Reuters

Bundeswehr kippt milliardenschweres Drohnen-Projekt Triton zugunsten von Jets

28.01.2020 um 14:17 Uhr

Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr gibt das milliardenschwere Projekt zur Beschaffung von Triton-Aufklärungsdrohnen des US-Konzerns Northrop Grumman auf.

Stattdessen will sie drei Flugzeuge des Typs Global 6000 kaufen und mit Militärsensoren ausstatten. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei einerseits, dass Triton nicht wie der Nato zugesagt bis 2025 fertig würde, heißt es in einer vertraulichen Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses, die Reuters am Dienstag vorlag. Zudem sei die Drohne mit geschätzten Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro nicht finanzierbar. Andere Nationen nutzten die Global 6000 von Bombardier bereits für militärische Einsätze. Die Bundeswehr selbst betreibt drei Maschinen des Typs für den Transport von Regierungsmitgliedern.

"Es ist vorgesehen, drei Flugzeuge mit einem signalerfassenden Missionssystem auszustatten", heißt es in der Unterrichtung. "Dieses soll unter weitgehender Verwendung der durch die deutsche Industrie bereits für das damalige Projekt Euro Hawk entwickelten Sensorik erfolgen." Die Sensoren dafür sollte Airbus liefern. Frühere Investitionen könnten damit in Teilen genutzt werden, heißt es in der Unterrichtung. Die Kosten reduzierten sich so signifikant. Der Haushaltsausschuss solle voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 über den Kauf der Flugzeuge entscheiden.

Triton sollte ursprünglich ab 2025 an die Bundeswehr ausgeliefert werden und wie ein gigantischer Datenstaubsauger aus 20.000 Metern Höhe den Funkverkehr belauschen und die Sensoren gegnerischer Flugabwehr aufspüren. Triton war der Nachfolger des Entwicklungsprojekts Euro Hawk, bei dem der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maiziere 2013 die Reißleine zog, als sich abzeichnete, dass die Drohne in Deutschland wohl nur mit enormen Mehrkosten oder gar nicht zugelassen werden könnte. Er geriet wegen der Affäre stark unter Druck. Der Euro Hawk basierte auf einer älteren Variante der Global-Hawk-Drohne des US-Rüstungskonzerns Northrop Grumman, Triton dagegen auf einer wesentlich neueren Version. Die Sensorik sollte bei beiden Drohnen von Airbus kommen.

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