Bauboom: Das sind die besten US-Wachstumsaktien!

10.01.2018 um 16:57 Uhr

Der Boom im internationalen Wohnungsbau hält angesichts der starken Nachfrage an. Ob in Europa, Asien oder in den USA – überall auf der Welt wird fleißig gebaut. Als globale Wachstumstreiber fungieren in dieser Hinsicht die ständig wachsende Bevölkerung und die seit der industriellen Revolution andauernde Urbanisierung und Migration von Arbeitskräften, auf der Suche nach besseren Job- und Lebenschancen in Stadtmetropolen. Das alles resultiert in der Verknappung des Lebensraumes, was folglich die Miet- und Verkaufspreise für Immobilien kontinuierlich in die Höhe treibt, was wiederum für klingelnde Kassen bei den etablierten Baugesellschaften, Immobilienhändlern, Zulieferern von Baumaterialien etc. sorgt.  

Gleichzeitig profitiert die Baubranche schon seit längerem von den niedrigen Zinsen, die die Kredite für Wohnungen und Häuser vergünstigen, in Kombination mit einem robusten Arbeitsmarkt, weswegen sich viele US-Bürger in den letzten Jahren dazu entschlossen haben, ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Ein weiterer Wachstumstreiber in Bezug auf die USA ist die Hurrikan-Saison, die in diesem Jahr besonders zerstörerisch ausgefallen ist. Neben den Wirbelstürmen hat auch eine ganze Reihe von anderen Naturkatastrophen wie die Waldbrände an der Westküste der USA und das Erdbeben in Mexiko die Verkäufe von Baumaterialien in diesem Jahr signifikant angekurbelt, was sich folglich in den zusätzlichen Erlösen der jeweiligen Baufirmen widerspiegelt, denn sowohl der Renovierungs- als auch Wiederaufbaubedarf sind groß.

In dieser Ausgabe des wöchentlichen TrendScouts erfahren Sie, wie man den andauernden Bauboom in den USA auf verschiedene Arten erfolgreich spielen kann und welche Unternehmen von welchen Faktoren besonders stark profitieren.

Der Traum vom Eigenheim

Der erste Weg führt uns ganz klassisch zu den Baugesellschaften, die sich auf den Bau und den eigentlichen Verkauf von Immobilien spezialisiert haben. Eine davon ist der mit rund 19,01 Mrd. USD kapitalisierte Konzern Dr. Horton (DHI).  

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Das Unternehmen ist eine der größten Wohnbaugesellschaften in den Vereinigten Staaten. Es baut und verkauft qualitativ hochwertige Häuser, Stadt- und Eigentumswohnungen sowie Mehrfamilienhäuser in 78 relevanten Märkten in 26 US-Bundesstaaten. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft zusammen mit ihren Tochterkonzernen Eigenheimerwerbern Hypothekenfinanzierungen sowie Eigentumsrechtdienstleistungen an und akquiriert andere Wohnbauunternehmen, wobei rund 90 % aller Gesamterlöse mit dem Verkauf von Immobilien erwirtschaftet werden. Seine starke wirtschaftliche Situation offenbarte sich erneut Anfang November, als der Konzern mit besser als erwarteten Q4-Zahlen aufwarten konnte. Die Anzahl von fertiggestellten und verkauften Häusern stieg dabei um 7 % auf 13,165. Gleichzeitig verzeichnete man eine 18%ige Steigerung beim Auftragsbestand auf 3,1 Mrd. USD.  

Auch auf der Jahresebene war die Entwicklung sehr positiv. Der 2017er-Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16 % auf 14,09 Mrd. USD. Das Nettoergebnis verbesserte sich dabei um 17 % auf 1,04 Mrd. USD. Für 2018 rechnet DHI mit einem Umsatz im Bereich von 15,5–16,3 Mrd. USD und dem Verkauf vom 50.500–52.500 Häusern. Was den Konsens angeht, so rechnet man hier für 2018 mit einem EPS von 3,20 USD. Damit läge das KGVe18 bei etwa 16. Aktuell operiert das Unternehmen mit einer Nettogewinnmarge von 7,38 % bei einer 14,46%igen Eigenkapitalrentabilität, wobei die Aktie ungeachtet des turbulenten Marktgeschehens seit Anfang Oktober immer weiter Richtung Norden zieht.

Kandidat Nummer zwei ist der mit rund 2,92 Mrd. USD kapitalisierte Baukonzern KB Homes (KBH), der sich auf Einfamilienhäuser für sogenannte „first-time“ und „move-up“ Käufer spezialisiert hat. Das Unternehmen operiert in 36 relevanten Märkten in acht US-Bundesstaaten, darunter Texas, das häufiger von Wirbelstürmen besucht wird. Der Großteil der Umsätze wird dabei an der US-amerikanischen West Coast und im Südosten der USA generiert. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in Landakquisition und -entwicklung, um somit zukünftige Bauaktivitäten zu forcieren.

