Anlagetrend Fastfood-Industrie: Die Top-5-Aktien, die Investoren auf jeden Fall im Auge behalten sollten!

14.07.2017 um 16:17 Uhr

Laut der letzten statistischen Untersuchung des Unternehmens TDn2K, das sich auf Restaurantindustrie-Analytics spezialisiert, sinkt die Zahl der Restaurantbesucher weiterhin kontinuierlich. Die Situation ist nicht neu und wurde zuletzt 2009/2010, direkt nach der Finanzkrise, beobachtet. Was die Ursachen angeht, so sind sie dieses Mal auf jeden Fall anders. Wenn es 2009/10 um den Anfang der finanziellen Erholung ging, so spielen derzeit technologische Lösungen wie etwa das Mobile-Payment und -Ordering eine immer wichtigere Rolle.  

Die moderne Gesellschaft ist dabei schon längst im digitalen Zeitalter angekommen und der technologische Wandel hin zu Mobile-Anwendungen wird immer deutlicher. Ob Taxi, Pizza oder auch Bahnticket, all das wird immer öfter online geordert und bezahlt. Dieser Trend erfasst auch die Lebensmittel- und Restaurantindustrie, die sich nun anpassen muss, um sich im Kampf gegen mobile Lieferdienste behaupten zu können.

Eines der Topunternehmen, das dazu in der Lage wäre, ist die in aller Welt bekannte Fastfood-Kette McDonalds (MCD).  
 
Der mit rund 126 Mrd. USD kapitalisierte Fastfood-Gigant zeigte zuletzt deutlich besser als erwartete Quartalsergebnisse und kündigte mit der Delivery-Offensive eine neue strategische Geschäftsausrichtung an, die den Konzern wieder auf Wachstumskurs bringen dürfte. Kurz gesagt ist McDonalds gerade dabei, sich neu zu erfinden. Man hat in den letzten Jahren anerkennen müssen, dass man mit der veralteten Konzeption den Kampf um den Klienten gegen leicht zugängliche Lieferdienste kontinuierlich verliert.

Und was macht man, wenn man die Konkurrenz nicht beseitigen kann? Man wird selbst zu einer Lieferkette, zumal der Konzern weltweit bereits über die entsprechende Infrastruktur verfügt. McDonalds will nun u. a. den Ausbau des Lieferservices forcieren.  

 
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Digitalisierung von Bestell- und Zahlungsprozessen in der Filiale. Die gesellschaftliche Tendenz zeigt deutlich, dass die Menschen immer häufiger die Möglichkeit der Onlinebestellung bevorzugen. Die Ursachen sind offensichtlich: Man spart Zeit, es ist viel ruhiger und übersichtlicher als der Entscheidungsprozess direkt an der Kasse und schließlich entkommt man damit den nervigen Anstehen. Bis Ende 2017 beabsichtigt McDonalds, Online-Bestellung in 14.000 Filialen in den USA zugänglich zu machen. Hinzu kommen noch 6.000 in Kanada, Deutschland, GB, Frankreich, Australien und China. Die McDonalds-Tracking-Funktion ist in der Lage zu erkennen, wann und wie schnell ein Kunde, der eine Bestellung aufgegeben hat, in der Filiale eintreffen wird. So wird das Küchenpersonal entsprechend benachrichtigt. Damit dürfte das Essen beim Eintreffen frisch und abholbereit sein. Die Wartezeit wird minimiert und dank dem Mobile-Payment-Service wird man insgesamt eine höhere Marge einfahren können. Das neue McPick-App zeigte zuletzt deutlich, dass die Nachfrage bereits vorhanden ist und weiterhin steigen dürfte. Damit dürfte auch bei MCD schon bald der Wandel zur Lieferkette beginnen.
 

McDonalds dürfte sehr gute Chancen haben, auf den Wachstumspfad zurückzukehren, da die Problematik des fallenden Umsatzes mit dem Beginn des Lieferservices weitgehend gelöst werden dürfte. Zuletzt konnte der Konzern auch mit besser als erwarteten Quartalszahlen überzeugen. Der Q1-Umsatz fiel zwar um etwa 3,9 % auf 5,68 Mrd. USD, lag aber immer noch deutlich über den erwarteten 5,51 Mrd. USD. Das EPS verbesserte sich um 14 % auf 1,47 USD und fiel ebenfalls besser aus als die erwarteten 1,33 USD. Die globalen „Comparable Sales“ stiegen um 4 %. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 14 %. Für 2017 rechnet der Konsens mit einen EPS von 6,40 USD. 2018 werden schon 6,86 USD erwartet. Damit läge das KGVe18 bei etwa 22,4.
 

Ein weiterer Konzern, der bereits vom Mobile-Ordering und -Payment profitiert, ist das mit rund 86,37 Mrd. USD kapitalisierte Einzelhandelsunternehmen Starbucks (SBUX).
 
