Die Top 5G-Stocks, die man 2019 und darüber hinaus im Blick haben sollte!

03.12.2019 um 16:11 Uhr

Viele Telekommunikations- und Technologieunternehmen haben in den letzten Jahren stark in 5G investiert, das für den Mobilfunk der fünften Generation steht. Der neue Standard in der drahtlosen Kommunikation bietet höhere Downloadgeschwindigkeiten, geringere Latenz und die Möglichkeit für Netzwerke, mehr Geräte zu verbinden, was die Etablierung weiterer Zukunftstrends nicht nur ermöglicht, sondern auch signifikant beschleunigen wird. Die Datenanalysten erwarten Übertragungsgeschwindigkeiten, die fünf- bis zehnmal schneller sind als 4G LTE, was quasi die Tür für verbessertes Video-Streaming, Virtual-Reality-Anwendungen und die Etablierung innovativer IoT-Netzwerke öffnen wird. Darüber hinaus wird dieser Trend auch bei solchen Konzeptionen wie dem selbstfahrenden Auto und intelligenten Städte relevant.

Laut dem Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) werden sich allein die globalen Infrastrukturausgaben für die Etablierung des 5G-Standards von 528 Mio. USD 2018 auf rund 26 Mrd. USD im Jahr 2022 erhöhen. Andere Experte gehen deutlich höheren Schätzungen aus. Dies wäre auch denkbar. Denn sobald man die potenzielle Bedeutsamkeit von 5G für die zukünftigen Wirtschaftsverhältnisse auf staatlicher Ebene erkennt, werden milliardenschwere Investitionsprogramme aufgelegt, um bloß nicht die Konkurrenzfähigkeit zu verlieren. Und genau aus diesem Grund wird sich der TrendScout erneut mit der Natur des 5G-Trends befassen, um mögliche Profiteure schon jetzt herauszufiltern. Und bevor wir zu den einzelnen Aktien gelangen, treffen wir eine wichtige Annahme, um potenzielle 5G-Gewinner nach Arten und ihrem Know-how praktisch aufzuteilen.

Die Gewinner der ersten Stunde werden 5G-Telekommunikations- und Infrastrukturanbieter sowie 5G-Senderhersteller sein. Hinzu kommen Glasfaseranbieter, die wichtige Knotenpunkte der zukünftigen Kommunikationsinfrastruktur miteinander verbinden werden. Gleichzeitig wird eine Menge von 5G-fähigen Sim/Chip-Sets (Modems), Network Access Points und 5G-Geräten gebraucht. Schließlich sind es die Hersteller von 5G-fähigen Endprodukten, die unmittelbar von Konsumenten verwendet werden. All diese Komponenten sind unerlässlich, um den 5G-Trend zum Leben zu erwecken, um womöglich eine Revolution bei selbstfahrenden Autos, in der Telemedizin, fortgeschrittenen Überwachungssystemen, aber auch in den intelligenten Fabriken oder Social-Media-Kanälen anzustoßen.

Sollte man sich also konservativerweise dazu entschließen, den kommenden 5G-Boom auf der Seite von großkapitalisierten Telekommunikationskonzernen zu spielen, die quasi das Rückgrat des modernen Internets bilden, so wäre der Blick Richtung Verizon (VZ) und AT&T (T) unerlässlich. Beide Unternehmen arbeiten schon heute fieberhaft am 5G-Infrastrukturaufbau, wobei Verizon mittlerweile in mehr als elf Metropolregionen in den USA mit einem 5G-Netz präsent ist und zu diesem Zeitpunkt die Nase leicht vorne zu haben scheint. Denn dies eröffnet gegenüber den Wettbewerbern einen bedeutenden Vorteil bei der Neukundenakquise. AT&T gehört in diesem Segment ebenfalls zu den Favoriten, zumal der Wert mit einer Dividendenrendite von 5,35 % zu den Top-Dividendenwerten des gesamten US-Telekomsektors gehört.