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Auch KBH konnte zuletzt mit sehr starken und besser als erwarteten Quartalszahlen aufwarten, die die Aktie in eine Rallybewegung versetzt haben. Wie der Konzern Ende September kommunizierte, stieg der Q3-Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 25,3 % auf 1,14 Mrd. USD (Konsens: $ 1,12 USD). Das EPS verbesserte sich dabei auf 0,51 USD und lag ebenfalls über den erwarteten 0,46 USD je Aktie. Die Anzahl von ausgelieferten Häusern stieg um 11 % auf 2.765 Einheiten. Positiv ist in dieser Hinsicht auch die Entwicklung rund um den durchschnittlichen Verkaufspreis je Haus zu erwähnen. Denn dieser stieg um 12 % auf 411.400 USD. Damit ist der Konzern nicht nur im quantitativen Sinne weiter auch Wachstumskurs, sondern kann auch seine Profitabilität steigern. Hinzu kommt die aussichtsreiche Situation aufgrund der zerstörerischen Kraft des Hurrikans „Harvey“, der viele Häuserlandschaften im Raum Texas verwüstete. Aktuell operiert das Unternehmen mit einer 3,2%igen Nettogewinnmarge bei einer 7,54%igen Eigenkapitalrentabilität.

Der Direkt-Player Nummer drei ist der mit rund 1,5 Mrd. USD kapitalisierte Konzern LGI Homes (LGIH), der sich ebenfalls auf den Bau von Einfamilienhäuser spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet Design, Planung, den Bau sowie Marketing- und Verkaufsservices für Neuimmobilien in 10 US-Bundesstaaten an, darunter Texas, Florida und Arizona.  

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In der vergangenen Quartalsperiode gelang es dem Unternehmen, mit einem Rekordresultat aufzuwarten. Dabei stieg der Q3-Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 69,2 % auf 365,9 Mio. USD (Konsens: 355,82 Mio. USD). Das EPS verbesserte sich dabei auf 1,40 USD und lag ebenfalls über den erwarteten 1,33 USD je Aktie. Die Anzahl von ausgelieferten Häusern stieg um 64,4 % auf 1.729 Einheiten. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Haus stieg um 2,9 % auf 211.623 USD. Damit ist der Konzern weiter auf Wachstumskurs und kann seine Profitabilität verbessern. Aktuell operiert man mit einer 9,26%igen Nettogewinnmarge bei einer 11,26%igen Eigenkapitalrentabilität.

Die Zuliefererschiene

Eine weitere Möglichkeit, den andauernden Bauboom erfolgreich zu spielen, liegt in der Zuliefererschiene. In Frage kommen hier die Zulieferer von speziellen Baustoffen und Geräten. Der Vorteil dieser Strategie liegt darin, dass diese Anbieter meist sehr stark im geografischen Sinne diversifiziert sind und daher vom globalen Bauboom profitieren können.

Einer der Topvertreter dieser Anlagerichtung ist der mit rund 82,14 Mrd. USD kapitalisierte Konzern Caterpillar (CAT). Das Unternehmen ist ein US-amerikanischer Baumaschinenhersteller und Anbieter von Bau- und Bergbautechnik, Diesel- und Erdgasmotoren sowie industrieller Gasturbinen und Diesellokomotiven. Das breite Produktportfolio umfasst Baggerlader, Radlader, Kettendozer, Bagger jeglicher Größenordnung, Motorgrader und Rohrverleger sowie Baumaschinen für den Untertagebau, die Straßenbau- und Forstindustrie. Gleichzeitig bietet das Unternehmen Einzelkomponenten und Elektronikzubehör zu den eigenen Produkten, womit eine dauerhafte Kundenbindung erreicht wird und zusätzliche Erlöse generiert werden. Die Maschinen werden weltweit gefertigt und über ein dichtes Netz an rund 3.600 internationale Niederlassungen vertrieben. Außerdem unterstützt das Unternehmen seine Kunden durch die Catarpillar Financial Services mit entsprechenden Finanzierungs- und Versicherungslösungen.  

