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Volkswagen macht im Rennen um die E-Mobilität Tempo

15.11.2019 um 14:27 Uhr

Wolfsburg (Reuters) - Ausgestattet mit einem üppigen Milliardenbudget für Investitionen will Volkswagen im Rennen mit Tesla um die Führung in der Elektromobilität Fahrt aufnehmen.

In den kommenden fünf Jahren plant der weltgrößte Autobauer, knapp 60 Milliarden Euro in klimaschonende Antriebe und die Digitalisierung zu stecken. Das beschloss der Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns am Freitag, wenige Tage nach der überraschenden Ankündigung von Tesla-Chef Elon Musk, in Brandenburg ein neues Werk für E-Autos zu errichten. Während die hohen Ausgaben für neue Antriebe Daimler zum Sparen zwingen, kann Volkswagen dank sprudelnder Gewinne aus dem Vollen schöpfen.

"Wir erhöhen in den folgenden Jahren mit unseren Investitionen noch einmal das Tempo", erklärte Konzernchef Herbert Diess. "Wir wollen unsere Skalenvorteile nutzen und größtmögliche Synergien heben." Angesichts der sich eintrübenden Konjunktur will VW zugleich die Produktivität weiter steigern. "Wir treiben die Transformation des Volkswagen-Konzerns mit aller Entschlossenheit voran", fügte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hinzu.

Für den letzten fünfjährigen Planungszeitraum bis 2023 hatte der Konzern ein Investitionsvolumen von 44 Milliarden Euro für die Zukunftsthemen angesetzt. Das nun beschlossene Budget entspricht etwas mehr als 40 Prozent der für den neuen Zeitraum (2020 bis 2024) geplanten Gesamtausgaben. Allein 33 Milliarden Euro sind für die Elektromobilität vorgesehen.

EINE WETTE AUF DIE ZUKUNFT

Binnen zehn Jahren plant Volkswagen bis zu 75 reine Elektro-Modelle, bisher waren bis 2028 etwa 70 Modelle vorgesehen. Das Geld für die Investitionen will VW weiter sowohl durch den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft als auch durch Sparprogramme selbst erarbeiten. Das heißt auch, dass weiterhin Arbeitplätze verloren gehen, weil das Arbeitsvolumen in der Elektromobilität geringer ist als bei herkömmlichen Verbrennern.

Volkswagen schraubt die Ausgaben hoch, um weitere Werke für den Bau von Elektroautos umzurüsten. Nach dem ID.3, dessen Produktion gerade in Zwickau angelaufen ist, stehen weitere Modelle auf dem Plan. Die Autofabrik in Emden soll ebenfalls auf die Produktion von E-Autos umgestellt werden. Dort soll ab 2022 der elektrische SUV (ID.4) vom Band rollen. Um Platz zu schaffen, soll der Passat mit Verbrennungsmotor aus Emden in ein neues Werk verlegt werden, das eigentlich in der Türkei geplant war. Doch die Pläne für die neue Fabrik liegen seit dem Einmarsch des türkischen Militärs ins benachbarte Syrien auf Eis. Die Entscheidung für das neue Mehrmarkenwerk soll bis zum Jahresende fallen. Zugleich sieht sich der Konzern nach Alternativen um.

In China stellt VW die Werke in Foshan und Anting für den Bau batteriegetriebener Fahrzeuge um, dort soll die Produktion 2020 losgehen. In seinem US-Werk in Chattanooga will VW ab 2022 ebenfalls Elektroautos fertigen. Dort wurde gerade mit dem Bau einer Montagelinie für vollelektrische Fahrzeuge begonnen. In einer ersten Welle will der Konzern bis 2029 weltweit 26 Millionen E-Mobile auf die Straßen bringen, der größte Teil auf Basis des Elektrobaukastens MEB. Bisher waren bis 2028 bei etwa 70 neuen Modellen rund 22 Millionen Stück projektiert. Ziel der Mammutausgaben ist es, den Ausstoß der Fahrzeugflotte an klimaschädlichem CO2 zu senken, um die schärfern Klimavorgaben zu erfüllen.

VOLKSWAGEN AG VZO O.N. Chart
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