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Auf europäischem Boden sind es v. a. die Aktien von Ericsson und Nokia, die man ständig im Blick haben sollte. Und wenn man denkt, dass der schwedische Telekommunikationskonzern Ericson sich nur auf Europa konzentriert, so liegt man falsch. Ericsson ist weltweit aktiv. Der Konzern unterschrieb bereits mehrere Dutzend Kooperationsverträge für den Ausbau von 5G-Netzwerken. Und aus dem letzten Quartalsbericht ging deutlich hervor, dass die Nachfrage nach 5G-Equipment in Nordamerika und Nord-Ost-Asien signifikant zunimmt und sich langsam, aber sicher zum Wachstumstreiber der Konzernentwicklung herauskristallisiert. Interessant ist hier auch die Tatsache, dass man nun mit dem Chiphersteller NVIDIA (NVDA) zusammenarbeitet, um 5G mit speziellen GPUs noch schneller zu machen. Und so beseitigt man den zentralen Teil der Mobilfunkverbindung, das Radio Access Networks auf herkömmlichen Servern ablaufen zu lassen. Dies sollte auch die Kosten und den Energiebedarf senken. Zudem lässt sich damit die Rechenpower für die Beschleunigung von KI sowie Cloud Gaming nutzen. Deutlich komplizierter ist die aktuelle Situation bei der finnischen Nokia, die aufgrund hoher Investitionen in 5G ihre Gewinnprognose gesenkt hat. Dass viel auf dem Spiel steht, sah man auch deutlich daran, dass der Konzern die Dividendenzahlungen zunächst aussetzen wird. Schließlich will man ja all das verfügbare Geld in den 5G-Ausbau investiven, um zukünftig im Spiel rund um die 5G-Marktaufteilung mitzumischen.

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Deutlich spezieller ist dagegen die Positionierung bei den Hardwareproduzenten Cisco (CSCO) und überraschenderweise Apple (AAPL), der Intels 5G-Modem-Sparte für 1 Mrd. USD übernommen hat. Damit wächst der Patentstapel des iPhone-Herstellers auf über 17.000 Einträge für Funktechnik, was zukünftig eine deutlich größere Rolle spielen könnte. Gleichzeitig verringert man damit auch die Abhängigkeit vom anderen Modemzulieferer Qualcomm (QCOM) deutlich. Cisco wird vom 5G-Trend dagegen als bereits etablierte und zuverlässige Marktgröße mit einem sehr breiten Produktportfolio an Netzwerklösungen und anderer Hardware profitieren können.

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Und so gelangen wir zum nächsten wichtigen Teil der 5G-Etablieberung – dem Datentransfer. An dieser Stelle ist zunächst die Notwendigkeit von Glasfaserkabeln zu erwähnen. Sobald wichtige Datazentren, Sendemasten, Knotenpunkte etc. aufgebaut sind, wird die Nachfrage nach Glasfaserkabeln stark ansteigen, da man all diese Objekte Schritt für Schritt in einem immer größer werdenden, globalen Netzwerk der neuen Generation verbinden wird. Und dies bringt uns zu der Aktie des Glasfaserproduzenten Corning (GLW), der mittlerweile über mehr als 7,5 Mio. km Glasfaserkabel verfügt, die 50 US-amerikanische Städte zum größten Glasfasernetzwerk des Landes verbinden. Der Konzern verfügt also schon jetzt über eine etablierte Produktionsbasis und wird zukünftig lediglich darauf achten müssen, seine Produktionskapazität rechtzeitig hochzufahren.

Was allerdings die drahtlose Datenübertragung betrifft, so kommt man hier auf keinen Fall an der Aktie von American Tower (AMT) vorbei. Zunächst aber müssen wir festhalten, dass die drahtlose Kommunikation auch im 21. Jahrhundert durch die Nutzung von mehreren Sende- und Empfangsantennen stattfindet. Diese futuristisch aussehenden, weißen Zellenantennen trifft man öfter in Großstädten an, sobald man auf die Dächer der Hochhäuser blickt. AMT kann davon profitieren, weil der Konzern als Betreiber dieser Infrastruktur operiert. Das Unternehmen ist als REIT (Real Estate Investment Trust)?strukturiert und verfügt mit mehr als 170.000 Sendeanlagen zur Datenübermittlung und Kommunikation in 17 Ländern der Welt über ein beachtliches Infrastrukturportfolio. Die Sendemasten und andere Anlagen werden dann an Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen, Radio- und Fernsehsender, Regierungsorganisationen oder andere öffentliche Einrichtungen vermietet. Daher ist es auch kein Wunder, dass mehr als 88 % seiner Infrastruktur von AT&T, Verizon, T-Mobile und Sprint genutzt werden. Wichtig ist in dieser Hinsicht, dass AMT seine Infrastruktur sowohl in den dichtbesiedelten als auch in den ländlichen Regionen der USA aufgebaut hat. Und sobald der 5G-trend richtig zündet, wird der Konzern davon profitieren, da man im Gegensatz zu der Konkurrenz über eine deutlich höhere Abdeckungsdichte, besonders in den ländlichen Regionen der USA, verfügt.