Was in diesem Fall hervorragend funktioniert, ist die strategisch kluge Kundenbindungspolitik. Dabei erweist sich die eingeführte Starbucks-Card als echter Volltreffer. Laut dem letzten Quartalsbericht stieg die Anzahl der aktiven Starbucks-Mitglieder im Vergleich zum Vorjahreswert um etwa 11 % auf 13,3 Millionen. Dabei werden rund 36 % aller Starbucks-Einkäufe in den USA via Starbucks-Card getätigt, die bei Bedarf ganz normal aufgeladen werden kann. Die Transaktionen via Mobile-Payment stiegen auf 29 % der gesamten Transaktionssumme und die „Mobile Order and Pay“-Funktion war für 8 % des gesamten Transaktionsvolumens verantwortlich.
 
In dieser Hinsicht ist es wichtig, dass die Starbucks-Card das aufgeladene Geld quasi bindet und den Kunden zusätzlich dazu animiert, sich bei der Wahl einer Schnellrestaurantkette öfter für Starbucks zu entscheiden. Insgesamt halten Starbucks-Kunden nach den letzten Schätzungen etwas mehr als 1 Mrd. USD in den beiden neuen Reward-Payment-Lösungen. Dieser Umstand könnte sehr interessant werden, denn der Konzern tendiert offensichtlich zur Erweiterung seines Produktangebots und testet mittlerweile das Angebot eines Mittagessens.
 
Auch in diesem Fall hat man die Problematik wohl richtig erkannt. Während sich in den Morgenstunden riesige Schlangen vor den Starbucks-Filialen bilden, verbleiben sie am Nachmittag weitgehend leer. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, hat sich Starbucks dazu entschieden, ein Mittagessen-Menü anzubieten. Dies dürfte die Problematik des ungleichmäßigen Kundenflusses weitgehend lösen und für zusätzliche Umsätze und eine gleichmäßig starke Personalauslastung sorgen. Um die Geschmacksrichtung und die Effektivität dieser Lösung zu bestimmen, testet Starbucks diese Neuerung bereits in 100 Stores in Chicago. Sollte sich die Konzeption als profitabel erweisen, so ist hier mit der globalen Einführung zu rechnen.
 
Zuletzt konnte der Konzern mit soliden Quartalszahlen aufwarten. Der Q2-Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 6 % auf 5,29 Mrd. USD (Konsens: 5,41 Mrd. USD). Das EPS von 0,45 USD lag genau auf der Höhe der Konsensschätzung. Die globalen Comparable-Store-Sales (CSS) stiegen dabei um 3 %. Das höchste Wachstum zeigte jedoch China. Hier stiegen die CSS um 7 %. Für 2017 rechnet der Konsens mit einem EPS von 2,10 USD. 2018 werden schon 2,42 USD erwartet. Damit läge das KGVe18 bei etwa 24. Interessant ist hier auch die charttechnische Situation: Der Wert steuert offensichtlich auf einen Big-Picture-Breakout zu. ?
 

Der mit rund 10,21 Mrd. USD kapitalisierte Konzern Dominos Pizza (DPZ) ist schlicht und einfach der Sektor-Leader! Die Aktie befindet sich seit mehreren Jahren in Folge in einem beständigen Aufwärtstrend und zieht immer weiter Richtung Norden. Was hier interessant ist, ist die Tatsache, dass Dominos Pizza die Pizzabranche mit Robotern revolutionieren will.  
 
Es gilt bereits als sicher, dass die Robotertechnologie viele Branchen revolutionieren wird. Auch im Lebensmittelbereich werden sie einen wichtigen Platz einnehmen. In einigen Jahren dürften die Hersteller in der Lage sein, schnell arbeitende Kochroboter anzubieten. Gerade für Fast-Food-Restaurants sind diese interessant, weil die Herstellungsprozesse eines Burgers oder einer Pizza immer wiederkehrend ähnlich sind. Als Kellner wäre der Einsatz von robotisierten Lösungen ebenfalls denkbar. So ließen sich Arbeitskosten senken.

Dominos Pizza angeht beginnt, den Einsatz von Robotern zu prüfen. Zunächst werden sie zur Auslieferung verwendet. Dazu kooperiert man mit dem Unternehmen Starship. Seine Roboter sind bis zu 16 km/h schnell und bedienen einen Umkreis von 5 km. Die batteriebetriebenen Geräte fahren auf dem Gehweg. Die Pizza wird dabei im Innenraum verstaut. Insgesamt hat man die Möglichkeit, bis zu 8 Bestellungen im Roboter zu verstauen, die nur per Pin-Abfrage entnehmbar sind. Und die GPS-Funktion verrät zu jedem Zeitpunkt, wo sich der mechanische Lieferant gerade befindet. Potenziell lässt sich diese Technologie auch in Großstädten verwenden, in denen eine ständige Stauproblematik herrscht.  

Was die fundamentale Entwicklung von Dominos betrifft, so ist hier alles weiterhin im grünen Bereich. Der Umsatz stieg im 1. Quartal um 15,8 % auf 624,2 Mio. USD (Konsens: 615,48 Mio. USD). Das EPS von 1,26 USD lag deutlich über den erwarteten 1,16 USD. Die Same-Store-Sales stiegen um 14 %. Dabei verzeichnete man sowohl in den USA als auch international ein Wachstum. Für 2017 rechnet der Konsens mit einem EPS von 5,42 USD. 2018 wird schon eine Gewinnsteigerung auf 6,38 USD je Aktie erwartet. Damit läge das KGVe18 bei etwa 33,3. Die Konsenserwartungen könnten durch den Robotereinsatz steigen, weil sich die monatlichen Kosten reduzieren lassen und ihr Einsatz die Markenbekanntheit bei den Konsumenten erhöht.
 