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Die CAT-Aktie schraubte sich zuletzt nach deutlich besser als erwartet ausgefallenen Q3-Zahlen samt einer angehobenen Jahresprognose auf ein neues 52-Wochen-Hoch und verbleibt aktuell in einer engen Konsolidierung am Break-Out-Niveau. Dabei stieg der Q3-Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 24,6 % auf 11,4 Mrd. USD (Konsens: 10,63 Mrd. USD). Das EPS von 1,95 USD hat dabei die Konsenserwartungen von 1,27 USD regelrecht pulverisiert. Damit hält der positive Gewinnzyklus weiter an, da die fundamentalen Voraussetzungen für den Bau- und Bergbau weiterhin gut sind. Der Konzern profitiert aktuell von der anziehenden Investitionsnachfrage im Baumaschinensegment sowie von den anlaufenden Umstrukturierungsmaßnahmen. Man hat u. a. die Schließung einer Niederlassung im US-Bundesstaat Illinois angekündigt. Die entsprechenden Kapazitäten werden auf andere Niederlassungen verteilt. Mit Neustrukturierungen will CAT seine Profitabilität weiter verbessern. Und den aktuellen Q-Zahlen zufolge gelingt dies außerordentlich gut. Die Nettogewinnmarge liegt hier bei 2,09 % bei einer 5,64%igen Eigenkapitalrentabilität.

Sollten Sie jedoch, aus welchen Grund auch immer, schweres Baugerät nicht mögen, so lohnt sich der Blick in Richtung des mit rund 25,70 Mrd. USD kapitalisierten Herstellers von Elektrowerkzeugen und dem dazu gehörigen Zubehör Stanley Black & Decker (SWK), dessen Aktie sich seit Anfang des Jahres ebenfalls in einer dynamischen Rallyphase befindet. Black & Decker ist ebenfalls international tätig und bietet neben den zahlreichen Produkten für den professionellen, kommerziellen und privaten Gebrauch auch Lösungen und Services, die Ersatzteillieferung, Wartung und Reparatur beinhalten, womit ebenfalls eine hohe Kundenzufriedenheit und -bindung erlangt werden kann.  

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Ein weiterer Zulieferer, der vom Bauboom stark profitiert, ist der mit rund 2,47 Mrd. USD kapitalisierte Growth-Stock Installed Building (IBP), der sich auf die Isolierung und Wärmedämmung für den Hausbausektor spezialisiert und sein Produktangebot kontinuierlich auf weitere Segmente wie bspw. auf Garagentore oder Badeinrichtungen erweitert. Mit kleineren Übernahmen wird die Marktposition immer wieder ausgedehnt. Allein im vergangenen September wurden Red Rock Insulation und Astro Insulation übernommen. Damit kommen Zusatzerlöse von 13 Mio. USD hinzu. Installed Building sollte in 2017 einen Nettogewinnanstieg von 1,23 in 2016 auf 2,13 USD je Aktie realisieren. 2018 rechnet man mit einer weiteren rund 26%igen Verbesserung auf 2,67 USD Aktie.

Sollte man sich also für die Material- bzw. Komponentenschiene entscheiden, so sollte man auch Unternehmen wie Builders Firstsource (BLDR), das sich auf den Vertrieb von Baustoffen, Halbfertigprodukten und anderen Lösungen und Services speziell für Baufirmen im Bereich Eigenheimbau spezialisiert hat, und Sherwin Williams (SHW), einen Spezialisten in die Herstellung, Vermarktung und den eigentlichen Vertrieb von Farben und damit verwandten Produkten an Industrieunternehmen, Fachkräfte, Einzelhändler und Endkunden, im Blick haben. Außerdem betreibt das Unternehmen zahlreiche Fachgeschäfte und forciert den Ausbau seines Geschäfts in den Regionen Asien-Pazifik, Europa sowie Nahost und Afrika.

Abschließend werfen wir einen Blick auf einen etwas ungewöhnlichen Profiteur des anhaltenden Baubooms. Es ist die Baumarktkette Home Depot (HD), welche eine Reihe amerikanischer Hand- und Heimwerkermärkte unter dem Namen „The Home Depot“ betreibt. Mit 2.300 Selbstbedienungsläden in den USA und mehreren Niederlassungen in Kanada, Puerto Rico, den Virgin Islands, Guam und Mexiko ist der Konzern auf dem nord- und südamerikanischen Markt stark präsent. Und dass zahlt sich aus.  

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Hier profitierte man primär (sequentiell) von den diesjährigen Naturkatastrophen in den USA und Mexico, die im stärkeren Renovierungs- und Wiederaufbaubedarf mündeten und somit die Geschäftsentwicklung positiv beeinflusst haben. Folglich meldete HD für das vergangene Quartal besser als erwartete Zahlen und hob seine Umsatzprognose für das laufende Fiskaljahr entsprechend an. Das Umsatzplus wird nun bei 6,3 % statt 5,3 % erwartet. Auch der Gewinn je Aktie soll deutlicher steigen. Dabei setzt die Aktie ihre dynamische Aufwärtsbewegung weiter ungebremst fort.

Viel Erfolg und seien Sie profitabel!

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