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Auf der gleichen Wiese wie AMT spielt aber auch das Unternehmen Crown Castle (CCI). Das Unternehmen ist ebenfasst ein REIT, spezialisiert sich jedoch im Gegensatz zu AMT auf die Entwicklung und den Aufbau von deutlich kleineren Indoor- und Outdoor-Zellenantennen. Diese sind dazu gedacht, das Signal in bestimmten Bereichen konstant zu halten und ggf. zu verstärken. Das Infrastrukturportfolio umfasst aktuell mehr als 40.000 installierte Antennen. Weitere befinden sich derzeit im Bau, sodass Mitte 2020 ihre Anzahl auf über 65.000 anwachsen wird. Hinzu gibt es etwa 70.000 Small-Cell-Netzwerkknoten und mit rund 120.000 km verlegten Glasfaserkabeln besitzt und betreibt das Unternehmen eines der größten und dichtesten Glasfasernetze der USA.

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Schließlich ist da die Gruppe von Halbleiterproduzenten und Herstellern von Halbleitertestgeräten für die 5G-Infrastruktur wie Teradyne (TER). Diese gewinnbringende Tendenz beobachtete man bereits in der aktuellen Berichtssaison, als die starke Nachfrage nach 5G-Produkten die geringere Nachfrage von Automobil- und Industriegerätehestellern mehr als ausgleichen konnte. Daher ist zu erwarten, dass Teradyne seine 5G-Sparte zukünftig signifikant ausbauen wird, um im vollen Umfang vom 5G-Boom zu profitieren. Ähnlich gut positioniert sind Konzerne wie Xilinx (XLNX), der sich auf programmierbare Chips spezialisiert und rund 35 % seines Umsatzes im Bereich Mobilfunknetzwerkausrüstung erwirtschaftet. Hinzu kommt auch Marvell Technologies (MRVL), der sich auf die Entwicklung und Herstellung von 5G-Chips für mobile Geräte, aber auch Netzwerk-, Konnektivität- und Speicherlösungen spezialisiert. Weiteres Know-how kam in Zuge der Cavium-Übernahme. Cavium entwickelt Systems-on-a-Chip für verschiedene Segmente wie Nitrox Security Prozessoren, die Octeon-Prozessoren mit ARM- oder MIPS-Technik für Storage und die ThunderX-64-bit Server-CPUs für High Performance Computing. Und damit erschloss sich Marvell dank des Mikrochipherstellers Cavium weitere potenzielle 5G-Märkte wie die künstliche Intelligenz, Cloud und das selbstfahrende Auto. Zusammen mit Samsung Electronics entwickelt Marvell zudem 5G-Basisstationen, was sich beim zukünftigen 5G-Rollout ebenfalls auszahlen dürfte.

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Wie man sieht, ist der der 5G-Trend sehr vielfältig und lässt sich bereits in der früheren Phase der Infrastrukturetablierung sowohl auf eine konservative, aber auch aggressive Art und Weise spielen. In den späteren Perioden sollte man verstärkt darauf achten, von den Profiteuren der ersten Stunde auf Unternehmen aus dem eigentlichen Konsumbereich zu wechseln, deren Business dank des neuen Kommunikationsstandards so richtig in Schwung gebracht wird. Und die ersten Gewinner werden sich sehr wahrscheinlich im TV-Streaming-Bereich finden. Die Rede ist bspw. von Streaming-Pionieren wie Netflix (NFLX), der wegen der zunehmenden Konkurrenz seitens Disney (DIS), Apple (AAPL) und Co. immer stärker unter Druck gerät. Grund dafür ist das langsame Wachstum auf dem mittlerweile gesättigten, heimischen US-Markt und eine relativ verhaltene Penetration im Ausland. Mit 5G könnte sich die Situation rasch sowohl zum Negativen als auch zum Positiven verändern. Denn 5G bedeutet eine ganz andere Art von Fernsehen-on-Demand. Mit der Etablierung der schnellen 5G-Datenkommunikation wird es möglich sein, auf das sog. Fernsehen-to-go umzusteigen. Ab diesem Zeitpunkt wird der reibungslose Abruf von bspw. NFLX-Stream-Services auf jedem mobilen Gerät und an jeder Lokation, aber auch im Bus oder der Bahn mit 5G-Abdeckung ermöglicht. Gleichzeitig wird die globale Verbreitung des neuen Mobilfunkstandards zu einer höheren Penetration auf internationaler Ebene beitragen und für Streamingdienstanbieter womöglich in einer weiteren, dynamischen Wachstumsphase münden.

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Viel Erfolg und seien Sie profitabel!

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