware zum Einsatz kommt. Dies könnte ebenfalls eine Rolle spielen und der Aktie zur alten charttechnischen Stärke verhelfen.

Das neue Produkt, die Grafikkarte GeForce GTX 1080 Ti, ist im Grunde genommen ein AMD-Vega-Konkurrent mit der Monsterleistung der Titan X und kostet nur 700 USD (Titan X: 1.200 USD). Damit ist sie eine durchaus günstige High-End-Grafikkarte für den breiten Gaming-Hardware-Markt.  

Der Konzern nimmt es offenbar sehr ernst und behält weiterhin den strategischen Überblick. Solange sich der Trend vom selbstfahrenden Auto und Deep Learning in Verbindung mit robotisierten Lösungen nicht etabliert hat und der Aufbau von Rechenzentren-Infrastrukturen weiter forciert wird, darf man auf keinen Fall den großen Markt Gaming-Hardware aus den Augen verlieren. Bei aller Achtung vor der Leistung von NVIDIA war seine Titan-X-Grafikkarte wohl eines der langweiligsten Produkte der letzten Zeit und ließ beim stolzen Preis von 1.200 USD viel zu viel ungenutztes Potenzial stehen.

Mit GTX 1080 Ti kommt nun eine High-End-Grafikkarte auf den Markt, die einerseits günstig genug ist und andererseits in Kombination mit einem leistungsstarken PC schnell genug ist, um aktuelle Top-Spiele in 4K-Auflösung mit 60 Hz darstellen zu können. Hinzu kommt, dass sie auch genügend Leistung für VR-Spiele aufbringt. Damit könnte sich das neue Produkt für 699 USD sogar zum echten Wachstumstreiber entwickeln. Der offizielle Start der Auslieferung ist der 10. März.  

Insgesamt ist es empfehlenswert, sowohl die Aktie von AMD als auch von NVIDIA weiter auf der Watchlist zu haben, denn AMD wird im 1. Halbjahr seine Antwort auf das Nvidia-Produkt, die AMD Radeon RX Vega, auf den Markt bringen, was für eine Überraschung sorgen könnte.

Bundesregierung plant 100 Mrd. Euro Investitionsprogramm für IT-Infrastruktur. Diese Aktien profitieren!

Abschließend bleibt noch eine Nachricht zu erwähnen, die in der vergangenen Woche für positives Aufsehen sorgte. Die Bundesregierung und einige Wirtschaftsvertreter haben angekündigt, bis 2025 insgesamt 100 Mrd. Euro in den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland investieren zu wollen. Das Ziel ist, Netzgeschwindigkeiten im Gigabit-Bereich möglich zu machen.  

Wie genau der Ausbauprozess verlaufen wird, ist zunächst nicht bekannt. Was allerdings als unumstritten gilt ist, dass die kommende Mobilfunkgeneration 5G wohl ohne Breitbandanbindung mit Glasfaser nicht existieren kann. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass die Deutsche Telekom um dieses Thema nicht mehr herum kommen wird. Der Konzern hat sich bis zuletzt bis auf einige wenige Projekte aus dem Glasfaserausbau zurückgezogen. Jetzt könnte sich dieses Verhalten ändern. Zumal der Bund sich offenbar dafür entscheiden wird, seine verbliebenen Anteile an der Deutschen Telekom weiter zu halten, um die Möglichkeit zu haben, „zu einem anderem Zeitpunkt ein besseres Geschäft machen” zu können, so der Bundesminister für digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt (CSU).  

Ein weiteres Unternehmen, das von dem bevorstehenden Ausbau der IT-Infrastruktur profitieren könnte, ist der Netzwerkspezialist ADVA Optical Networking. Der Konzern gilt schon jetzt als Profiteur des weiter forcierten Ausbaus der Telekominfrastruktur und spielt beim Ausbau des 5G-Mobilfunkstandards in Europa eine führende Rolle. Im Wesentlichen profitiert das Unternehmen vom Ausbau der Bandbreite aufgrund der steigenden Angebotszahl von Cloud-Services, Video-Streaming und Mobility. Dabei wird das größte Wachstumspotenzial der Anbindung von Rechenzentren zugetraut und ADVA hat dafür mit der FSP300-Cloud-Connect-Lösung ein entsprechendes Produkt auf dem Markt.

Und schließlich die Aktie von United Internet. Nach der Übernahme von Strato stehen die Zeichen bei diesem Qualitätsunternehmen ohnehin auf Wachstum. Neben der Aussicht auf weitere Margenverbesserungen im Segment Webhosting verfügt man auch beim Vertrieb von Mobilfunk- und Internettarifen über eine starke Marktposition und gute Aussichten. Auch im Bereich VDSL-Breitbandtechnik sehen die Experten weiteres Potenzial. Kürzlich hatten sich die Experten der Commerzbank in einer Studie positiv zur Aktie geäußert. United Internet wurde dabei als einer der „Top-Picks” im Sektor mit einem Kursziel von 55 Euro bezeichnet. 

Hinweis: Die veröffentlichten Tradingsignale und Empfehlungen dienen lediglich der allgemeinen Information, sie sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sie entsprechen lediglich der aktuellen Einschätzung des verwendeten Handelssystems.
TraderFox GmbH: Impressum & Datenschutz - Allgemeine Geschäftsbedingungen