Der mit rund 2,8 Mrd. USD kapitalisierte Konzern Dave & Buster‘s Entertainment (PLAY) gehört zu den aussichtsreichen Wachstumswerten und hat es offenbar geschafft, seine Nische im Fastfood-Business zu finden.

Das Unternehmen hat sich durch ein innovatives Konzept einen Namen gemacht. Dabei wird das Essen mit Entertainment-Angeboten wie Spielautomaten oder Übertragungen von Sport-Events kombiniert. Hier zielt man vorwiegend auf ein jüngeres Publikum zwischen 21 und 39 Jahren ab. Die Kette umfasst mittlerweile 92 Lokale und soll künftig auf rund 210 erweitert werden. Verschiedene Gift-Cards, zahlreiche Eat/Drink/Play-Angebote sowie der Party- und Eventservice gehören fest zur Produktpalette des Unternehmens und gewinnen immer mehr an Popularität. Damit hat sich der Konzern sehr erfolgreich in einer äußerst lukrativen Fastfood-Nische positioniert, was sich auch regelmäßig in den Quartalszahlen widerspiegelt.

So konnte man auch im vergangenen 1. Quartal mit besser als erwarteten Ergebnissen aufwarten, wobei die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreswert um 16,1 % auf 304,1 Mio. USD (Konsens: 299,85 Mio. USD) gesteigert werden konnten. Das EPS von 0,94 USD lag ebenfalls über den erwarteten 0,81 USD. Gleichzeitig wurde ein 100 Mio. USD starkes Aktienrückkaufprogramm annonciert.  

Die kommunizierte FY17-Prognose sieht ein 2–3%iges Wachstum auf 1,16–1,17 Mrd. USD (Konsens: 1,17 Mrd. USD) vor und die Eröffnung von weiteren 12 Lokalen (+13 % Expansion). In der langfristigen Perspektive geht man von einem etwa 10%igen Store-Wachstum aus und peilt eine Marke von 200+ Lokalen in den USA und Kanada an. Für 2017 rechnet der Konsens mit einem EPS im Bereich von 2,06 USD. 2018 werden schon 2,59 USD erwartet. Damit läge das KGVe18 bei etwa 25,9.

Und schließlich der mit rund 11,87 Mrd. USD kapitalisierte Konzern Chipotle Mexican Grill (CMG), dessen Aktie zuletzt sehr viel leiden musste. Der Grund für den Absturz und den aktuellen Verbleib in der volatilen Konsolidierung war der heftige Reputationsverlust infolge von einigen Lebensmittelvergiftungen in 2015.  

Was das Businessmodell von Chipotle betrifft, so spezialisiert man sich vorwiegend auf mexikanisches Essen wie Burritos und Tacos. Mit einem radikalen Wandel hin zur gesunden Ernährung versucht der Konzern, dem entstandenen Reputationsverlust mit ganzer Kraft entgegenzuwirken.  

Mitte April startete das Unternehmen eine neue Werbekampagne, die genau diesen gesunden Lebensstil stark anspricht. Das erklärte Ziel von CMG ist es, sich zur ersten nationalen Brand unter den Fastfood-Ketten zu entwickeln, die bei ihren Produkten komplett auf synthetische Farb-, Aroma- und Konservierungsmittel verzichtet. Damit peilt man ganz eindeutig den immer stärker werdenden, gesellschaftlichen Trend zur allgemeinen körperlichen Fitness und gesunden Ernährung an. Langfristig geht man quasi davon aus, dass sich der stetig steigende Wohlstand positiv auf die Entwicklung dieses Trends auswirken könnte und die Anzahl von gesundheitsbewussten Menschen weiterhin kontinuierlich zunehmen wird.
 
Abgesehen davon scheint sich die allgemeine Situation nach den Hygieneskandalen deutlich zu bessern. Der Konzern verzeichnet erneut ein starkes Umsatzwachstum, was im Wesentlichen ein Indiz für die Rückkehr des Konsumentenvertrauens ist. Kennzeichnend dafür war auch die Entwicklung im vergangenen 1. Quartal. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 28,1 % auf 1,07 Mrd. USD (Konsens: 1,05 Mrd. USD). Das EPS von 1,60 USD lag weit über den erwarteten 1,27 USD. Die Comparable-Restaurant-Sales stiegen um 17,8 % und die operative Marge verbesserte sich von 6,8 % auf 17,7 %. Hinzu kam die Eröffnung von 57 neuen Restaurants. Damit scheint der Konzern wieder auf den Wachstumspfad zurück gefunden zu haben. Für 2017 rechnet der Konsens mit einem EPS von 8,22 USD. 2018 werden bereits 12,24 USD erwartet. Damit läge das KGVe18 bei etwa 33. 

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